Author Topic: Wayward Victorian Confessions (Tumblr)  (Read 5747 times)

Offline Cylorie

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« on: February 19, 2012, 06:50:47 pm »
Einige von uns haben sicherlich einen Tumblr-Account. Ein paar von denen folgen evtl. dem "Emilie Autumn"-Tag. Diese sind sicherlich mal über WaywardVictorianConfessionsBlog gestolpert.

Für jene die es nicht kennen:

http://waywardvictorianconfessions.tumblr.com/

Auf diesem Blog kann man ganz Anonym seine Gedanken zu EA äußern. Die Mehrheit der Posts besteht aus Kritik an EA, die mal mehr oder weniger gerechtfertigt ist.

Was haltet ihr davon? Ist es euch egal? Findet ihr es gut oder sogar gemein?

Vor diesem Blog gab' es noch einen anderen, der im Grunde das gleiche gemacht hat. Irgendwer hat Emilie und Veronica den Link zum Blog geschickt, woraufhin Veronica den Admin des Blogs gebeten hat den diesen zu schließen, da sie die Einträge als Mobbing aufgefasst hat.
Dazu gab'es dann auch ein kleines Twitter-Gespräch zwischen Veronica und Emilie, das auf den Blog angespielt hat.

Offline Tom

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« Reply #1 on: February 20, 2012, 06:06:56 am »
Ich schätze, dieses Video ist Emilies Antwort auf die Diskussion:
<a href="http://www.youtube-nocookie.com/v/EBLpUihfuF4" target="_blank" class="new_win">http://www.youtube-nocookie.com/v/EBLpUihfuF4</a>

Offline Gast

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« Reply #2 on: February 20, 2012, 10:30:24 am »
Einige von uns haben sicherlich einen Tumblr-Account. Ein paar von denen folgen evtl. dem "Emilie Autumn"-Tag. Diese sind sicherlich mal über WaywardVictorianConfessionsBlog gestolpert.
Ich habe weder einen Tumblr-Account noch eine Adler-Kundenkarte; wenn ich allem folgen wollte, was mich interessiert, dann bräuchte ich für die Aufnahme der Informationen eines Tages mindestens einen Monat. Aber dafür gibt es ja, was EA betrifft AYS und dich.  ;)

Quote
Für jene die es nicht kennen:
http://waywardvictorianconfessions.tumblr.com/

Auf diesem Blog kann man ganz Anonym seine Gedanken zu EA äußern. Die Mehrheit der Posts besteht aus Kritik an EA, die mal mehr oder weniger gerechtfertigt ist.

Was haltet ihr davon? Ist es euch egal? Findet ihr es gut oder sogar gemein?

Ja.

Entweder, man setzt sich mit einzelnen Aussagen konstruktiv auseinander oder lässt es einfach. Viele Aussagen, die dort zu finden sind, kann man auch hier finden - da kann ich ja gleich eine Selbstanzeige bei EA oder VeVa machen.
Emilie steht nun mal als Künstlerin, ebenso wie Sportler, Politiker etc., in der Öffentlichkeit - das bedeutet aber halt auch, dass man sich mit ihr in der Gesamtheit ihres Tuns auseinandersetzt. Und das bedeutet auch, dass nicht alle einer Meinung sein werden und dass man ebenso ihre Aussagen mit der Realität vergleichen wird.

Quote
Vor diesem Blog gab' es noch einen anderen, der im Grunde das gleiche gemacht hat. Irgendwer hat Emilie und Veronica den Link zum Blog geschickt, woraufhin Veronica den Admin des Blogs gebeten hat den diesen zu schließen, da sie die Einträge als Mobbing aufgefasst hat.
Dazu gab'es dann auch ein kleines Twitter-Gespräch zwischen Veronica und Emilie, das auf den Blog angespielt hat.

Gerade weil EA mit Kritik nur schlecht umgehen kann, sollte sie _unliebsame_ Beiträge besser ignorieren. Verhindern wird sie Kritik, ob konstruktiv oder beleidigend, nie können. Sie kann zwar ihr OF zensieren lassen, aber nicht das Internet. Im Gegenteil. Desto mehr Aufmerksamkeit sie solchen Sachen widmet, desto größer ist die Gefahr des Streisand-Effekts.

Und die Leute, die sie seinerzeit aus dem OF gebannt oder vergrault hat, haben sich entweder von ihr abgewandt oder finden sich in neuen Blogs oder Foren wieder. Ist irgendwie wie mit dem Drachen, dem man einen Kopf abschlägt und dem dann zwei neue wachsen.

   


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Offline Aura7

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« Reply #3 on: February 20, 2012, 10:48:41 am »
Naja, ich würd behaupten freie Meinungsäusserung.

Diese Confessions bestehen aus allem Möglichen - darunter auch ganz liebe Komplimente.

Ich bin bis Seite 26, mehr möchte ich auch gar nicht ansehen. Teilweise erscheint es mir wie eine Hetzjagd auf Emilie; böse Sachen sind schon dabei; wobei ich es lustig finde, wie Manche mit Halbwissen rumschmeissen und dieses dann EA anhängen...
Ich habe auch das Gefühl, dass viele, die diese Confessions einschicken, dass ganze Asylum viel ernster nehmen als Emilie selbst - Z.B. die ECT Zeile in GIRLS! wird ja häufiger bekritisiert, a la sie hat ja keine Ahnung - ahem, ich hab diese Zeile bis jetzt eher ironisch gesehen....

Offline Cylorie

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« Reply #4 on: February 20, 2012, 10:53:45 am »
^Indeed. Mich hat es schon erschreckt wie intensiv die sich damit auseinandersetzen.

Offline veritas

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« Reply #5 on: February 20, 2012, 07:59:36 pm »
Ich finde es echt schade, dass es dieses WV-Confessions-Ding gibt, weil es meiner Meinung nach schon manchmal eine Hetzjagd ist.
Es stimmt einen auch so hoffnungslos, was das Ziel betrifft, sich für die Antistigmatisierung von psychischen Störungen einzusetzen: So scheint es völlig egal zu sein, was man sagt, am Ende behaupten doch wieder viele Leute, dass sich jemand mit einer psychischen Störung herausreden wolle/keine hätte/eine andere hätte/ein böser Mensch sei/zu faul sei/selbst daran schuld sei etc. blablabla.

Und die Sache mit der freien Meinungsäußerung: Ich meine, dass die Privatsphäre von Prominenten im Augenblick nicht genügend geschützt wird und im Internet zuviel Bullying zugelassen wird. Das kann mir doch keiner erzählen, dass es der Information der Öffentlichkeit zuträglich ist, wenn Paparazzi wirklich jeden Schritt von Künstlern verfolgen und jeder jeden Quark im Internet verbreiten darf.
Anderes Beispiel: Angelina Jolie - über sie kursieren ja ständig irgendwelche völlig widersprüchlichen Botschaften in den Klatschblättern und im Internet: Sie heiratet, sie trennt sich, sie kriegt Drillinge, sie adoptiert fünf Kinder, sie hat einen totalen Dachschaden, ach nein, ihr geht es gerade blendend, das Verhältnis zu den Kindern ist furchtbar, nein, im Gegenteil, es ist wunderbar...... Wer hat etwas davon? Abgesehen von den Medien? Investigativer Journalismus ist etwas anderes!

Was man dagegen machen kann, weiß ich allerdings auch nicht - da besteht das Hydra-Problem, wie Gast ja schon erwähnte. Drüberstehen und persiflieren für die Künstler, Bildung für unseren Nachwuchs im Umgang mit Medien und Distanzierung von Internet-Mobbing, ist das einzige, was mir einfällt. Rechtlich gibt es da wohl keine Handhabe, wenn die Server sonstwo sitzen.
 
Seltsam finde ich auch, dass Emilie da Ereignisse, die vor drei Jahren oder wann auch immer stattgefunden haben (diese Auseinandersetzung auf dem Forum zum Beispiel), immer noch vorgehalten werden. Wer weiß, vielleicht sind es auch teilweise Emilies Ex-Verfolger aus Schul- und Jugendzeiten, die dauernd auf der Seite posten?  
Nun ja, immerhin kommen auch einige positive Dinge zur Sprache (und die Bilder sind sehr reizvoll).
« Last Edit: February 20, 2012, 08:20:07 pm by veritas »

Offline muffin-bitch

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« Reply #6 on: February 20, 2012, 10:25:15 pm »
Vieles, was auf dem blog zu lesen ist, ist meiner Meinung nach ziemlich gemein. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob das jetzt freie Meinungsäußerung ist oder böse gemeint aka mobbing. Ich finde es ok, wenn man seine Meinung kundtut, auch wenn es negativ gegenüber der Person ist, denn nur so kann man sich ändern, wenn es ernst gemeinte Kritik ist. Wenn es jedoch absichtlich böswillig gegen die Person geht und diese nur fertig macht bzw mobbt, kann man seine Meinung auch für sich behalten, weil sowas tut immer weh... Im großen und ganzen das, was veritas schon gepostet hat. Und ich denke, nein ich weiß: egal was EA/Prominente machen, es gibt immer mindestens einen Neider/Hater, der sie angreift. You can't please everyone. Ever. Klar, sie meint vieles in ihren Texten sarkastisch, doch manche nehmen bestimmte Themen einfach sofort als persönlichen Angriff. Viel machen kann man da nicht, denn die Meinung einer Person zu etwas zu ändern ist verdammt schwierig, vor allem wenn man sich so darauf festfährt... Leider.
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Offline Gast

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« Reply #7 on: February 21, 2012, 05:22:26 pm »
Naja, ich würd behaupten freie Meinungsäusserung.

Natürlich ist es das. Sonst würden wir dort Nichts, oder eben nur Lobhudelei, lesen. 

Quote
Diese Confessions bestehen aus allem Möglichen - darunter auch ganz liebe Komplimente.

Dieser Aspekt wird gerne übersehen. Es ist ja kein Denunzierungs-Blog.

Quote
Ich bin bis Seite 26, mehr möchte ich auch gar nicht ansehen. Teilweise erscheint es mir wie eine Hetzjagd auf Emilie; böse Sachen sind schon dabei; wobei ich es lustig finde, wie Manche mit Halbwissen rumschmeissen und dieses dann EA anhängen...
Ich habe auch das Gefühl, dass viele, die diese Confessions einschicken, dass ganze Asylum viel ernster nehmen als Emilie selbst - Z.B. die ECT Zeile in GIRLS! wird ja häufiger bekritisiert, a la sie hat ja keine Ahnung - ahem, ich hab diese Zeile bis jetzt eher ironisch gesehen....

Ich habe mir auch _nur_ einen Überblick verschafft, indem ich aus verschiedenen zeitlichen Bereichen mir Ausschnitte zu Gemüte geführt habe.
Mein persönlicher Eindruck: Da Flamewars, persönliche Diskussionen etc. nicht wirklich möglich sind und Trollpostings laut Regeln auch mal gelöscht werden, halten sich interessanterweise die Pro-EA-Beiträge, die kritischen (im positiven Sinne) Beiträge und Beiträge, die eher in die Rubrik Beleidigung/Diffamierung passen, irgendwie die Waage. Im Gegenteil: das System des Micro-Bloggings wirkt da eher regulierend. Während in einem Forum/Board sich viel leichter die Gemüter erhitzen können, Flamewars starten und die Diskussion schnell mal eskaliert, kann hier jeder, ungeachtet der vorherigen Beiträge, seine eigenen Gedanken veröffentlichen. In der Wahrnehmung fallen natürlich immer die _bösen_ Meinungsschnipsel auf und die positiven Gedanken rücken aus dem Fokus.

Zu der Frage Halbwissen oder bestimmte Dinge zu ernst nehmen. Da bin ich doch etwas vorsichtig, gleich mit Vorurteilen oder vorgefertigten Rubriken zu hantieren.
  • Viele Unklarheiten sind ein hausgemachtes Problem. Emilie hat eine virtuelle Welt aufgebaut, hat selbst dafür gesorgt, dass der Bezug zu ihrem eigenen Leben fliessend ist. Wie soll sich da ein junger Mensch immer zurecht finden? Was ist aus der realen Welt Emilies, was ist ihrer virtuellen Welt zuzuordnen? Wir dürfen nicht nur von uns ausgehen. Wir sind ja ein relativ kleiner, ja fast elitärer, Kreis, der sich dadurch sehr gut austauschen kann. Das OF ist da auch nicht so recht hilfreich; wer sich da durcharbeiten will, sollte schon mal ein halbes Jahr schulfrei nehmen.
  • Ich halte es auch nicht für hilfreich, wenn hier und da (und von der Künstlerin höchstselbst) auf _das_ Buch verwiesen wird. Nicht jeder hat es und nicht jeder kann es sich leisten.
  • Es gibt eine Unmenge Informationen und Desinformationen im Internet, schön breit gestreut. Im OF, in Blogs und Foren, bei Twitter, ... Woran soll sich der zunächst einsame EA-Neuling orientieren? Zumal ja EA selbst genügend Andeutungen zwitschert, die zu Spekulationen führen.
  • Emilie könnte es sich ja einfach machen und unter [http=http://www.emilieautumn.com/story.htmlStory[http] mal wirklich die Story in Kurzform kommunizieren - das was dort zu finden ist, ist eher eine Pressemitteilung. Was wäre daran so schlimm, die bisherige Geschichte des Asylums und die aktuelle Fortführung in Kurzform zu kommunizieren. Dann kommt auch ein 14jähriger Neu-Muffin besser damit klar, in Emilies Welt einzutauchen.
  • Was ihre bipolare Störung betrifft. Auf der einen Seite ist es IMHO richtig, dass Emilie dieses _Problem_ kommuniziert. Es wäre aber falsch zu erwarten, dass damit jeder etwas anzufangen weiß. Wer noch nicht direkt mit psychischen Störungen und Erkrankungen konfrontiert war, kann kaum ermessen, was dies für Betroffene oft im Alltag bedeutet. Ich selbst bin im beruflichen Alltag von Borderlinern, Angststörungen, Depressiven, Narzissten etc. umgeben. Meine Schwester arbeitet in einer psychologischen Praxis im Großraum Stuttgart. Ich habe im engsten Familienkreis Erfahrungen. Aber hat diesen Erfahrungsschatz jeder, der in einer (zumindest anscheinend) intakten kleinbürgerlichen Familie aufgewachsen ist? Nicht einmal meine geschulten Kollegen erfassen in jedem Falle das Ausmaß der psychischen Störungen ihrer Azubis im Einzelfall; viel zu oft wird das Verhalten einzelner Personen nur an der gesellschaftlichen _Norm_ gemessen. Wer kann schon erfassen, was in einem Menschen vorgeht, der jeden Tag, auf Grund einer Angststörung, zu spät zum Unterricht kommt? Wie aber soll in jedem Falle ein Jugendlicher erfassen, was es im Einzelfall für Emilie bedeutet, wenn jemand in dieser Problematik auf der Basis von Un- oder Halbwissen Äußerungen tätigt, die durchaus schmerzen? Ich möchte nicht jedem Poster automatisch unterstellen, dass er Emilie weh tun wollte, sie beleidigen wollte etc. Auch wenn es mit Sicherheit Beiträge gibt, die darauf abzielen.

Muss mal Luft holen ....

^Indeed. Mich hat es schon erschreckt wie intensiv die sich damit auseinandersetzen.

Wieso erschreckt?
Das hat ja aber auch eine positive Seite. Schlimmer wäre es IMHO, wenn Emilie (fast) nicht wahrgenommen würde. Eine aktive Auseinandersetzung (und die findet aller gefühlten paar Jahre ja auch hier im Forum statt), ist doch eigentlich Wasser auf die Mühlen eines jeden Künstlers.

Ist Emilie nicht einmal eine in ihrem Forum extrem beleidgend angegangen, weil diese meinte Emilie sollte "Tee trinken"?

Ich glaube mich dunkel (wie passend) daran erinnern zu können, dass es darum ging, dass sie mal wieder ihre Tabletten nehmen sollte - das macht aber nicht den Unterschied. Das Problem war eher, dass danach die Diskussion eskalierte (was eben genau bei WVC nicht in der Form passieren kann).

Ich bin bis heute aber der Meinung, dass man (ob nun Emilie oder einer ihrer Gehilfen) danach einen eklatanten Fehler gemacht hat. Man hätte auch einfach sagen können, genug diskutiert, wir beenden das Thema hier, da die Diskussion ausufert und nicht mehr zu einem Ergebnis führt; Thread geschlossen - fertig. Das wäre irgendwann in der Versenkung gelandet als eine weniger schöne Episode. Doch man hat es vorgezogen, mit einem Rundumschlag das Forum aufzuräumen (ich nenne es in dem konkreten Falle destruktive Zensur). Natürlich ist es das Recht von Emilie (oder den von ihr Beauftragten) dies zu tun - Hausrecht. Ich halte es aber nicht automatisch für eine kluge Entscheidung. Auf der einen Seite der Streisand-Effekt. Wer bis dahin noch nichts von den Querelen mitbekommen hat - der hat es spätestens jetzt. Die Diskussionskultur war danach merklich abgekühlt bzw. abgeflacht. Viele Moderatoren oder Forenmitglieder, die ich bis dahin auf Grund ihrer informativen und konstruktiven (auch kritischen) Beiträge geschätzt hatte, schmissen hin. Ich habe zwar noch alle meine Accounts im OF, habe aber auch schnell spüren müssen, wie schnell eigene Beiträge danach gekickt wurden; da reichte es schon, dass ich mal darauf aufmerksam gemacht hatte, dass mehr als die 25 angekündigten VIP-Tickets verkauft wurden (wieso sollte ein Shop sonst noch 32 Restkarten anzeigen?). Gehört nicht zum Thema, gelöscht, fertig. Das ging noch etwa zweimal in der Art, seitdem können sie mich asslicken; meine Fotos habe ich gelöscht und nun schaue ich nur noch mal alle paar Monate rein.   

Quote
Ich kann mich noch dunkel dran erinnern, aber auf jeden Fall war das extrem heftig und einer Hetze gleichzusetzen.

Das war auch der Grund, warum ich mich im OF agbemeldet habe.

Meine Gründe, im OF keinen Beitrag mehr zu leisten, habe ich ja schon dargelegt.

Was den Begriff Hetze betrifft.... (Ja, ich weiß, wenn Gast erst mal mit Schreiben anfängt, dann wirds lang.)

Wo gehen genau Unsachlichkeit, Verunglimpfung, Hass, das Schüren von Ängsten, Diffamierung etc. los? Wer sein Emilienchen nur wohlbehütet in seiner Traumwelt sieht und jede, selbst konstruktive Kritik, als Angriff auf Emilie sieht, wird sicher fast jede Äußerung jenseits von "ach ist das süß" als Hetze betrachten. Ich denke aber, dass es einfach effektiver ist, wenn man den Umgang mit (und auch das Ignorieren von) Beiträgen lernt, die nicht unbedingt dem eigenen Weltbild entsprechen und die durchaus darauf angelegt sind, zu provozieren, zu beleidigen etc. Aufmerksamkeit erlangen diese Beiträge erst, wenn wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Sicher fällt es schwer, diese zu ignorieren, aber genau dadurch strafen wir sie mit Bedeutungslosigkeit.
Erinnert euch mal, wen ihr z.B. zur Schulzeit gerne geärgert habt (oder gerade ärgert (für die Kleinen unter euch))! Es waren auf Dauer immer die, die sich auch offensichtlich erkennbar geärgert haben - Breitseite pur. Ich war in jungen Jahre bestimmt ein braver Schüler, habe aber selbst mal auf meinen TZ-Lehrer (TZ = Technisches Zeichnen) mit Stahlkrampen im Unterricht geschossen (wenn das meine Mutter wüsste ...). Der war aber so ein armeseliges Weichei, der dann heulend zum Direx gerannt ist, dass es sogar dem braven Schüler Gast eine gewisse Genugtuung verschafft hatte.

Auf Emilie gespiegelt: Sie sollte es lernen, mit solchen Themen etwas stärker umzugehen und auch mal die eine oder andere Äußerung einfach zu ignorieren; den persönlichen Schmerz, den im Einzelfall eine Äußerung bewirkt, kann sie sicher nicht lindern, wohl aber auf Dauer eine zu hohe Aufmerksamkeit diesbezüglich.

Quote
Zur Seite: Öffentliche/Eigene Meinung, das würde ich sagen. Vor allem da im OF ja zensuriert wird hat diese Seite durchaus eine Berichtigung, ob man sie braucht ist wieder was anderes, da stehen ja wirklich viele seltsame/nebensächliche/unwichtige/... Aussagen.

Ich sehe es als eine Art von Ventil. Was sich dort an Frust ablädt, auch an Beleidigungen etc. geht auf der einen Seite in den positiven Beiträgen unter (oder wird durch diese wieder relativiert), auf der anderen Seite entladen sich diese Leute nicht an anderer Stelle. Im schlimmsten Falle fliegen die Teebeutel (oder die Blumen, wo die Töfe noch dran sind) während eines Konzertes. Und man sollte durchaus auch den rat aus den Rules beherzigen: "If the content of this blog offends you, don’t look at it or follow it.".

Ich finde es echt schade, dass es dieses WV-Confessions-Ding gibt, weil es meiner Meinung nach schon manchmal eine Hetzjagd ist.

Wie gesagt, ich kann dem Micro-Blog in der Summe mehr Vor- als Nachteile abgewinnen. Eine Diskussion, auch eine unsachliche, wird man nie verhindern können. Es liegt aber in unserer Hand, wie wir (und auch Emilie) damit umgehen. Kleiner Tipp am Rande: Auch wir können im WVC Blog posten und damit die Prioritäten verlagern. Wir können den Micro-Blog aber genausogut ignorieren.
 
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Es stimmt einen auch so hoffnungslos, was das Ziel betrifft, sich für die Antistigmatisierung von psychischen Störungen einzusetzen: So scheint es völlig egal zu sein, was man sagt, am Ende behaupten doch wieder viele Leute, dass sich jemand mit einer psychischen Störung herausreden wolle/keine hätte/eine andere hätte/ein böser Mensch sei/zu faul sei/selbst daran schuld sei etc. blablabla.

Siehe oben. Die wenigsten Menschen haben wirklich Erfahrungen im Umgang mit psychischen Störungen - ich weigere mich daher, insbesondere aus den Erfahrungen aus/mit meinem beruflichen Umfeld automatisch _jedem_ Vorsatz zu unterstellen. Es gibt IMHO genau so viele Menschen, die aus Unwissenheit Fehlurteile fällen. WQie gesagt, es ist (leider) Teil meines beruflichen Alltags.

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Und die Sache mit der freien Meinungsäußerung: Ich meine, dass die Privatsphäre von Prominenten im Augenblick nicht genügend geschützt wird und im Internet zuviel Bullying zugelassen wird. Das kann mir doch keiner erzählen, dass es der Information der Öffentlichkeit zuträglich ist, wenn Paparazzi wirklich jeden Schritt von Künstlern verfolgen und jeder jeden Quark im Internet verbreiten darf.
Anderes Beispiel: Angelina Jolie - über sie kursieren ja ständig irgendwelche völlig widersprüchlichen Botschaften in den Klatschblättern und im Internet: Sie heiratet, sie trennt sich, sie kriegt Drillinge, sie adoptiert fünf Kinder, sie hat einen totalen Dachschaden, ach nein, ihr geht es gerade blendend, das Verhältnis zu den Kindern ist furchtbar, nein, im Gegenteil, es ist wunderbar...... Wer hat etwas davon? Abgesehen von den Medien? Investigativer Journalismus ist etwas anderes!

Ich versuche mal, den emotionalen Eintopf wieder zu ordnen. Da tauchen kurz hintereinander die Begriffe der freien Meinungsäußerung, von Privatsphäre, Paparazzi, Quark, investigativem Journalismus etc. auf.
Mir geht es in diesm Absatz so etwa wie mit der ersten Studio-Version von FLAG. Punktuell zuviel reingehauen - auch wenn ich durchaus verstehe, was dich bewegt. Ich versuche mal, etwas die einzelenen Punkte zu sortieren:
  • Freie Meinungsäüßerung. Dies impliziert ausdrücklich, auch Meinungen jenseits der vom Betroffenen gewollten Sichtweise (z.B. Kritik am status quo) zu äüßern. Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass nun automatisch jeder alles öffentlich äußern kann/darf. In der Regel genießt der Schutz der persönlichen Ehre gegenüber Beleidigung oder Verleumdung einen höheren Rang als die freie Meinungsäußerung an sich.
  • Jede Person, die sich in das Interesse der Öffentlichkeit begibt (Künstler, Politiker etc.) unterliegt (zumindest in Deutschland (das U.S. Recht kenne  ich nicht)) im Rahmen der Presse(freiheit) anderen Bedingungen, als Privatperson Lieschen Müller. Das heißt erst einmal auch Aufgabe _eines Teiles_ der Privatsphäre! Das heißt aber nicht, dass ich meine gesamte Privatshäre preisgeben muss (gilt wiederum nicht beim Fremdvögeln, sollte bei EA aber nicht relevant sein).
    Mit anderen Worten: Wer sich als Künstler, Politiker, Fernsehmoderator etc. ins Licht der Öffentlichkeit begibt, muss sich auch darüber im Klaren sein, dass er einen Teil seiner Privatsphäre aufgibt. Selbst nach U.S.Maßstäben muss man Emilie altersmässig in den Personenkreis einordnen, dem das bewußt sein sollte.
  • Paparazzi/Angelina Jolie. Ein Paparazzo, der mit Emilie Geld verdienen will, muss schon kurz vor Hartz IV stehen. Emilie gehört nicht in diese Liga und selbst ein Nippel-Blitzer würde sicher max. zu einem 30 Euro Bild-Foto reichen. Davon können Paparazzi nicht leben. Emilie soll schon glücklich sein, wenn sie von einem 16jährigen Möchtegern-Paparazzo hinterm Tourbus aufgelauert wird.
  • Investigativer Journalismus. Wer davon leben will, ob als Journalist oder als Verlag, der muss es sich schon leisten können. Denn Recherchen und die Aufbereitung der Materialien kosten Zeit, viel Zeit - und damit Geld. Ein Interview und einige nette (nicht unbedingt guite) Fotos von Emilie mögen zwar ein Szenemagazin kurzzeitig bereichern, aber sicher nicht im Sinne von Reichtum. Wenn sich investigativer Journalismus bei Emilie rechnen würde, warum liest man von ihr in letzter Zeit (von einem Ausrutscher im Sonic Seducer mal abgesehen) nichts mehr in den hiesigen Magazinen? Und das trotz anstehender Europa-Tour?

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Was man dagegen machen kann, weiß ich allerdings auch nicht - da besteht das Hydra-Problem, wie Gast ja schon erwähnte. Drüberstehen und persiflieren für die Künstler, Bildung für unseren Nachwuchs im Umgang mit Medien und Distanzierung von Internet-Mobbing, ist das einzige, was mir einfällt. Rechtlich gibt es da wohl keine Handhabe, wenn die Server sonstwo sitzen.

Ganz einfach: Ignorieren oder positive bzw. konstruktive Gedanken posten. Desto weniger man auf _bewusst beleidigende_ Beiträge reagiert, desto weniger Befriedigung finden solche Poster in ihrer Tätigkeit. Die rechtliche Frage klärt überhaupt nichts. Nur weil man bei rot nicht über die Straße gehen darf, heißt das ja auch noch lange nicht, dass sich jeder dran hält oder gar, dass Verstösse 100%ig geahndet werden.
Ich bin der Meinung, dass wir diffamierenden Beiträgen, egal wo, wesentlich weniger Beachtung schenken sollten; Emilie übrigens auch.

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Seltsam finde ich auch, dass Emilie da Ereignisse, die vor drei Jahren oder wann auch immer stattgefunden haben (diese Auseinandersetzung auf dem Forum zum Beispiel), immer noch vorgehalten werden. Wer weiß, vielleicht sind es auch teilweise Emilies Ex-Verfolger aus Schul- und Jugendzeiten, die dauernd auf der Seite posten?

Und wir/ich haben auch gerade darüber diskutiert (siehe ganz weit oben). Ich gehe mal davon aus, dass niemand Emilie das Recht abspricht, welche Regeln sie z.B. in ihrem Forum anwendet. Ihr steht es ebenso zu, ihre Sicht zu der Diskussion bzgl. Aromaleigh zu kommunizieren. Diese Regeln, Meinungen etc. muss man deswegen, auch nach jahren nicht, teilen. Und bei 9437 aktuellen Forenmitgliedern im OF (ich dachte, das sind längst über 10.000 ...), muss man einfach damit rechnen, dass bestimmte Themen immer wieder mal hochkommen.
Falls hier und da Emilie mittlerweile ein anderes Weltbild hat, so sollte sie auch die Stärke besitzen, dies zu kommunizieren. Niemand ist vollkommen, jeder macht Fehler, wir alle erlangen im Laufe unseres Lebens neue Erfahrungen. Die Frage ist eher, _wie_ wir damit umgehen. Leider besitzt Emilie nicht die Stärke, mit Konflikten, Kritiken oder gar offensiven Angriffen entsprechend umzugehen. Da kämpft sie doch eher wie ein kleines Mädchen ... 
 
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Nun ja, immerhin kommen auch einige positive Dinge zur Sprache (und die Bilder sind sehr reizvoll).

Konnte das nicht am Anfang stehen, dann hätte ich viiiiiel weniger geschrieben.


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Offline Schneewittchen

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Wayward Victorian Confessions (Tumblr)
« Reply #8 on: February 21, 2012, 07:05:54 pm »
Ist Emilie nicht einmal eine in ihrem Forum extrem beleidgend angegangen, weil diese meinte Emilie sollte "Tee trinken"? Ich kann mich noch dunkel dran erinnern, aber auf jeden Fall war das extrem heftig und einer Hetze gleichzusetzen.
Ich kann mich noch recht deutlich daran erinnern. EA hatte sich über irgendewas/-wen aufgeregt, und das Mädchen (nennen wir sie Alice, es war Teil ihres Nicknames) merkte friedfertig an, EA solle doch wieder ein wenig runterkommen und einen Tee trinken. Dann, ein paar Posts später, machte die gute Alice den fatalen Fehler, EA's Krankheit anzusprechen und ihr Verständnis aus der Position eigener ähnlicher Erfahrungen auszudrücken.
Das fand EA gar nicht gut. Sie fühlte sich bevormundet und befahl Alice recht uncharmant, "ihr" Forum zu verlassen, ihre CD's zu verkaufen etc.
Jegliche Entschuldigungsversuche von Alice, die sich einfach nur ein wenig ungeschickt ausgedrückt hatte, stießen auf wütenden Widerstand, und die Lemmige, die sich im OF zuhauf tummeln, machten Alice im folgenden stellvertretend für Emilie fertig.

Meinen Account habe ich zwar noch, aber das war so ziemlich das letzte, was ich dort verfolgt habe. Seitdem ist mit das Offzielle Forum als solches zuwider.
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Offline veritas

  • Crumpet
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« Reply #9 on: February 21, 2012, 09:17:13 pm »
Mein persönlicher Eindruck: Da Flamewars, persönliche Diskussionen etc. nicht wirklich möglich sind und Trollpostings laut Regeln auch mal gelöscht werden, halten sich interessanterweise die Pro-EA-Beiträge, die kritischen (im positiven Sinne) Beiträge und Beiträge, die eher in die Rubrik Beleidigung/Diffamierung passen, irgendwie die Waage. Im Gegenteil: das System des Micro-Bloggings wirkt da eher regulierend. Während in einem Forum/Board sich viel leichter die Gemüter erhitzen können, Flamewars starten und die Diskussion schnell mal eskaliert, kann hier jeder, ungeachtet der vorherigen Beiträge, seine eigenen Gedanken veröffentlichen. In der Wahrnehmung fallen natürlich immer die _bösen_ Meinungsschnipsel auf und die positiven Gedanken rücken aus dem Fokus.

- Das passiert natürlich, aber deswegen finde ich den Blog auch unangenehm, weil die negativen Dinge eben Sachen "hängen bleiben".


Zu der Frage Halbwissen oder bestimmte Dinge zu ernst nehmen. Da bin ich doch etwas vorsichtig, gleich mit Vorurteilen oder vorgefertigten Rubriken zu hantieren.
  • Viele Unklarheiten sind ein hausgemachtes Problem. Emilie hat eine virtuelle Welt aufgebaut, hat selbst dafür gesorgt, dass der Bezug zu ihrem eigenen Leben fliessend ist. Wie soll sich da ein junger Mensch immer zurecht finden? Was ist aus der realen Welt Emilies, was ist ihrer virtuellen Welt zuzuordnen? Wir dürfen nicht nur von uns ausgehen. Wir sind ja ein relativ kleiner, ja fast elitärer, Kreis, der sich dadurch sehr gut austauschen kann. Das OF ist da auch nicht so recht hilfreich; wer sich da durcharbeiten will, sollte schon mal ein halbes Jahr schulfrei nehmen.
  • Ich halte es auch nicht für hilfreich, wenn hier und da (und von der Künstlerin höchstselbst) auf _das_ Buch verwiesen wird. Nicht jeder hat es und nicht jeder kann es sich leisten.
  • Es gibt eine Unmenge Informationen und Desinformationen im Internet, schön breit gestreut. Im OF, in Blogs und Foren, bei Twitter, ... Woran soll sich der zunächst einsame EA-Neuling orientieren? Zumal ja EA selbst genügend Andeutungen zwitschert, die zu Spekulationen führen.
  • Emilie könnte es sich ja einfach machen und unter [http=http://www.emilieautumn.com/story.htmlStory[http] mal wirklich die Story in Kurzform kommunizieren - das was dort zu finden ist, ist eher eine Pressemitteilung. Was wäre daran so schlimm, die bisherige Geschichte des Asylums und die aktuelle Fortführung in Kurzform zu kommunizieren. Dann kommt auch ein 14jähriger Neu-Muffin besser damit klar, in Emilies Welt einzutauchen.

- Eine klarere Kommunikation wäre natürlich schon besser, da hast Du recht. 14- oder 15jährige gehen eventuell noch nicht besonders kritisch mit Medien um, können die Inhalte, die Emilie transportiert, nicht mit Lebenserfahrung verbinden und wissen vor allem nicht die Biografie vom Künstler zu trennen. Wenn die Story des Buchs irgendwo nachzulesen wäre, würde es die Kommunikation auch erleichtern. Hat ihr das schon jemand mal vorgeschlagen? 


  • Was ihre bipolare Störung betrifft. Auf der einen Seite ist es IMHO richtig, dass Emilie dieses _Problem_ kommuniziert. Es wäre aber falsch zu erwarten, dass damit jeder etwas anzufangen weiß. Wer noch nicht direkt mit psychischen Störungen und Erkrankungen konfrontiert war, kann kaum ermessen, was dies für Betroffene oft im Alltag bedeutet. Ich selbst bin im beruflichen Alltag von Borderlinern, Angststörungen, Depressiven, Narzissten etc. umgeben. Meine Schwester arbeitet in einer psychologischen Praxis im Großraum Stuttgart. Ich habe im engsten Familienkreis Erfahrungen. Aber hat diesen Erfahrungsschatz jeder, der in einer (zumindest anscheinend) intakten kleinbürgerlichen Familie aufgewachsen ist? Nicht einmal meine geschulten Kollegen erfassen in jedem Falle das Ausmaß der psychischen Störungen ihrer Azubis im Einzelfall; viel zu oft wird das Verhalten einzelner Personen nur an der gesellschaftlichen _Norm_ gemessen. Wer kann schon erfassen, was in einem Menschen vorgeht, der jeden Tag, auf Grund einer Angststörung, zu spät zum Unterricht kommt? Wie aber soll in jedem Falle ein Jugendlicher erfassen, was es im Einzelfall für Emilie bedeutet, wenn jemand in dieser Problematik auf der Basis von Un- oder Halbwissen Äußerungen tätigt, die durchaus schmerzen? Ich möchte nicht jedem Poster automatisch unterstellen, dass er Emilie weh tun wollte, sie beleidigen wollte etc. Auch wenn es mit Sicherheit Beiträge gibt, die darauf abzielen.

- Das tritt natürlich ein gesamtgesellschaftliches Problem zu Tage: die Tatsache, dass erst gerade begonnen wird, über psychische Störungen zu sprechen, wenn auch manchmal nur in verbrämter Form: Dann ist von Burnout statt von einer Depression die Rede.....

Ich glaube mich dunkel (wie passend) daran erinnern zu können, dass es darum ging, dass sie mal wieder ihre Tabletten nehmen sollte - das macht aber nicht den Unterschied. Das Problem war eher, dass danach die Diskussion eskalierte (was eben genau bei WVC nicht in der Form passieren kann).

Ich bin bis heute aber der Meinung, dass man (ob nun Emilie oder einer ihrer Gehilfen) danach einen eklatanten Fehler gemacht hat. Man hätte auch einfach sagen können, genug diskutiert, wir beenden das Thema hier, da die Diskussion ausufert und nicht mehr zu einem Ergebnis führt; Thread geschlossen - fertig. Das wäre irgendwann in der Versenkung gelandet als eine weniger schöne Episode. Doch man hat es vorgezogen, mit einem Rundumschlag das Forum aufzuräumen (ich nenne es in dem konkreten Falle destruktive Zensur). Natürlich ist es das Recht von Emilie (oder den von ihr Beauftragten) dies zu tun - Hausrecht. Ich halte es aber nicht automatisch für eine kluge Entscheidung. Auf der einen Seite der Streisand-Effekt. Wer bis dahin noch nichts von den Querelen mitbekommen hat - der hat es spätestens jetzt. Die Diskussionskultur war danach merklich abgekühlt bzw. abgeflacht.

- Ihre Reaktion war natürlich nicht besonders schlau, aber es ist jetzt schwer zu ändern.


Wo gehen genau Unsachlichkeit, Verunglimpfung, Hass, das Schüren von Ängsten, Diffamierung etc. los? Wer sein Emilienchen nur wohlbehütet in seiner Traumwelt sieht und jede, selbst konstruktive Kritik, als Angriff auf Emilie sieht, wird sicher fast jede Äußerung jenseits von "ach ist das süß" als Hetze betrachten. Ich denke aber, dass es einfach effektiver ist, wenn man den Umgang mit (und auch das Ignorieren von) Beiträgen lernt, die nicht unbedingt dem eigenen Weltbild entsprechen und die durchaus darauf angelegt sind, zu provozieren, zu beleidigen etc. Aufmerksamkeit erlangen diese Beiträge erst, wenn wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Sicher fällt es schwer, diese zu ignorieren, aber genau dadurch strafen wir sie mit Bedeutungslosigkeit.
Erinnert euch mal, wen ihr z.B. zur Schulzeit gerne geärgert habt (oder gerade ärgert (für die Kleinen unter euch))! Es waren auf Dauer immer die, die sich auch offensichtlich erkennbar geärgert haben - Breitseite pur. Ich war in jungen Jahre bestimmt ein braver Schüler, habe aber selbst mal auf meinen TZ-Lehrer (TZ = Technisches Zeichnen) mit Stahlkrampen im Unterricht geschossen (wenn das meine Mutter wüsste ...). Der war aber so ein armeseliges Weichei, der dann heulend zum Direx gerannt ist, dass es sogar dem braven Schüler Gast eine gewisse Genugtuung verschafft hatte.

- Ehrlich gesagt, habe ich das Ärgern nicht ausprobiert, wurde allerdings etwas "gemobbt". Da hat dann Gegenwehr geholfen. Aber das Leute, die sich ärgern, Mobber anziehen, würde ich so nicht bestätigen. Es sind Leute, die durch irgend etwas auffallen und wenig soziale Unterstützung haben (Beispiel ich: Klassenwechsel, Freunde waren alle in anderen Klassen), und dann hängt es eben einfach auch vom Klima an einem Arbeitsplatz/in der Schule oder wo auch immer ab. Es existieren Untersuchungen, die belegen, dass Mobbing in bestimmten Abteilungen immer wieder auftritt, weil dort eben einige aggressive Täter aktiv sind. Kann ich so bestätigen: Ich war in einer berüchtigten Mobbing-Klasse, und da wurden gleich mehrere Opfer. Dann sind die Täter sitzen geblieben bzw. abgegangen, und das Problem hat sich gelöst.     

Auf Emilie gespiegelt: Sie sollte es lernen, mit solchen Themen etwas stärker umzugehen und auch mal die eine oder andere Äußerung einfach zu ignorieren; den persönlichen Schmerz, den im Einzelfall eine Äußerung bewirkt, kann sie sicher nicht lindern, wohl aber auf Dauer eine zu hohe Aufmerksamkeit diesbezüglich.

- Ein paar Mechanismen scheint sie ja entwickelt zu haben, wie sie im Video zeigt.

Ich sehe es als eine Art von Ventil. Was sich dort an Frust ablädt, auch an Beleidigungen etc. geht auf der einen Seite in den positiven Beiträgen unter (oder wird durch diese wieder relativiert), auf der anderen Seite entladen sich diese Leute nicht an anderer Stelle.

- Das ist allerdings wahr. Ich bin (auch auf anderen Foren, die sich nicht auf Emilie beziehen) manchmal sogar erleichtert, dass die Leute ihren Frust im Internet abladen und nicht auf ihre Familien losgehen (zumindest für eine Zeitlang....).

Ich finde es echt schade, dass es dieses WV-Confessions-Ding gibt, weil es meiner Meinung nach schon manchmal eine Hetzjagd ist.

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Es stimmt einen auch so hoffnungslos, was das Ziel betrifft, sich für die Antistigmatisierung von psychischen Störungen einzusetzen: So scheint es völlig egal zu sein, was man sagt, am Ende behaupten doch wieder viele Leute, dass sich jemand mit einer psychischen Störung herausreden wolle/keine hätte/eine andere hätte/ein böser Mensch sei/zu faul sei/selbst daran schuld sei etc. blablabla.

Siehe oben. Die wenigsten Menschen haben wirklich Erfahrungen im Umgang mit psychischen Störungen - ich weigere mich daher, insbesondere aus den Erfahrungen aus/mit meinem beruflichen Umfeld automatisch _jedem_ Vorsatz zu unterstellen. Es gibt IMHO genau so viele Menschen, die aus Unwissenheit Fehlurteile fällen. WQie gesagt, es ist (leider) Teil meines beruflichen Alltags.

- Nun ja, ich habe auch Erfahrung damit, und es ist natürlich zu hoffen, dass die Menschen nur aus Unkenntnis so reagieren wie sie es tun. Aber ich beobachte ebenso oft, dass manche einfach lernresistent sind. Sie kennen die Zusammenhänge eigentlich, genießen es aber, Sündenböcke zu haben. 

Ich versuche mal, den emotionalen Eintopf wieder zu ordnen. Da tauchen kurz hintereinander die Begriffe der freien Meinungsäußerung, von Privatsphäre, Paparazzi, Quark, investigativem Journalismus etc. auf.
Mir geht es in diesm Absatz so etwa wie mit der ersten Studio-Version von FLAG. Punktuell zuviel reingehauen - auch wenn ich durchaus verstehe, was dich bewegt. Ich versuche mal, etwas die einzelenen Punkte zu sortieren:

- Nun ja, natürlich habe ich hier viele Zusammenhänge miteingebracht, was mir auch bewusst war, aber ich wollte ja meinen Beitrag auch mal beenden.....
Ich weiß, dass Emilie nicht von Paparazzi verfolgt wird. Aber ich habe den Eindruck, dass insgesamt gerade eine Kultur existiert, die das Privatleben von Künstlern und Prominenten zu geringschätzt und sie zum Abschuss frei gibt (und zwar eine Kultur, die sich über Zeitungen, Zeitschriften und das Internet erstreckt und auf verschiedene Bereiche auswirkt). Hinzu kommen die Social Networks und Mobbing-Seiten aller Art. Meiner Meinung nach existiert da immer weniger Respekt vor der Privatsphäre.
Klar muss Emilie klar sein, dass sie sich als Künstler exponiert, aber sie kann die Entwicklung ja trotzdem kritisieren.
Investigativen Journalismus habe ich angesprochen, weil bei diesem wirklich ein legitimer Grund besteht, tiefer in die Privatsphäre einzudringen - um meinetwegen irgendeinen Finanzskandal aufzuklären. Im Falle von Prominenten erscheint es mir dagegen manchmal vorgeschoben, wenn Journalisten behaupten, deren Privatleben sei in allen seinen Facetten von öffentlichen Interesse. Ich wollte jetzt keinen investigativen Journalismus bei Emilie vorschlagen, sie wird ja wohl kaum Gelder veruntreut haben oder ähnliche Taten von gesellschaftlichem Belang begangen haben..... Ihre Familiengeschichte mag vielleicht nicht stimmen (oder metaphorisch gemeint sein: "Waise" aufgrund eines Konflikts oder Kontaktabbruchs), aber das ist für Otto-Normalverbraucher ziemlich unwichtig...

Quote
Seltsam finde ich auch, dass Emilie da Ereignisse, die vor drei Jahren oder wann auch immer stattgefunden haben (diese Auseinandersetzung auf dem Forum zum Beispiel), immer noch vorgehalten werden. Wer weiß, vielleicht sind es auch teilweise Emilies Ex-Verfolger aus Schul- und Jugendzeiten, die dauernd auf der Seite posten?

Und wir/ich haben auch gerade darüber diskutiert (siehe ganz weit oben). Ich gehe mal davon aus, dass niemand Emilie das Recht abspricht, welche Regeln sie z.B. in ihrem Forum anwendet. Ihr steht es ebenso zu, ihre Sicht zu der Diskussion bzgl. Aromaleigh zu kommunizieren. Diese Regeln, Meinungen etc. muss man deswegen, auch nach jahren nicht, teilen. Und bei 9437 aktuellen Forenmitgliedern im OF (ich dachte, das sind längst über 10.000 ...), muss man einfach damit rechnen, dass bestimmte Themen immer wieder mal hochkommen.
Falls hier und da Emilie mittlerweile ein anderes Weltbild hat, so sollte sie auch die Stärke besitzen, dies zu kommunizieren. Niemand ist vollkommen, jeder macht Fehler, wir alle erlangen im Laufe unseres Lebens neue Erfahrungen. Die Frage ist eher, _wie_ wir damit umgehen. Leider besitzt Emilie nicht die Stärke, mit Konflikten, Kritiken oder gar offensiven Angriffen entsprechend umzugehen. Da kämpft sie doch eher wie ein kleines Mädchen ... 

- Offenheit würde natürlich mehr bringen. Trotzdem finde ich es strange, wenn die Confessions-Mitglieder zum gefühlten 1000. Mal mit dem Tee-Incident oder den Pasties ankommen. Da wirkt es dann so, als ob die Mitglieder auf Teufel komm raus die Diskussion in Gang halten müssen. Das muss doch auch den Lesern irgendwann zu langweilig werden?
 

Offline Tom

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« Reply #10 on: February 21, 2012, 10:03:13 pm »
Ist das ganze überhaupt ein so großes Thema?
Auf tumblr findet man doch für jede Confession eine Vielzahl positiver Reaktionen auf die neuen Songs und die FLAG-Tour, oder?
Und die sind weder anonymisiert, noch von anonymen Moderatoren ausgesucht.

Offline Cylorie

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« Reply #11 on: February 22, 2012, 04:29:39 pm »
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Wieso erschreckt?
Das hat ja aber auch eine positive Seite. Schlimmer wäre es IMHO, wenn Emilie (fast) nicht wahrgenommen würde. Eine aktive Auseinandersetzung (und die findet aller gefühlten paar Jahre ja auch hier im Forum statt), ist doch eigentlich Wasser auf die Mühlen eines jeden Künstlers.

habe wohl eine unglückliche Formulierung gewählt.
Es geht nicht um das Auseinandersetzen mit der Musik (und allem drum und dran) an sich, die ich befürworte und gerade bei Emilie sehr angebracht ist, da man viele verschiedene Dinge hineininterpretieren kann, sondern um die Verbissenheit mit der manche an die Sache herangehen.
Es werden einzelne Zeilen aus dem Kontext gerissen und verteufelt. FLAG ist dann absolut sexistisch und wegen GGG hat Emilie natürlich keine Ahnung von Elektroschocktherapie und der Medizin des 19. Jahrhunderts. Wobei es in dem Song gehen könnte, was es villt. für einen selbst bedeuten kann (ich denke vor dem Buch haben viele Fans weitaus unabhängiger interpretiert).

Was ich recht eigenartig fand' (und ich weiß, ich könnte mit meiner Meinung recht alleine dastehen) war eine "Confession" über einen twitter-post von Emilie, in dem sie zu einem Fan sagte: "Go as a shizophrenic creature, who can't decide" (der Kontext ist dabei weites gehend irrelevant, aber es wird halt klar deutlich, dass es sich um einen Scherz handelte).
Daraufhin gingen viele auf Emilie los und bezeichneten sie als behindertenfeindlich, da sie einen Scherz über eine ernsthafte Krankheit gemacht hat.
Ich fand das alles... eigenartig. Da werden viele Dinge kritisiert, die uns entweder nichts angehen oder die ganz einfach unwichtig sind.

Offline Flaxen Millicent

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« Reply #12 on: February 22, 2012, 10:03:50 pm »
Emilie ist nicht kritikfähig? Könnt ihr es mal erläutern, vllt mit einem Beispiel?

Offline Gast

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« Reply #13 on: February 23, 2012, 09:42:32 pm »
Leider sucht es sich in Twitter nicht besonders gut, die Suche selbst findet in der Regel nur jüngere Beiträge, da der Index wohl total überlastet ist. Und einen Hashtag #EA-is-pissed habe ich auch nicht gefunden. Im OF wurde ja aufgeräumt, so dass man bestimmte Postings, insbesondere auch von EA, nicht mehr findet. Einige Suchbegriffe stehen wohl auch auf einer Blacklist.

Zu den Ereignissen, die zur "Neuordnung" des OF führten (also, als EA mal Tee trinken sollte), der Geschichte mit Aromaligh oder der Trennung von Trisol wirst du eh nur noch Fragmente im OF finden bzw. abschließende Statements.
Die Sache mit Trisol und Bunny sollten wir mal ruhen lassen (einen kleinen Einblick in die Ereignisse findet der interessierte Muffin hier im Forum).
Zu Aromaleigh habe ich noch eine kleine Rarität, da das Original nicht mehr im Netz zu finden ist. Zwar nicht EAs Beiträge, aber Kristens Post "Aromaleigh Rocks! announces retraction of Emilie Autumn sponsorship 2/27/10 (UPDATED)". Wenn es interessiert, kann ichs ja nochmal posten.

 
OT:
le­sen
Wortart: starkes Verb
Worttrennung: le|sen
Beispiele:du liest; er liest; du lasest, seltener last; du läsest; gelesen; lies! (Abkürzung l.)


„Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.“
François de La Rochefoucauld

Offline Tom

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« Reply #14 on: February 24, 2012, 12:02:13 am »
Ich bin auch nicht kritikfähig.

Test auf Kritikfähigkeit

Das ist meine "Wayward Victorian Confession".  ;)
« Last Edit: February 24, 2012, 12:24:29 am by Tom »