Author Topic: Der Niedergang des Buchhandels  (Read 7151 times)

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Der Niedergang des Buchhandels
« on: September 26, 2011, 08:16:20 pm »
Hmph.

Ompf.

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Ich hab nun also den Bericht gelesen und er war gut, wirklich. Aber irgendwo war es zu erwarten. Die Ketten verdraengen nunmal diese... Einzelunternehmer (sofern man das so nennen kann) und scheffeln dabei unheimlich viel Kohle. Die waeren schoen bloed, wenn die das Geld nicht haben wollen wuerden. Die sind, wenn das im Bericht stimmen sollte, sehr kommerziell ausgerichtet. Na und? Sie haben doch offensichtlich Erfolg damit.

Darum geht es nicht. Ein Unternehmen muss und soll Geld verdienen. Das gilt für ASP ebenso wie für Thalia. Dafür muss man auch heute wohl nicht mehr als "Das Kapital" (Band 1) von Karl Marx gelesen haben.
Das Problem ist der Preis, den wir alle dafür zahlen. Und ich meine damit nicht den Preis in Euro, sondern die daraus resultierende Qualität des Angebotes. Bestimmte Verlage/Autoren erscheinen überhaupt nicht mehr auf der Bildfläche. Frag mal nach Henrik Pontoppidan/Hans im Glück (weil ich es hier gerade stehen habe). Oder die Qualität der Übersetzungen; ich war mal mit einer Edgar Allan Poe Ausgabe auf die Fresse gefallen - die Übersetzung war so grottenschlecht, dass ich mich dafür heute noch prügeln könnte.   

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Es ist schade was die Verlage und deren genoetigte 'Erpressung' angeht. Aber ich denke, so laeuft das heutzutage einfach. Es geht nurnoch um Geld und Macht. Thalia hat es geschafft.

Klingt nach Fatalismus (ist auch so schön bequem ...).

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Es gibt doch in Deutschland auch eigentlich kaum andere Fast-Food-Burger-Restaurants neben McDonald's und Burger King. Wenn es das mal gab, so wurde es verdraengt. So wie Thalia nun die kleinen Buchlaeden verdraengt.

Beim Schnelllebensmittelanbieter stört mich das eigentlich nicht. Da gibt es genügend Alternativen, wenn es nicht ausgerechnet ein Burger wie von McD sein muss. Und ich selbst war wohl schon etliche Jahre nicht mehr drin.

Das Problem ist nicht (nur), dass ich immer weniger Auswahl bezüglich der Ladengeschäfte habe, sondern dass mit den wenigen Großen wie Thalia, Hugendubel etc. letztlich direkt oder indirekt diktiert wird, was auf den Markt kommt.

Vielleicht wird es deutlicher, wenn wir es am Beispiel der Musik machen. Sortiere mal aus deine Musiksammlung alles aus, was nicht bei den Major Labels erschienen ist.
Also:
Universal Music Group: MCA Records, Motown, Geffen, Lost Highway, Polydor, Island Records, Def Jam, X-Cell Records, Interscope Records
Warner Music Group: Atlantic, Rhino, Elektra, Sire, Reprise, WEA, Roadrunner
EMI Group: EMI, Blue Note, Capitol, Charisma, Chrysalis, Mute Records, Odeon, Parlophone, HMV, Virgin
Sony Music Entertainment: Sony Music, Columbia, Epic, CBS, Arista Records, RCA Four Music

Also bei mir bleibt da nicht viel übrig. Und so, wie bei den Majors eben ein paar Künstler auf der Strecke bleiben, wenn sie sich dem Mainstream nicht unterordnen, so ist es bei den Verlagen halt auch. Der Graf hat seine Seele verkauft, ASP ist sich treu geblieben, Amanda Palmer hat sich von Roadrunners losgerissen. Auf dem Musikmarkt funktionieren die kleinen Labels um den Preis des großen Geldes noch einigermaßen - auf dem Buchmarkt sieht es da schon anders aus. Autoren brauchen Verlage, Lektoren etc.; die Verlage überleben aber auch nur, wenn sie ihre Auflagen an den Mann bringen können. Und dann bestimmen Thalia und Co., ob uns die Vampirbuch Welle oder die Kochbuch Welle oder die Feng Shui Welle zu gefallen haben.

Mag ja sein, dass dir das egal ist. Vielleicht ist es dir auch in der Musik egal und du hörst dann eben auch Tokio Hotel, weil, das ist gerade mal eben so ... Können wir ja nix dafür, dass die kleinen Künstler gefressen wurden.

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...
Und damit komme ich zum letzten Punkt; ein Ding, das mich da an dem Text gestoert hat, ist die Tatsache, dass die Buecher darstellen, als waeren Buecher ja SO viel besser als alles andere.
Ich hege und pflege und liebe meine Buecher. Das steht ausser Frage. Aber es sind immernoch 'nur' Gegenstaende, die verkauft werden wie auch sonst alles.

Nun ja. Wenn für dich Bücher auf dem gleichen Level wie eine Tüte Chips rangieren, dann betrachte ich die Thematik an dieser Stelle als gegessen.  Auf der anderen Seite hegst, pflegst und liebst du diene Bücher - das erweckt den Anschein, dass sie dir wohl auch noch einen immateriellen Wert, jenseits eines Haufens bedruckten Papiers, darstellen.
Fragend?

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Vielleicht habe ich den Bericht auch nicht verstanden oder habe einen zu kommerziellen Blickwinkel entwickelt, aber so stelle ich mir unsere Gesellschaft vor. Fressen und Gefressen werde. Es ist nicht schoen, aber es ist die Wahrheit.
Es kann auch sein, dass mir der Bezug dazu fehlt, den was mich als Endverbraucher interessiert, ist das Buch, das ich haben will und bei Thalia bekomme. Mag sein, dass diese Einstellung falsch ist, aber so denke ich jetzt nuneinmal.

Wieder Fatalismus. ICH gebe mich damit nicht zufrieden. Ich gebe mich nicht mit dem überteuerten Angebot von Media Markt und Saturn zufrieden. Und ebenso würde dem Buchhandel und damit dem Markt an Literatur ein gesunder Wettbewerb gut tun. So, wie Microsoft oder Intel nur Dank eines Wettbewerbs  ihren Arsch hochbekommen haben. Ansonsten wird wohl aus unserer Zeit eines Tages nur ein Haufen Trivialliteratur übrig bleiben - wenn überhaupt.
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Oh my, wir sollten 'nen eigenen Thread eroeffnen und nicht diese Vorstellung dafuer nutzen.
Was ich hiermit getan habe.


„Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.“
François de La Rochefoucauld

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Der Niedergang des Buchhandels
« Reply #1 on: September 26, 2011, 09:06:42 pm »
Jep, du hast recht.
Ich will da auch garnicht versuchen gegen anzureden, es ist so.
Dass diese kleineren Verlage dadurch 'aussterben' ist wirklich schade, und stinkt mir auch irgendwo. Denn man moechte als Verbraucher ja dennoch die Auswahl haben. Und es waere eine Schande wenn ein Buch daran scheitert, weil der Verlag es sich nicht leisten kann, das Buch zu veroeffentlichen, weil Thalia zu hohe Preise fordert, bzw. man nichts von einem gutem Buch erfaehrt, weil es die Werbung von Thalia nicht zulaesst.
Aber was koennte ich dagegen tun? In die andere Buchhandlung der Stadt gehe ich nicht gern, weil dort die Auswahl viel kleiner ist und ich die Beratung bei Thalia hier in ZW persoenlich viel angenehmer finde. Wie gesagt beziehe ich mich ja auch nur auf die Filiale hier, ich war in noch keiner anderen wenn ich mich recht entsinne.

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Oder die Qualität der Übersetzungen; ich war mal mit einer Edgar Allan Poe Ausgabe auf die Fresse gefallen - die Übersetzung war so grottenschlecht, dass ich mich dafür heute noch prügeln könnte.
Oh ja, gerade bei Poe ist es mir auch schon mehrfach aufgefallen, weswegen ich das auch nur auf Englisch lese/gelesen habe. Bei vielen Dingen fehlt mir auch der Vergleich, denn vorallem brittische Literatur (Stoker, Shelley, Carroll, etc.) lese ich sowieso nur auf Englisch. Poe ist amerikanisch, ich weiss, aber ich kam gerade wegen dem Englischen darauf. Und schlechte Uebersetzungen sind wirklich nicht schoen, egal ob Film, Buch, oder Videospiel. Und die folgende Frage ist jetzt wirklich nur, weil ich es nicht verstehe; wie haengt die Qualitaet einer Uebersetzung mit den kleinen Verlagen oder Thalia zusammen...? Erschliesst sich mir nicht, und das ist wirklich nicht schnippisch, rhetorisch oder zynisch oder sonst wie gemeint.

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Und dann bestimmen Thalia und Co., ob uns die Vampirbuch Welle oder die Kochbuch Welle oder die Feng Shui Welle zu gefallen haben.
Wahr. Das ist ein Punkt, ueber den ich aber auch schon vor einiger Zeit mal gestolpert bin. Nur hatte ich es mir dann so erklaert, dass die Leute  momentan drauf abfahren, deswegen kaufen, und Thalia und andere Buchhandlungen das dann zu dem Zeitpunkt halt auch fuehren. Die Leute wollen Vampire, also kriegen sie die. So simpel habe ich es mir wirklich erklaert. Aber dass das komplizierter ist, hab ich mir schon irgendwo gedacht.

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Nun ja. Wenn für dich Bücher auf dem gleichen Level wie eine Tüte Chips rangieren, dann betrachte ich die Thematik an dieser Stelle als gegessen.
Ich persoenlich habe meine Buecher gerne, ja, deswegen bevorzuge ich ein Buch auch ueber 'ne Tuete Chips, vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrueckt, aber es ist eine Ware. Das wurde ja auch in dem Bericht so gesagt, aber es ist doch rein prinzipiell genauso eine Ware wie DVD's, CD's und Videospiele auch. (Ich habe mal jetzt bewusst keine Nahrungsmittel oder aehnliches genannt, eben wegen der Endlichkeit dieser Produkte. Ein Buch kann ich wieder und wieder lesen, was es fuer mich schon davon abgrenzt, 'endlich' in dem Sinne zu sein. Also ich hab ganz einfach mehr und laenger was davon.)
EDIT: Weil vergessen; natuerlich verbinde ich trotzdem dann was mit meinen Buechern und auch anderen Dingen, weswegen ich die hege und pflege, aber sind es nicht dennoch genauso kaufbare Gegenstaende? Man kauft sie, verschenkt sie, etc. Das wollte ich nur damit sagen.

Der Aufgabe mit den CD's sollte ich mich vielleicht wirklich mal widmen, es waere mal interessant zu sehen.

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Ansonsten wird wohl aus unserer Zeit eines Tages nur ein Haufen Trivialliteratur übrig bleiben - wenn überhaupt.
Das ist auch meine Befuerchtung. Ich moechte nicht, dass die Literatur untergeht. Ich bin Verfechter der E-Books und grosser Freund der Buecher; die tragen so viel Sprache in sich, aber ich wuerde es nur ungern erleben, dass in 50 Jahren so Trashromane als Literatur gelten. Das waere einfach furchtbar.

Ich rede wirr... Verzeih.
Schneewittchen: Ich find' dich so geil.Doomsday Penguin <- Update am 29.10.2011!

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Der Niedergang des Buchhandels
« Reply #2 on: September 27, 2011, 07:52:36 pm »
Jep, du hast recht.
:) Aber es geht ja nicht ums Recht haben; ich stelle ja auch nur meine Meinung zur Diskussion, die auch mal falsch sein kann oder nicht von jedem geteilt wird. Und manchmal bedarf es sicher auch einer gewissen Direktheit oder provokanten Diskussionsgrundlage, um andere zum Nachdenken zu animieren.

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Dass diese kleineren Verlage dadurch 'aussterben' ist wirklich schade, und stinkt mir auch irgendwo. Denn man moechte als Verbraucher ja dennoch die Auswahl haben. Und es waere eine Schande wenn ein Buch daran scheitert, weil der Verlag es sich nicht leisten kann, das Buch zu veroeffentlichen, weil Thalia zu hohe Preise fordert, bzw. man nichts von einem gutem Buch erfaehrt, weil es die Werbung von Thalia nicht zulaesst.

Ich sehe schon, da habe ich jetzt was angezettelt, also muss ich mich in die Tasten werfen (Strafe muss sein). Sicher werden nicht alle kleinen Verlage aussterben und auch nicht alle kleinen Buchhändler; für Verlage wird es Nischen geben, die die großen Verlage wegen zu kleiner Auflagen etc. nicht bedienen werden. Ebenso kann sich hier und da ein Buchhändler profilieren. Beide werden aber meist kleinere Brötchen backen müssen. Auf jeden Fall geht Vielfalt und Wettbewerb verloren, wie wir es ja auch in anderen Handelsbereichen schon längst vorfinden. Zum Einen wird mit Eigenmarken gearbeitet, die einen Preisvergleich unmöglich machen. Ob nun Balea bei DM, Koenic bei Mediamarkt/Saturn, Weltbild (eigener Verlag) im Buchhandel. So, wie heute der Kampf ums Listen einer Marke im Supermarkt geführt wird, ist er halt auch im Buchhandel. Ob nun bei Supermarkt ABC die Marke X oder Y den Weg ins Kühlregal findet, das wird nicht nur über den Preis entschieden. Mal muss die Kühltechnik erneuert werden, mal wird einen neue Hebebühne an der Warenannahme benötigt und erst recht kann man sich beim Neubau eines Supermarktes erkenntlich zeigen. Darüber spricht man in der Öffentlichkeit ebenso wenig wie bei Thalia. Und so wird, trotz der Spitzenqualität, meiner Rasierseife von Proraso wohl auch zukünftig kein Platz neben den angeblichen Marktführern Gil**** und Wilk***** im Regal der Drogerieketten beschieden sein. Es hat also bei meiner Rasierseife auch nichts mit der Qualität des Produktes zu tun - es rechnet sich nicht (obwohl ich gerne mehr bezahle). Und im Buchhandel das gleiche Bild. Auf den ersten Blick Vielfalt, aber wenn der Kunde nur die Vorauswahl des Handels vorgesetzt bekommt, kann er auch kaum qualitative Vergleiche machen. Dass es vielleicht von einem anderen Verlag eine schönere Ausgabe mit tollen Illustrationen, besserer Typografie etc. gibt, wird er nie vor Ort zu Gesicht bekommen.
Ein kleiner Verlag wird sich auch kaum den Kauf des Titels "Buch des Monats" oder große Promoaktionen in den Medien leisten können. Ist ja im Musikgeschäft nicht anders. Da kommts drauf an, wer in die Charts kommt und jeden Tag im Radio gedudelt wird oder mal bei Raab auftreten darf.

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Aber was koennte ich dagegen tun? In die andere Buchhandlung der Stadt gehe ich nicht gern, weil dort die Auswahl viel kleiner ist und ich die Beratung bei Thalia hier in ZW persoenlich viel angenehmer finde. Wie gesagt beziehe ich mich ja auch nur auf die Filiale hier, ich war in noch keiner anderen wenn ich mich recht entsinne.

Solche Sachen sind sicher oft vom Engagement des einzelnen Mitarbeiters abhängig. Ich habe auch schon im Mediamarkt fachkundige Beratung bekommen, auch wenn das nicht typisch ist. Es kann aber auch schnell umgekehrt sein. Erst vor kurzem hat ein Freund einer meiner Töchter bei Thalia gezielt nach einer bessern Ausgabe eines Shakespeare-Werkes nachgefragt. Antwort: "Für die Schule reicht Reclam, da brauchen se nicht mehr." Gut dass ich nicht dabei war ...

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Oder die Qualität der Übersetzungen; ich war mal mit einer Edgar Allan Poe Ausgabe auf die Fresse gefallen - die Übersetzung war so grottenschlecht, dass ich mich dafür heute noch prügeln könnte.
Oh ja, gerade bei Poe ist es mir auch schon mehrfach aufgefallen, weswegen ich das auch nur auf Englisch lese/gelesen habe. Bei vielen Dingen fehlt mir auch der Vergleich, denn vorallem brittische Literatur (Stoker, Shelley, Carroll, etc.) lese ich sowieso nur auf Englisch. Poe ist amerikanisch, ich weiss, aber ich kam gerade wegen dem Englischen darauf. Und schlechte Uebersetzungen sind wirklich nicht schoen, egal ob Film, Buch, oder Videospiel. Und die folgende Frage ist jetzt wirklich nur, weil ich es nicht verstehe; wie haengt die Qualitaet einer Uebersetzung mit den kleinen Verlagen oder Thalia zusammen...? Erschliesst sich mir nicht, und das ist wirklich nicht schnippisch, rhetorisch oder zynisch oder sonst wie gemeint.

Es ist schlicht wieder die Frage des Geldes. Eine gute Übersetzung bedarf ja nicht nur eines guten Übersetzers an sich. Es bedarf ja auch der stilistischen Überarbeitung entsprechend der Zeit in der die Handlung spielt bzw. handelt es sich bei der Wortwahl ja auch oft um Nuancen, die hier die Übersetzung im Sinne des Autors ausmachen; eine 100% korrekte Übertragung in eine andere Sprache wird eh nie möglich sein. Und dann sollte alles noch mal Korrektur gelesen werden (unter Berücksichtigung zeitgenössischer Schreibweisen ...). Dann eine tolle Typografie und schöne Illustrationen, Halbleineneinband, Ziegenlederrücken mit Goldprägung, ... Ok. ich komme wieder ins Schwelgen.

Also bleibt nur eine preiswerte Übersetzung bzw. der Erwerb der Rechte an einer vorhandenen (schlechten) Übersetzung ... Und da man, um bei E. A. Poe zu bleiben, seine Geschichten nicht mehr in Bestsellerauflagen an den Mann bringen kann, rentiert sich das halt kaum oder nicht.   

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Und dann bestimmen Thalia und Co., ob uns die Vampirbuch Welle oder die Kochbuch Welle oder die Feng Shui Welle zu gefallen haben.
Wahr. Das ist ein Punkt, ueber den ich aber auch schon vor einiger Zeit mal gestolpert bin. Nur hatte ich es mir dann so erklaert, dass die Leute  momentan drauf abfahren, deswegen kaufen, und Thalia und andere Buchhandlungen das dann zu dem Zeitpunkt halt auch fuehren. Die Leute wollen Vampire, also kriegen sie die. So simpel habe ich es mir wirklich erklaert. Aber dass das komplizierter ist, hab ich mir schon irgendwo gedacht.

Bis(s) zum Morgengrauen war es da noch relativ ruhig bei den Vampiren. Buch kam an und dann rollt halt die Marketingmaschine an, und man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, wer neben Stephenie Meyer noch so alles meterweise rund um Vampire in kürzester Zeit zusammenschreibt. Dann werden die Paletten mit den Büchern zum Bestsellerthema in den Eingangsbereich gekarrt und jeder glaubt (oder soll es), dass jeder Vampirgeschichten haben will - also wird zugelangt, man will ja mit dabei sein und sich mit anderen drüber unterhalten (können).

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Ich persoenlich habe meine Buecher gerne, ja, deswegen bevorzuge ich ein Buch auch ueber 'ne Tuete Chips, vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrueckt, aber es ist eine Ware. Das wurde ja auch in dem Bericht so gesagt, aber es ist doch rein prinzipiell genauso eine Ware wie DVD's, CD's und Videospiele auch. (Ich habe mal jetzt bewusst keine Nahrungsmittel oder aehnliches genannt, eben wegen der Endlichkeit dieser Produkte. Ein Buch kann ich wieder und wieder lesen, was es fuer mich schon davon abgrenzt, 'endlich' in dem Sinne zu sein. Also ich hab ganz einfach mehr und laenger was davon.)
EDIT: Weil vergessen; natuerlich verbinde ich trotzdem dann was mit meinen Buechern und auch anderen Dingen, weswegen ich die hege und pflege, aber sind es nicht dennoch genauso kaufbare Gegenstaende? Man kauft sie, verschenkt sie, etc. Das wollte ich nur damit sagen.

Man kann ja nochmal zwischen schöngeistiger Literatur, Sach- und Fachbüchern etc. unterscheiden. Wenn es nun nicht gerade ein Fachbuch ist, so stellt ein Buch neben dem rein in Buchstaben auf Papier gebrachten Inhalt ja auch durchaus auch ein sinnliches Erlebnis dar. Von der Haptik, der Typografie, dem Papier, dem Geruch, Illustrationen, ... Bei den Büchern ist es wie beim Essen. Zum satt werden reicht auch eine billige Tiefkühlpizza mit fragwürdigem Belag. Aber es ist auch mal schön, ein liebevoll zubereitetes Menü in Ruhe zu genießen; bessere Zutaten, bessere Verarbeitung, Gewürze statt Glutamat, die Optik ...

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Ansonsten wird wohl aus unserer Zeit eines Tages nur ein Haufen Trivialliteratur übrig bleiben - wenn überhaupt.
Das ist auch meine Befuerchtung. Ich moechte nicht, dass die Literatur untergeht. Ich bin Verfechter der E-Books und grosser Freund der Buecher; die tragen so viel Sprache in sich, aber ich wuerde es nur ungern erleben, dass in 50 Jahren so Trashromane als Literatur gelten. Das waere einfach furchtbar.

Bei den Plastikbrettern, ähm eBooks, habe ich auch noch so meine Probleme. Einziger Vorteil ist in meinen Augen, dass ich platzsparend (und leichtgewichtig) eine Unmenge an Text mit mir rumschleppen kann. Ist im Urlaub, in der Bahn etc. sicher toll. Und beim Umzug - ich habe mal einem Bücherfreund beim Umzug in einen Plattenbau 6. Etage ohne Aufzug geholfen; glücklicherweise war ich damals noch etwas jünger.
Einmal stört mich das DRM bei etlichen Büchern/Anbietern. Das macht das Handling z.B. beim schnellen Verleihen einfach unpraktisch.
Zum runterschwarten von Büchern reicht es. Die eBooks können aber leider nicht mit bewusst gestaltetem Layout und Typografie oder gar höherwertigen Grafikdarstellungen (Farbe) aufwarten. Als Ergänzung zum richtigen Buch, für mich - wenn die PDF-Darstellung mal besser geworden ist - auch für Fachliteratur, Datenblätter etc., kann ich es mir schon vorstellen.

An dem Punkt müsste ich gleich mal was zum digitalen Vergessen schreiben. Das geht jetzt aber zu weit. Wird vielleicht mal ein eigenes Thema oder ich Blogse es.

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Ich rede wirr... Verzeih.

Und ich erst - hochschau ... :roll:


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Der Niedergang des Buchhandels
« Reply #3 on: September 28, 2011, 04:02:39 pm »
So, gestern bereits gelesen, aber gestern nicht mehr die Zeit gehabt noch so viel zu tippen und ich bezweifel, dass dieser Post jetzt sehr lang werden wird.

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Auf jeden Fall geht Vielfalt und Wettbewerb verloren, wie wir es ja auch in anderen Handelsbereichen schon längst vorfinden.
Das mag sein, aber so extrem war doch ein 'Wettbewerb' zwischen den Buchhaendlern noch nicht vorhanden, oder? Schliesslich sind Buecher ja preisgebunden. Somit bezahle ich fuer mein Buch ueberall dasselbe. Demnach kommt es ja doch wieder auf andere Dinge wie Service, etc. an. Und da besteht der Wettbewerb, das ist klar. ... Vermutlich genau wie bei dem Bestehen auch.
Wobei mir die naechste Frage einfaellt; wuerden denn die geforderten Prozente von Thalia, wenn sie wieder diese Verlagsliste erstellen, dazu fuehren, dass der andere, kleine Buchhaendler weniger Prozente bekommt? Klar, man kann davon ausgehen, dass die kleineren Buchhandlungen (also keine Ketten) garnicht erst so viel fordern und im Endeffekt mehr zahlen als Thalia, aber reicht dieser Unterschied schon dafuer aus, dass die Buchhaendler grosse Verluste in dem Sinne machen? Muessten die Verlage nicht selbst versuchen die kleineren Buchhaendler zu foerdern, eben um diese 'Ausbeutung' von Thalia zu stoppen? Naja, das wird vermutlich nicht moeglich sein, weil Thalia an der Macht ist und ich stell mir das wieder zu einfach vor... Hey, ich habe mir soeben eine eigene Zwickmuehle gebaut. Ueberhaupt war dieser ganze Absatz mehr Monolog als ein prduktiver Beitrag zum Thema. Naja.

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Dass es vielleicht von einem anderen Verlag eine schönere Ausgabe mit tollen Illustrationen, besserer Typografie etc. gibt, wird er nie vor Ort zu Gesicht bekommen.
Ja, das mag sein, aber ich denke mal, dass sich viele Leute auch zuvor im Internet erkunden werden, was es fuer Ausgaben von dem Buch gibt, bzw. werden vermutlich einige darueber stolpern, wenn sie sich ueber das Buch informieren. Buecher blind zu kaufen ist zum Beispiel wirklich nicht mein Fall. Schade wird's meiner Meinung nach erst wieder, wenn man das Buch, beziehungsweise diese spezielle Ausgabe/Auflage garnicht erst zu Gesicht bekommt, weil sich der Verlag es sich nicht leisten kann sie rauszubringen, weil Thalia so viel fordert. Auf der anderen Seite denke ich mir dann; "Was ich nicht kenne, kann ich auch nur schwer vermissen.". Vielleicht gab es von einigen meiner Buecher ja bereits schoenere Auflagen oder solche Auflagen waren in Planung, aber ich habe sie nie zu Gesicht bekommen. Ein gutes Buch war es dann ja dennoch. Das ist eventuell auch nur wieder ein persoenlicher Tick von mir, aber wenn ein Buch nur aus geradlinigem Text besteht, ist es auch gut. Mit schoener Typografie (meine englische Auflage von Stoker's Dracula mit phantastischen Illsutrationen in Farbe, genialer Typografie, und Hardcover steht noch ungelesen im Schrank.), faszinierenden Bildern (wie bei Brom's Kinderdieb) oder einfach einer so unglaublich aufwaendigen Aufmachung wie bei Danielewski's 'House Of Leaves' wird alles schoener... Meh, beim Schreiben dieses Satzes habe ich gemerkt, dass ich die genannten Beispiele unter keinen Umstaenden missen moechte. Schoen, der zweite Schuss ins eigene Knie innerhalb diesen Beitrags.

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Ein kleiner Verlag wird sich auch kaum den Kauf des Titels "Buch des Monats" oder große Promoaktionen in den Medien leisten können. Ist ja im Musikgeschäft nicht anders. Da kommts drauf an, wer in die Charts kommt und jeden Tag im Radio gedudelt wird oder mal bei Raab auftreten darf.
Richtig, bisher dachte ich allerdings auch, dass sich irgendwelche grossen Tiere in der Thalia-Hierarchie einfach dazu entscheiden, einer Neuerscheinung diesen Titel zu geben, um dem Buch einen Gefallen zu tun oder weil es ihnen besonders gut gefaellt. Wobei das auch falsch ausgedrueckt ist; ich hatte einfach nie daran gedacht, dass sich dieser Titel fuer viel zu viel Geld erkauft werden muss. (Das sagt schon alles ueber meine Ahnung, nicht?) Ich muss aber schon sagen, dass es irgendwie ein Unding ist... Da koennte sogar der letzte Stuss zum 'Buch Des Monats' gekuehrt werden, eben weil der Verlag mal gerade das Geld fuer diese Promotion hatte. Eine andere Neuerscheinung, die wohlmoeglich sogar rein objektiv betrachtet um Meilen besser ist und einem auch von jedem Buchhaendler empfohlen wird, geht dabei unter. Es ist schade darum. Einfach schade und traurig.

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Erst vor kurzem hat ein Freund einer meiner Töchter bei Thalia gezielt nach einer bessern Ausgabe eines Shakespeare-Werkes nachgefragt. Antwort: "Für die Schule reicht Reclam, da brauchen se nicht mehr." Gut dass ich nicht dabei war...
Oh Himmel... Das ist schon relativ grenzwertig und dreist. Also, klar, Reclam reicht wirklich fuer die Schule, zumindest von dem was ich bisher erlebt habe. Da geht es ja dem Lehrer eh darum, dass man den Inhalt hat. Aber wenn jemand doch gezielt nach einer besseren Ausgabe fragt, ist das ein Unding diesen Wunsch zu verwehren. Das klang jetzt geschwollen, aber da sollte sich doch der Buchhaendler schon freuen, dass da ueberhaupt das Interesse an der brittischen Literatur besteht. Auch wenn ich immerwieder nur den Vergleich mit der Thalia-Filiale hier habe, kann ich sicher sagen, dass es hier nicht so waere. Bei meinem Praktikum dort habe ich mich ja auch mal um die verschiedenen Auflagen um Herr Der Ringe informiert, bzw. nachgefragt (nicht weil mich die Saga interessiert (das tut sie naemlich nicht), sondern weil die Preise und Auflagen SEHR stark variieren.) und man konnte mir auf Anhieb sehr viele Informationen geben, mir wurden die Auflagen gezeigt, mir wurde gezeigt weshalb diese Auflage so unverschaemt teuer erscheint, im Grunde aber einen sehr gerechtfertigten Preis hat. Und eben weil ich ganz gerne lese und dementsprechend auch viel bei Thalia bin, hatte ich bisher auch die Vorstellung, dass es in anderen Thalia-Geschaeften genauso ablaeuft. Ich kann jedem versichern, dass man hier wirklich von Leuten beraten wird, denen ihr Beruf Spass macht und die auch gerne Buecher an den Mann bringen. Vielleicht ist auch das der Grund, weshalb ich mir anfangs (!) schon fast auf den Schlipps getreten fuehlte, als du sagtest, du muesstest brechen, wenn du Thalia und Buchhandel in einem Satz liest. Schliesslich konnte ich noch nie irgendetwas Negatives ueber Thalia in ZW berichten und habe mich immer total gerne in dem Laden aufgehalten (und tue dies immernoch), weil man sich dort wohlfuehlt. Klar, jeder hat da eine andere Vorstellung von, wie das alles aussehen sollte und so, aber ich hatte auch nicht dieses Hintergrundwissen ueber diese Ausbeutung. Und wahr haben will ich die immernoch nicht so recht.

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Es ist schlicht wieder die Frage des Geldes. Eine gute Übersetzung bedarf ja nicht nur eines guten Übersetzers an sich. Es bedarf ja auch der stilistischen Überarbeitung entsprechend der Zeit in der die Handlung spielt bzw. handelt es sich bei der Wortwahl ja auch oft um Nuancen, die hier die Übersetzung im Sinne des Autors ausmachen; eine 100% korrekte Übertragung in eine andere Sprache wird eh nie möglich sein. Und dann sollte alles noch mal Korrektur gelesen werden (unter Berücksichtigung zeitgenössischer Schreibweisen ...).
Und lass mich raten; Thalia haette dieses Geld und will es nicht dafuer ausgeben...? Ich weiss es nicht. Ich wage zu bezweifeln, dass selbst ein so grosser Konzern (selbst wenn er noch so gewinnorientiert ist), einen Pfuscher oder Amateur ans Werk laesst. Besonders bei so Dingen wie Poe. Natuerlich wird wohl keine neue Uebersetzung mehr herauskommen, aber wuerden nicht die Leser bei einer miesen Uebersetzung Radau machen...? Oh. Well. Knieschuss Nummer drei; wer ueberhaupt erst die Fehler merkt, wird Englisch koennen und liest es dann vermutlich eh eher auf Englisch. Autsch.

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Bei den Büchern ist es wie beim Essen. Zum satt werden reicht auch eine billige Tiefkühlpizza mit fragwürdigem Belag. Aber es ist auch mal schön, ein liebevoll zubereitetes Menü in Ruhe zu genießen; bessere Zutaten, bessere Verarbeitung, Gewürze statt Glutamat, die Optik...
Touché.
Ein Argument, das mich voll und ganz ueberzeugt. Und wie oben geschrieben; eine Version von Danielewski's "Das Haus" waere fuer mich einfach undenkbar. Wuerde ich es nicht anders kennen, waere es immernoch ein tolles Buch und ich wuerde nichts vermissen, aber wenn man ersteinmal Blut geleckt hat...? Undenkbar, jetzt auf eine Auflage ohne die aufwendige Typografie umzusteigen. Wobei es solch eine Auflage sowieso nicht bei diesem Meisterwerk gibt, wenn ich mich recht entsinne.

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Bis(s) zum Morgengrauen war es da noch relativ ruhig bei den Vampiren. Buch kam an und dann rollt halt die Marketingmaschine an, und man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, wer neben Stephenie Meyer noch so alles meterweise rund um Vampire in kürzester Zeit zusammenschreibt. Dann werden die Paletten mit den Büchern zum Bestsellerthema in den Eingangsbereich gekarrt und jeder glaubt (oder soll es), dass jeder Vampirgeschichten haben will - also wird zugelangt, man will ja mit dabei sein und sich mit anderen drüber unterhalten (können).
Richtig, hier (Thalia-ZW) wurde extra ein 'Romantasy'-Regal eingefuehrt, eben weil ungeheuerliche Mengen an Black Dagger, Twilight, Vampirblut, Vampirwelt, Vampirdies, Vampirdas angekarrt wurden. Aber ich sehe das als genauso einen Hype wie um Lady Gaga, Patchouliduft, lachsfarbene Blazer und aehnlichem an. Ich denke, man hat ueberall diese fragwuerdigen Zeiten. Aber so lange es nicht die Ueberhand gewinnt und die Leute immernoch wissen, was wirklich gut ist, sehe ich das nicht als direktes Problem an. Denn ich gehe davon aus, dass diese Zeiten auch vorbei gehen werden.

Zum Thema E-Book hast du alles richtig gesagt; sie sind praktisch, ja, aber mich ueberzeugt das alles nicht. Ich habe lieber das Papier in der Hand. Da koennen wegen mir auch NOCH so viele Buecher in das kleine Technikding passen.
Obwohl; bei meinen Schulbuechern waere das mal eine interessante Alternative, aufgrund des Gewichts und des Preises... Oh Jesus, bei meinen Schulbuechern koennte ich WIRKLICH auf Farbe verzichten... Die Preise sind unverschaemt, aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit dem Untergang des Buchhandels zu tun, oder?

Und so wurde der Beitrag doch noch laenger als geplant... Dennoch, mir gefaellt diese Diskussion sehr.
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Offline Gast

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« Reply #4 on: September 28, 2011, 08:56:41 pm »
 ;)
Und so wurde der Beitrag doch noch laenger als geplant... Dennoch, mir gefaellt diese Diskussion sehr.
Die Geister, die ich rief ... aber momentan muss ich mal kurz pausieren; habe noch ein paar andere Baustellen. Aber ich kommentiere das noch mal in den nächsten Tagen. Mir gefällt ja so ein Gedankenaustausch ja auch. Dank Emilies großen News-Pausen haben wir ja ein wenig Zeit dafür.  ;)


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François de La Rochefoucauld

Offline markusbes

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Der Niedergang des Buchhandels
« Reply #5 on: November 24, 2011, 12:53:59 pm »
Umweltfreundlich sind eBooks doch schon, so gehen weniger Bäume drauf! Ich kenn mich allerdings jetzt bei der Herstellung von Tablets bzw. eBook readern nicht aus, vielleicht etwas naiv, belastet sicher auch irgendwo die Umwelt bei der Herstellung.

Offline Aerias

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Der Niedergang des Buchhandels
« Reply #6 on: November 24, 2011, 08:44:11 pm »
Naja, der Oyo (Thalia) und andere EReader bieten zwar schon einen gewissen Vorteil gegenüber dem "normalen" Buch....allerdings kosten die eBooks teilweise nicht wirklich weniger, als wenn man sie so kauft.
Es ist halt ne nette Spielerei für unterwegs und praktisch, wenn man iwann keinen Platz mehr für echte Bücher hat.
"You have enemies? Good. That means you've stood up for something, sometime in your life." Winston Churchill

Offline peteov

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« Reply #7 on: February 16, 2012, 08:57:58 am »
Ich finde diese Diskussion hier total spannend, einfach weil ich selbst gerne lese.... und ich habe eine Freundin die als Buchhändlerin arbeitet. Sie hat mir schon erzählt, dass große Konkurrenz zwischen den Buchhändlern und vor allem gegen die Ketten, wie Thalia herrscht. Die kleinen müssen sich da erst mal dagegen behaupten können. Noch dazu kommend, kaufen anscheinend immer weniger Leute Bücher... Das Buch wird weniger zur Kunst und Sammler des Wissens sondern mehr zu einem Produkt, das sich gegen die DVD etc behaupten muss. Das ist halt schwierig. Richtige Büchersammler haben noch dazu ein Platzproblem! Ein Professor von mir sagte mal, dass wir Bücher kaufen sollen obwohl sie ein Fluch sind, wenn man umziehen muss- und da ist was wahres dran. Ich habe mir schon überlegt beim nächsten Mal mit Hilfe einer Umzugsfirma umzuziehen, damit mir jemand anderer die Kisten schleppt. ich kann mir gut vorstellen dass das Gewicht auch viele abschreckt sich daheim eine Bibliothek anzulegen!
Ich wollte auch noch sagen, dass ja nicht Thalia die Übersetzer und Lektoren stellt, sondern die einzelnen Verlage, und da kommt es wohl drauf an wen sie engagieren, das variiert dann wohl stark.