Author Topic: "Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?  (Read 14225 times)

Offline Schneewittchen

  • Anti-Heldin
  • Inmate
  • ******
  • Posts: 1501
  • Dreams, they're for those who sleep.
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #15 on: March 01, 2011, 02:40:39 pm »
Aber auch wenn es anders wäre, wäre mir das Schicksal von Drogenabhängigen nicht egal. Ich habe im Freundeskreis so einige Leute, die sich ihr Leben durch Kiffen und Alkohol kaputt machen. Eine Freundin von mir ist - denke ich, gemessen an ihrem täglichen Konsum - Alkoholikerin und sackt immer weiter ab. Soll mir das egal sein, nur weil es doch IHR LEBEN ist? Weil sie NUR sich selbst kaputt macht?  Mag sein, dass sie es als unverschämte Einmischung in ihr Leben empfindet wenn ich mit ihr darüber reden will. Vielleicht denkst du, Schneewittchen, genauso? Leben und leben lassen, was? Wenn man das noch leben nennen kann. :nono:
Es ist mir nicht gleichgültig, wenn meine Mitmenschen, evt. Freunde oder Verwandte krank werden, ihr Leben kaputt machen, möglicherweise sterben, nur weil sie sich dazu frei entschieden hätten (was nicht stimmt!), das Saufen, Qualmen oder Kiffen anzufangen und fortzuführen.

Das war auch kein Aufruf zur absoluten Gleichgültigkeit den Handlungen deiner Mitmenschen gegenüber. Nein, ich erachte es nicht als "unverschämte Einmischung in ihr Leben", wenn du das Gefühl hast, dass deine Freundin ein Problem hat, bei dem sie Unterstützung brauchst, und mit ihr darüber reden willst. Dafür sind Freunde da. Als Freundin bist du schließlich Teil ihres Lebens. Und im Idealfall sollten sie einen gut genug kennen, um zu wissen, wann man sie braucht. Wenn Person xy aber klar sagt, dass sie keine Hilfe braucht / möchte, kann man nur noch zu Verfügung stehen, sollte sie es sich anders überlegen. Ich meinte nicht, dass man schweigend zusehen soll, wie ein Freund etwas tut, das sein ganzes Leben negativ beeinflussen kann. An diesem Punkt sollte man nachfragen, ob sich xy sicher ist, was sie tut, oder ob sie damit andere Probleme zu verdrängen versucht. Aber wenn sie sich in der Richtigkeit ihres Handelns sicher ist, muss man das akzeptieren. Darüber reden kann und sollte man trotzdem.

Quote
Aber ich mache mir gar keine Illusionen. Wer erstmal in die Abhängigkeit geraten ist, dem ist schwierig zu helfen. Wahrscheinlich gar nicht mehr.
Das ist einzig und allein abhängig davon, ob die betreffende Person xy in ihrem Zustand Hilfe will. Wenn sie ein Leben abseits der Abhängigkeit als nicht lebenswert erachtet, beziehungsweise einfach keinen Grund sieht, vom jeweiligen Suchtmittel Abstand zu nehmen, wird das eine andere Person nicht ändern können.
„Sylvia, get your head out of the oven."


Offline Calla

  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 287
  • Erben der Schöpfung
    • Erste deutsche Sabine Dünser Fanpage
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #16 on: March 14, 2011, 09:02:26 am »
Also ich würd mich hier Rayks Beitrag anschließen wollen.

Ich trinke schon recht häufig sowohl aus Genuss mal ein Feierabendbier, als auch am Wochenende um den sogenannten Rausch zu erleben.
Dabei kenne ich aber sehr wohl meine Grenzen. Kotzen, Schwindel am nächsten Tag oder sonstige Folgeerscheinungen erlebe ich nicht.
Ganz nach dem Motto "Wer feiern kann, kann auch arbeiten!" nervt es mich auch sehr, wenn mein Freund am nächsten Tag völlig in den Seilen hängt und nichts mehr geregelt kriegt.
Ich finde genau hier greift das Thema Selbstbeherschung auch sehr gut. Entweder ich kenne meinen Körper und weiß was er verträgt oder eben nicht - und dann sollte ich besser hinhören und nicht wieder und wieder den gleichen Fehler machen.
Für Drogen anderer Art habe ich, ähnlich wie Rayk, auch noch nie Geld ausgegeben. Bin aber nicht abgeneigt, wenn Leute aus meinem engeren Freundeskreis mir etwas anbieten.

Fazit: Weicheier, Langweiler oder sonstiges sind Leute die kaum trinken defintiv nicht.
Es sind aber auch nicht alle Leute die trinken verstandlose, ihr Leben zerstörende Drogenabhängige.

Offline Aura7

  • Plague Rat
  • ******
  • Posts: 691
  • Kitschprinzessin
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #17 on: March 14, 2011, 04:25:38 pm »
Oh mein Lieblingsthema....

Abstinentler Weicheier? Ist nicht eher das Gegenteil der Fall?  :Òó:

( Also, hier in Bayern ist Saufen ja ... Alltag wenn ihr so wollt. )

Ich zu meinem Teil bin der totale Anti-Alkoholiker; das erste Mal, wo ich mit Auswirkungen des Alkohols bekanntschaft gemacht habe, ist nun 6 Jahre her - da war ich 12. Nein, ich hab nichts getrunken aber auf MEINER Klassenfeier einige Klassenkameraden. Mit 12. Die haben gekotzt und irgendwie hats der Lehrer nicht mal mitbekommen. Kotzen find ich allgemein extremst widerwärtig - genauso wie den Geruch "nach dem Feiern" (riecht man ja an Leuten., die an Tag davor an Rausch gehabt haben  :drop:)
Ja, seitdem versuche ich herauszufinden, was an Alkohol so toll ist. Ich hab womöglich schon alles durchprobiert - Alkopops, Wodka, Wein, Bier, Met, Rum, Whisky, Aperol, Sekt.... Nein danke, ich finde das Zeug schmeckt widerwärtig. An meiner Halloweenfeier gabs Alkohol ohne Alkohol - meint ihr, einer hätte den Unterschied gemerkt? Nö, aber verdammt lustig sind sie trotzdem geworden  :proud: Ich hatte den Nicht-Auto-Fahrern danach gesagt, was in meiner Bowle drin war :D
Ich muss sagen, ich weiß immer noch nicht was toll daran ist zu kotzen oder so betrunken zu sein, dass man nicht mehr weiß wo vorn und hinten ist. Das hat mich in den letzten Jahren zu dem ein oder anderen Problem gebracht - "Furtgeh". Stundenlang wollen sie einem aufschwafeln, wie gut Alk ist und man soll doch auch mittrinken ist doch nicht so schlimm etc etc. An diesem Punkt sind wir zu der Diskussion angekommen - ist man nun ein Weichei, wenn man an seine Meinung und an seinem Willen hält? Ist man nicht eher dann das Weichei, wenn man sich selbt vergisst und nachgibt und am Ende kotzend am Boden liegt? Und ich bin ehrlich - richtige soziale Kontakte hab ich deswegen auch nie aufgebaut weil ich mit dieser Säufer-mentalität, die zumindest in meinem Umfeld herrscht nichts anfangen kann - "Furtgeh" wär für mich reine Zeitverschwendung.
Obwohl man hier wieder ein sehr schönes Beispiel aufzeichnen kann. Als ich mal "Schwarz" weggegangen bin, lief es bis um 3 in der Früh richtig sozial ab - in dem Club gabs keine Drogen, Alkohol wurde relativ wenig konsumiert und ja.... einfach super Atmosphere.(Leider hab ich dank Abi die Leute und den Club schon ewig nicht mehr gesehen -.-"). Auf der danachfolgenden Woche bin ich mit ein paar Mädels in eine Kultbar gegangen - ähm. Die hat um 23.30 aufgemacht und um 12 lagen schon die ersten Scheiben am Boden, die Leute haben angefangen rumzupöbeln und zu kotzen und auf der Frauentoilette wurden schon die ersten Drogen gedealt. Ich bin gerannt.
Ehrlich gesagt hatte mich das etwas verwundert, da ich eher das gegenteil erwartet hatte.

Nun ja, aber jetzt bitte nicht falsch verstehen! Ich habe nichts gegen alkoholkonsumierende Menschen, solange sie noch bei Sinnen sind. Aber das Verhalten der meisten Jugendlichen nach einem Bier bereits ist einfach nur noch erbärmlich, da diese dann meistens die Wörtchen Anstand und Benehmen vergessen haben

Abhängig macht mich eigentlich nur meine Schokolade T~T Kinderriegel nennt man das Teufelszeug. Oder das Weihnschtaschoki Zeugs.

Offline †Teufelsbraut†

  • kakaosuchti
  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 310
  • glaube nur an die möglichkeit, des unmöglichen
    • myspace xD
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #18 on: March 14, 2011, 05:41:44 pm »
aura das ist genau meine meinung^^
ich selbst habe schon seit über 4 jahren kein glas mehr angerührt
allerdings muss ich dazu sagen das es auch nicht ganz freiwillig war... mein lieblings "getränkt" war bier, genauer gesagt reißdorfkölsch ;)
doch als ich plötzlich von heiterem himmel vor ca 4 einhalb jahren eine alkoholalergie (oder sowas ähnliches) bekam war es aus mit dem trinken... seit dem habe ich sehr stark gemerkt wie dumm viele leute sind wenn sie betrunklen sind und wie gut man sich über sie lustig machen kann
aber auch wie schön und einfach und billig es ist OHNE alkohol zu feiern und spaß zu haben
dennoch habe ich auch in meinen alkohlreichen jahren niemals so viel getrunken das ich kotzen musste bzw filmrisse hatte oder ähnliches
ich habe auch gemerkt was alkohol alles anrichten und wie viel es kaputt machen kann
ich habe zwar nichts gegen menschen die meinen etwas trinken zu müssen und solange sie auch noch relative zivilisiert sind ist es mir auch egal aber sobald es mehr wird veraschwinde ich denn sowas möchte ich mir erlich gesagt nicht mehr antun, zu sehen wie die sich zum affen machen und wie ja... überkindisch sie sind und was villeicht noch passiert... nein das interessiert mich nicht mehr und zum glück habe ich freunde die das genau so sehen wie ich wesshalb ich auch auf niemanden mehr aufpasen muss^^

meine sucht war, ist und bleibt immer auch die gute alte schokolade und kakao hmm... jummy
alles was mit schokolade zu tun hat (außer weiße schokolade das schmekt nicht und hat für mich nix mit schokolade zu tun^^)

Offline mirage

  • chronische kleinschreiberin
  • Plague Rat
  • ******
  • Posts: 843
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #19 on: March 14, 2011, 10:08:13 pm »
ach ja, der gute Alkohol, liebe Metaphor! Da hast du ja was angezettelt!

Mir ging es immer ähnlich, wie euch. Ich war der totale Antialkoholiker, einfach weils nich geschmeckt hat und weil mich diese ganzen besoffenen Leute immer so tierisch angekotzt haben. Ich fand Alkohol so widerlich, dass ich niemals hätte so viel trinken können, dass ich davon betrunken geworden wäre.
Bis ich nach Nürnberg zog.
Der erste Aben des ersten Tages, den ich hier wohnte, endete sehr böse für mich (mitten auf den Plärrer kotzend - super!). Ich schoss mich dermaßen ab, dass es mir 2 Tage später immer noch schlecht ging. Und ich schwor mir: "Nie wieder!" Zumindest so viel zu trinken, dass ich davon kotzen muss, weil kotzen einfach ekelhaft ist. Und diese Schmerzen! Ich dachte, ich würde sterben (weil ich an besagtem Abend auch noch intelligenterweise packenweise Erdnüsse gegessen hatte)
Naja und von da an ging's bergab. Mein Leben hier in Nürnberg war und ist alles andere, als in irgendeiner Form einfach für mich. Und irgendwann begann ich zu entdekcne, wie wundervoll es hilft, wenn man trinkt. Es wird einem alles egal, man erträgt vieles besser und überhaupt ist alles wenigstens halbwegs OK.
Als ich dann nach Schweinfurt in die Berufsschule musste (Blockunterricht) ging es los, dass ich richtig anfing zu trinken und nicht nur in Gesellschaft, sondern vorallem allein. Ich fuhr nie in dieses Wohnheim, ohne irgendwas alkoholisches mit dabei zu haben (allein der Gedanke daran, beunruhigte mich damals so sehr, dass ich lieber den Zug verpasst hätte und zu spät gekommen wäre, als ohne Alkohol dorthin zu fahren). Ich betrank mich nicht unbedingt jeden Abend, aber ich trank auf jeden Fall täglich. Nach der Schule, abends, nachts. Und das machte die Um- und Zustände dort irgendwie erträglicher.
Die Schule und den ganzen Stress habe ich endlich hinter mir, aber sobald mich irgendwas auch nur der Bahn werfen könnte, gehe ich zum Kühlschrank und suche etwas zu trinken. Wenn mich tatsächlich etwas aus der Bahn wirft, dann brauche ich sowieso immer irgendwas. Ich bin anfällig dafür, ob es nun Drogen, Alkohol, SVV oder was auch immer sein mag. Keine Ahnung, warum das so ist und sonderlich froh bin ich darüber auch nicht.
Das sind allerdings nur Phasen und es ist nicht immer so. Ich würde jetzt auch nich sagen, dass ich ein Alkoholproblem habe, denn ich trinke nicht täglich. Aber ich kann im Ansatz verstehen, warum manche (!!!) Menschen zur Flasche greifen.
Was ich allerdings immer verabscheute, war diese Partygeneration, die sich vollaufen lässt, um dann der Menschheit zu demonstrieren, wie tief man eigentlich sinken kann.
Selbst, wenn ich selber betrunken bin, gehen mir diese Leute noch tierisch auf den Sack. Und ich bilde mir ein (und höre das auch öfters), dass ich mich nicht daneben benehme, wenn ich was getrunken habe. Alles immer schön im Rahmen ;)

Oh Gott, was habe ich mich jetzt entblößt!

Jedenfalls, um auf den Ausspruch zurückzukommen "Antialkoholiker sind Weicheier!"
Das ist totaler Quatsch! Jemand, der entschlossen "nein" sagt, zeigt Stärke und oftmals auch Mut. Was allerdings sturzbetrunkene Typen, die erst rumpöblen und dann den Schwanz einziehen, wenn man einen Schritt auf sie zugeht, nicht von sich behaupten können.

Deshlab mag ich trotz allem Alkohol im Großen und Ganzen nicht. Widerliche Wirkung, widerliche Leute, die zuviel davon haben und überhaupt. Braucht man eigentlich nicht. Sollte man nicht brauchen...
ich schreibe alles klein, weil ich zu faul bin, shift zu drücken111

Offline Poppie

  • Frl. Arschloch - cocky by nature
  • Beyond Remedy
  • ******
  • Posts: 4469
  • If you're happy and you know it, slit your wrists
    • Klick mich, ich bin ein verwunschenes Schokoladentaefelchen.
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #20 on: March 14, 2011, 10:38:17 pm »
Mirage: Respekt für so ne Offenbarung.
Und: Gerade das alleine-trinken ist ja das Gefährliche an Alkoholismus.
Ich denke es ist auf jeden Fall eine Form der Sucht (und somit auch ein Alkohol"problem") in deinem Fall, auch wenn es vermutlich absolut nicht das ist was du hören möchtest. Allein das es, wie du sagst, Phasen gibt, wo es so ist, finde ich persönlich schon gefährlich. Gefährlich für dich, weil du weißt, du kannst dich in den Alk "retten", wenn dus brauchst.
Ich bin mit Alkoholismus aufgewachsen und habe mich zwangsweise viel mit dem Thema auseinandersetzen müssen, deswegen habe ich vielleicht einen etwas anderen Blick darauf als andere Menschen.
Dass du empfänglich für derlei Dinge bist ist glaube ich nicht einmal selten. Selten aber ist, dass du dir dessen bewusst bist.
Ich will dir aber nicht ans Bein pinkeln, das war einfach nur mein Gedanke dazu...
Nich böse sein ;)
Meds or Madness?
________________________________


Offline Rayk

  • Administrator
  • Inmate
  • ******
  • Posts: 2422
    • Are You Suffering?
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #21 on: March 15, 2011, 11:44:34 am »
Naja, ich frage mich ernsthaft, was wirklich schlimmer ist. Menschen, die sich temporär diese entstellte Welt schön saufen müssen (oder sich sonstwie vergiften), um sie ertragen zu können, oder Menschen, die permanent so weit abstumpfen, dass sie sich hier pudelwohl fühlen und weiter auf den großen Haufen scheißen. o_O" Dass weder das eine noch das andere wünchenswert ist, ist klar. Mancher hat aber halt zu viel gesehen oder selbst erfahren. So lange man bei seiner Realitätsbewältigung eben keine anderen mit reinzieht, sei einem der Moment der Taubheit doch gegönnt.

Offline Inara

  • Bloody Crumpet
  • ***
  • Posts: 107
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #22 on: March 15, 2011, 01:07:56 pm »
Die Alternative zum Abstumpfen oder zur (Drogen-)Flucht hieße, das Problem in die Hand nehmen. Aber das scheint vielen zu anstrengend zu sein.

Offline Rayk

  • Administrator
  • Inmate
  • ******
  • Posts: 2422
    • Are You Suffering?
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #23 on: March 15, 2011, 01:12:52 pm »
Oh, nein, ganz und gar nicht. Wenn man ständig gegen Wände rennt, tut's bloß irgendwann weh. :)

Offline Evil_Plushie

  • Plüschtiertherapeutin
  • Striped Stocking
  • *****
  • Posts: 545
  • Who shot that arrow in your throat?
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #24 on: March 15, 2011, 02:57:21 pm »
Ich denke, dass ziemlich viele bzw. alle hier nicht immer nur der Schokoladenseite vom Leben gegenüber standen und dennnoch ists ja nicht so, dass alle entweder abgestumpft oder drogen- oder alkoholsüchtig sind. Es wird wohl so sein, dass eine gewisse Anfälligkeit Voraussetzung für sowas ist...

So lange man bei seiner Realitätsbewältigung eben keine anderen mit reinzieht, sei einem der Moment der Taubheit doch gegönnt.


Irgendwie gefällt mir dieses 'Gönnen' gar nicht... :meh: Und es ist ja nun mal bei den meisten so, dass es nicht bei dem 'Moment' bleibt, wodurch man letztendlich sowieso andere mit reinzieht...

Offline Rayk

  • Administrator
  • Inmate
  • ******
  • Posts: 2422
    • Are You Suffering?
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #25 on: March 15, 2011, 04:02:45 pm »
Die "meisten" sind sowieso kein Maßstab für mich. o.O" Und ich hab' ja auch nie gesagt, dass das nun eine Notwendigkeit ist oder sein sollte. Medikamente können in bestimmten Situationen auch nützlich sein, in anderen als Drogen missbraucht werden. Man muss halt wissen, wie man mit den Dingen umzugehen hat, ohne, dass es aus dem Ruder läuft. Ich bin von Alkohol genau so wenig abhängig, wie von Kopfschmerztabletten. In bestimmten Situation ist es aber einfach hilfreich, das jeweilige Mittel in der passenden Dosis zu konsumieren - völlig reflektiert dabei.

Offline Tom

  • "The most tender thing you've said to me, is that I suffer from paranoia."
  • Plague Rat
  • ******
  • Posts: 709
  • "Let's pretend, happy end."
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #26 on: March 15, 2011, 08:01:47 pm »
Ich finde Mirage's Aussage sehr offen und die meisten würden es nicht so zugeben, da man sich leicht unter die Gesellschaftstrinker mischen kann.

Offline mirage

  • chronische kleinschreiberin
  • Plague Rat
  • ******
  • Posts: 843
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #27 on: March 15, 2011, 10:20:26 pm »
Also zunächst einmal: Danke für eure - doch recht positiven und mich nicht gleich zerfleischenden - reaktionen

@poppie: du hast mir nicht ans bein gepinkelt. du hast ja auch irgendwo recht. manchmal bin ich mir dessen auch durchaus bewussst, schaue in den spiegel und denke mir "was machst du da eigentlich für ne scheiße?" aber meistens habe ich dann doch alles irgendwie unter kontrolle

@rayk: danke, gut gesagt ;) und wie treffend auch der punkt mit der entstellten welt. ich erwähnte nämlich - glaube ich - nicht genau, WARUM und in welchen situationen ich zur flasche greife. was ich im übrigen auch nicht konkret vor habe ;) aber genau das trifft es zum großen teil.

@inara: es ist nicht zu anstrengend irgendwelche probleme in die hand zu nehmen. es ist bei vielen dingen nur schlichtweg unmöglich oder wie rayk schon sagte, zwecklos.

@evil_plushie: ja, da hast du wohl recht. es gibt menschen, die sind geboren um klarzukommen und es gibt welche, die sind es nicht
ich schreibe alles klein, weil ich zu faul bin, shift zu drücken111

Offline Aenur

  • Ekel Alfred
  • Bloody Crumpet
  • ***
  • Posts: 219
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #28 on: March 16, 2011, 04:34:56 pm »
@ Mirage:

Eine gute Freundin von mir ist seit Bald nem 3/4 Jahr ganz ordentlich dabei, jedesmal wenn es hart auf hart kommt - und das ist das letzte 3/4 Jahr, zumindest für sie, andauernd der fall - die Sorgen in Bier/Wein/Met/Korn zu ertränken. Aber zumindest bei ihr ist es immer nur seine sehr kurze "sorgenfreie" Zeit wenn es nicht sogar ins Gegenteil schlägt und dank des Alks das Drama dann erst richtig anfängt.  Aber die Einsicht dass es nix bringt will irgendiwe nicht kommen.
Ich würde aber Poppie nicht unbedingt zustimmen dass ma nes schon sucht nenne könnte...Eher ein Punkt von dem aus es schnell gehen kann wenn man es als die Universallösung sieht. Da hat Rayk den Nagel denke ich sehr gut Getroffen.

Im Pbrigen: Schweinfurt ? Nicht ernsthaft ! Es gibt so schöne Ecken hier in meiner Gegend und ausgerechnet in diese kleinere Ausfphrung von Kassel *schauder* hatte dich in die BS verschlagen...Beileid ! Nach 2 Jahren Schule dort war ich auhc dankbar das es rum war.


Ich denke, dass ziemlich viele bzw. alle hier nicht immer nur der Schokoladenseite vom Leben gegenüber standen und dennnoch ists ja nicht so, dass alle entweder abgestumpft oder drogen- oder alkoholsüchtig sind. Es wird wohl so sein, dass eine gewisse Anfälligkeit Voraussetzung für sowas ist...

Einige greifen zur Flasche weil sie sich nciht mehr zu helfen wissen, andere zur Klinge und wierum andere hat das Leben so gebeutelt dass sie ohne Pillen schon im Alltag Probleme haben. Der ein oder andere Weg ist definitiv Selbstzerstörerischer, dennoch gibt es genug Leute die nicht mehr auf den üblichen wegen mit ihren Problemen fertig werden. Und wir bewegen uns hier in einem Forum zu einer Künstlerin die genau solche Leute anzieht wie das Licht die Motten. Und ob man dafür nun eine Anfälligkeit braucht oder ob man einfach nur weit genug "getrieben" werden muss will ich nun mal nicht beurteilen - aber ohne soziales Umfeld wäre zumindest ich schon ein oder andere mal ziemlich aufgeworfen gewesen.
Im Zweifelsfall p = ü

Offline Tom

  • "The most tender thing you've said to me, is that I suffer from paranoia."
  • Plague Rat
  • ******
  • Posts: 709
  • "Let's pretend, happy end."
"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #29 on: March 18, 2011, 08:18:26 am »
@mirage: Ich glaube nicht, dass du geboren bist, um nicht klar zu kommen. Falls du das glaubst, wird es Teil deiner Situation. Wenn es dir andere suggestieren, beweise ihnen das Gegenteil indem du deinen Weg findest.

Jemand der nicht "klar kommt" und das überwindet, ist stärker als jemand, der von Anfang an klar kommt oder nur so tut als ob.