Author Topic: "Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?  (Read 14158 times)

Offline Metaphor

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« on: February 27, 2011, 12:16:06 am »

Gerade, als mir von Youtube dieses Video angepriesen wurde, und ich es daraufhin sah,
wurde mir erneut der ungläubige Blick jeglicher "Mitmenschen", auf die man im Alltag immer mal wieder trifft,
ins Gedächtnis gerufen, wenn sich im Rahmen irgendeines Gesprächs ergibt, dass ich erwähne,
dass ich keinen Alkohol trinke.

Da kam mir der Gedanke, dass wir, nachdem wir so lange darüber geredet haben,
was wir essen, was wir nicht essen, und aus welchem Grund wir das tun,
auch mal darüber reden könnten, was wir trinken (oder, wenn ihr es
weiter gefasst haben wollt: welche Rauschmittel wir konsumieren).

Ich hoffe einfach mal, dass wir das nicht schon irgendwo diskutiert haben,
und ich mich einfach nur nicht daran erinnern kann.

Jedenfalls, schießt los. ;) Mich würde das interessieren.

Ich selbst trinke keinen Alkohol, war nie betrunken, und habe auch nicht die Absicht, das jemals zu werden.
Das höchste der Gefühle (wie man sagt) sind, saisonal, Federweißer oder, sehr selten bei Gelegenheit, Met in sehr geringen Dosen.
Bei "Gelegenheit" denke ich jetzt an Freunde treffen, miteinander an gemütlicher Stelle X sitzen, etwas lustiges zusammen machen.
(Die Lustigkeit dessen ist nicht bedingt durch den Met, sprich, ich trinke das (Viertelglas, höchstens, oder so) aus Wohlgeschmacksgrund.) :)

Es soll im Übrigen absolut nicht so rüberkommen, als hätte ich irgendeine (wertende) Meinung über "Leute, die Alkohol trinken".
Entgegen dem, was viele offenbar zu denken scheinen, habe ich überhaupt kein Problem mit anderen, die solchen konsumieren,
ich habe nur persönlich für mich entschieden, dass es nicht in meinem Interesse liegt.

Ich weiß ziemlich genau, wie es ist, wenn sich alles dreht und man kotzen muss. Das muss ich nicht freiwillig von außen herbeiführen. :lol:
Außerdem habe ich eine gewisse Paranoia betreffend Substanzen, die auf mich einwirken, ohne, dass ich nach Einsetzen der Wirkung
etwas darum tun könnte; Kontrolle über mich selbst zu haben ist mir, denke ich, sehr wichtig.

Nun, das war mehr Text, als ich antizipierte zu schreiben. Und nun rufen die Deutschhausaufgaben, auf dann! ;)
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Offline Poppie

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #1 on: February 27, 2011, 12:47:46 am »
Ein interessantes Thema.

Auch ich trinke keinen Alkohol.
Früher habe ich es hin und wieder getan, war auch einige Male richtig betrunken, aber wirklich was gegeben hat es mir nie.
Ich habe sehr früh angefangen Feiern zu gehen, wobei sich hier "Feiern" das Tanzen in einer Disko meint in der man Spaß hat ganz ohne sich zu betrinken. Einfach tanzen, die Musik geniessen und Spaß haben.
Als ich dann älter wurde, wurde auch mal probiert, zuerst Wein, dann mal Sekt und auch die heute so berüchtigten Alkopops.
So richtig strunzdicht, dass ich nen Filmriss hatte, war ich nie, aber mir reichten die "Nebenwirkungen" nach dem 'hoch' auch aus. Ich stehe nicht auf Schwindel, einen übersäuerten Magen und etwas Übelkeit...
Auf mehr als 10mal komme ich dennoch nicht in meinem Leben *g*

Ich mag keinen Alkohol. Ich mag den bitteren Geschmack davon nicht und schmecke ihn auch bei noch so gut gemischten Cocktails heraus.
Ich trinke schon seit einigen Jahren gar nichts mehr, nicht zuletzt aufgrund von Medikamenteneinnahme die verdammt unschöne Wechselwirkungen mit Alk hevorrufen kann.
Abgesehen davon habe ich mein Leben lang gesehen, was zuviel Alkohol mit Menschen machen kann, was passiert, wenn man die Kontrolle darüber verliert und in den Strudel des Alkoholismus verfällt.
(Ich weiß selbstverständlich das ein Rausch nicht dazu führt, dennoch schreckt es mich ab und macht mir nicht gerade Lust drauf mich zu betrinken.)

Habe selbst kein Problem damit, wenn um mich rum getrunken wird. Solange es im Rahmen bleibt.
Solange der Mageninhalt auch dort bleibt wo er hingehört und keiner unnötigerweise aggressiv wird ist alles wunderbar (und ich an meinem Alk-freien Cocktail/Saft/Fanta/wasauchimmer nuckeln kann ^^).

Wie Metaphor trinke ich selten auch mal gerne einen Schluck Met rein aus Genusszwecken, ein warmer Met im Winter ist sehr angenehm, ebenso ein kühler Kirschmet im Sommer, doch ist dies auch das höchste der Gefühle.

Selbstkontrolle ist bei mir wohl irgendwo auch ein Thema. Ich bin gerne bei klarem Verstand (sofern das möglich ist ;)) und brauche keine berauschenden Mittel, ich kann auch so ganz gut abdrehen ;)
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Offline Rayk

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #2 on: February 27, 2011, 03:11:38 am »
Trinke gerade mein drittes Bier und kann noch gut geradeaus schreiben (und denken). Ansonsten konsumiere ich auch von Zeit zu Zeit mal Cannabis, wenn es mir von jemandem halbwegs vertrauenswürdigem angeboten wird (bezahlt habe ich dafür noch nie und ich würde es nie regelmäßig konsumieren - dafür habe ich bei meinen Klassenkameraden damals zu viel gesehen) und habe auch schon Pilze und komisches Chemiezeugs (Pep) ausprobiert. Letzteres war interessant, da habe ich mir aber von vorneherein gesagt, dass es mir nur um die einmalige Erfahrung geht und habe dementsprechend keine Absicht, das zu wiederholen. (Was Wikipedia dazu schreibt passt schon ganz gut: http://de.wikipedia.org/wiki/Amphetamin#Akute_Hauptwirkungen - alles davon konnte ich natürlich nicht an mir selbst beobachten, aber grundsätzlich trifft's das halt.)
Um einen Kontrollverlust mache ich mir eigentlich keine Sorgen. Ich kenne mich ganz gut und weiß, was ich mir zumuten kann. Selbst wenn ich mich mal total abgeschossen hab', stand ich immernoch als rationaler Beobachter über mir... ich analysiere mich einfach zu gerne.

Offline Sh|va

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #3 on: February 27, 2011, 09:02:20 am »
Also ich seh das da wie Poppie auch, solang die Leute sich benehmen wenn sie irgendwas konsumiert haben, ist es vollkommen ok, man sollte nur eben nicht über die Strenge (oder schreibt man das mit ä? *am Kopf kratz*.... egal) schlagen.

Ich selbst war in meiner Jugend durchaus das ein oder andere mal gut angetrunken, habe aber nur einmal meine Grenze ausgetestet, wobei ich mich übergeben musste.

Ich trinke selten Alkhohol, im Sommer etwas öfter als im Winter. Wir treffen uns dann so einmal im Monat mit Freunden und verbringen dann den Abend zusammen, albern rum und all das. Dabei trinken wir auch was, aber das ist eher genießen. Ich trinke nur das was mir schmeckt und würde es sogar bevorzugen, wenn sich in den besagten Getränken kein Alkohol befinden würde. Batida de Coco mit KiBa (also nicht nur mit Kirsch) ist meine neue Entdeckung und ich find es toll. Ob's auch toll schmeckt, einfach normalen Cocos-Saft zu nehmen, muss ich mal ausprobieren :D

Was ich aber, wie denke ich sehr viele, nicht gutheiße, ist eben dieses (Koma)-Saufen. Da ich am Wochenende in ner Disco arbeite, seh ich die Folgen und Einwirkungen ständig und kann da meist nur den Kopf schütteln. Männer/Jungs werden aggressiv und die Weiber sind noch ätzender und nerviger, als sie es so schon sind und wenn man 10 mal am Abend befürchten muss, dass einem jemand vor die Füsse kotzt ist das nicht so fein.


Was andere Rauschmittel angeht, da soll jeder nehmen wie er mag, solange er mich (und natürlich generell Dritte) dadurch nicht beeinträchtigt, indem wir z.b. im gleichen auto sitzen und er/sie ne Tüte raucht.

Offline Evil_Plushie

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #4 on: February 27, 2011, 09:47:46 am »
Ich kann Metaphors Beitrag eigentlich 1:1 unterschreiben (nur, dass ich wirklich noch nie irgendetwas Alkoholisches getrunken habe). Ich bin da vielleicht etwas spießig und verdrehe auch mal gern die Augen, wenn mir Freunde erzählen, wie voll sie am Wochenende doch waren und was sie alles an peinlichen und fragwürdigen Dingen getan haben. Dennoch ist es nicht so, dass ich versuche, irgendwem meine Meinung aufzuzwingen.

Ich habe das für mich so entschieden (und ja, zugegebenermaßen vielleicht auch, um mich abzugrenzen) und das ist okay so. Ich kann mich trotzdem in Gesellschaft Alkohol trinkender Menschen befinden, ohne mich unwohl zu fühlen. Mein Vater versucht mir zwar manchmal irgendwas anzudrehen und kann diese Sichtweise nicht ganz nachvollziehen, aber gut, das ist nicht weiter schlimm. ^^

Offline Nachtschimmer

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #5 on: February 27, 2011, 10:12:10 am »

Ich selbst trinke keinen Alkohol, war nie betrunken, und habe auch nicht die Absicht, das jemals zu werden.
Das höchste der Gefühle (wie man sagt) sind, saisonal, Federweißer oder, sehr selten bei Gelegenheit, Met in sehr geringen Dosen.
Bei "Gelegenheit" denke ich jetzt an Freunde treffen, miteinander an gemütlicher Stelle X sitzen, etwas lustiges zusammen machen.
(Die Lustigkeit dessen ist nicht bedingt durch den Met, sprich, ich trinke das (Viertelglas, höchstens, oder so) aus Wohlgeschmacksgrund.) :)
dito

Also ich trinke max. einmal im Vierteljahr einen Schluck Bier, also manchmal hab ich so alle halbe Jahre Lust drauf, also auf den Geschmack. Dann trink ich einen Schluck und dann ist gut.
Sonst verabscheue ich eigentlich den typischen Alkoholgeschmack. Also mit Vodka oder Rum braucht man mir selbst im Kuchen nicht kommen. Ich liebe nicht-alkoholische Cocktails (Fruchtsaft♥) und brauche eigentlich auch keinen Alkohol in meinem Leben.
Auf Parties oder dergleichen trinke ich Wasser oder Cola oder eben auch Saft  :happy:

Ach ja, ich mag betrunkene Leute nicht, die mir gegenüber aufdringlich werden oder mich doof ansprechen.. also die sind mir unsympathisch und mit denen möchte ich nicht viel zu tun haben.  Auch hier im Dorf fand ich es äußerst beschissen, wenn sie sich jede Woche die Kante gegeben haben, weil sie ja so cool sind. Im Suff passiert nie etwas Gutes und ich wollte nie zu solchen Leuten gehören, die sich jede Woche vollkotzen.

Metaphor, du bist nicht allein, siehst du. Und Weicheier sind wir auch nicht.

Offline Rayk

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #6 on: February 27, 2011, 01:59:49 pm »
Ich bin da vielleicht etwas spießig und verdrehe auch mal gern die Augen, wenn mir Freunde erzählen, wie voll sie am Wochenende doch waren und was sie alles an peinlichen und fragwürdigen Dingen getan haben.
Nö, das ist auf keinen Fall spießig. Solches Verhalten - sich erst abschießen und nachher damit rumprahlen - ist einfach total albern und zeugt meist von einer argen Mitläufermentalität und/oder anderen Komplexen.

Offline Aenur

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #7 on: February 27, 2011, 06:06:27 pm »
dass es mir nur um die einmalige Erfahrung geht und habe dementsprechend keine Absicht, das zu wiederholen.

Ist auch besser so...
Mein werter (noch) mitbewohner hat sich das Leben mit Pep und Hasch schon so richtig schön ruiniert und löst dabei Manchmal gewaltfantasien aus.
Es ist einfach nciht mehr Lustig wenn er einen um 5:30 Uhr das 5x in der Nacht aus dem Bett Klopft und etwas davon faselt dass an seiner Post manipuliert wurde und auf nachfragen
"was denn ?" einen nur anfährt dass das gar nichts zur Sache täte...

Aber Alkohol...nicht mehr so regelmäßig wie früher und auch nicht mehr so viel. Dennoch kommt wenn der Abend entsprechend verläuft, auch mal n ordentlicher Suff raus - und das meist genau dann wenn man es am wenigsten erwartet hätte. Jedoch ist bis auf den ersten Rausch nie eine Katastrophe draus geworden oder gar etwas passiert.
Wer keinen Alkohol trinkt, der trinkt eben keinen und fertig ( ist eignetlich nicht einmal diskussionswürdig).
Im Zweifelsfall p = ü

Offline Tom

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #8 on: February 27, 2011, 10:32:35 pm »
Ich trinke auch so gut wie nie äh.. selten Alkohol. Heute hatte ich etwas alkoholisches getrunken...
Es grenzt einen schon oft aus. Bald ist ja Karneval hier in Köln...

Jegliche physische und psychische Abhängigkeit von irgendwelchen Stoffen ist nicht erstrebenswert.
Ich habe auch einen alkoholkranken Nachbarn gehabt und das war weder für ihn noch für mich witzig.
Als ich hier neu im Forum war, hatte ich ihn tot in seiner Wohnung gefunden. Er war mit siebzig Jahren verstorben.

Dass die Leber geschädigt wird falls sie zu viel Alkohol abbauen muss, ist auch bekannt.

Falls man mich wegen der Aufzählung solcher Fakten Anti-Alkoholiker nennt, trinkt man wahrscheinlich selber Alkohol. ;)
« Last Edit: February 27, 2011, 11:23:45 pm by Tom »

Offline Inara

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #9 on: February 28, 2011, 10:02:06 am »
Ich habe eigentlich nie sooo viel getrunken, aber weil ich es auch nie vertragen habe, hatte ich früher auf diversen Partys ziemlich üble Abstürze. Sogar mit Filmriss, Kotzen (1x) und den nächsten Tag verkatert im Bett liegen. Rückblickend erkenne ich, dass ich durch dieses Verhalten (mehr saufen als man verträgt und sich entsprechend benehmen) bloß "dazu gehören" wollte - peinlich!
Ich finde es nämlich auch furchtbar, betrunken zu sein. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn Leute genau dieses Gefühl anstreben.
Aber mir schmecken manche alkoholische Getränke, darum trinke ich schon mal ein kleines Glas Wein zu Hause oder einen Cocktail in der Bar, allein des Genusses wegen. Ich habe einfach nichts davon, besoffen zu sein.

Ich ekle mich vor Menschen, die durch das eine oder andere zugedröhnt sind. Kiffen ist für mich das allerletzte, dagegen bin ich irgendwie "allergisch". Ich will keine Zeit mit Leuten verschwenden, die durch Drogen nicht mehr Herr ihrer Sinne sind und sich derb benehmen, gröhlen oder vor sich hin dämmern... oder Schlimmeres! Sich einkotzen, sich einpinkeln, sich aufs Maul legen, rumheulen, lallen, schwallen... Und DIE verhöhnen dann Menschen, die Alkohol oder generell Drogen ablehnen??  :lol:
« Last Edit: February 28, 2011, 01:29:46 pm by Inara »

Offline Schneewittchen

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #10 on: March 01, 2011, 01:17:56 am »
Allem voran: dass Anti-Alkoholiker Weicheier sind, ist erstmal grundsätzlich Schwachsinn.
Wobei man allgemein vielleicht noch zwischen den Leuten, die nichts / kaum Alkohol trinken, und strikten Antialkoholikern differenzieren sollte. "Ich trink selten mal einen Schluck" und "Ich lehne Alkoholkonsum generell aus persönlicher Überzeugung ab" ist ein Unterschied (zur zweiten Gruppe zählt hier eigentlich nur Marie, oder?).

Wie dem auch sei.. Ich für meinen Teil gehöre vermutlich zu den Gelegenheitstrinkern. Alkohol muss ich nicht zwangsläufig haben, mich irgendwo allein hinsetzen und zu trinken läge mir auch fern. Generell finde ich einen Vollrausch nicht erstrebenswert. Sämtliche mir bislang widerfahrenen Auswirkungen beschränken sich auf leichte Koordinationsprobleme und eine spürbar herabgesetzte Hemmschwelle, mit Ausnahme von einer einmaligen Gelegenheit, bei der ich mich tatsächlich übergeben habe, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich zu viel verschiedene Dinge durcheinander getrunken hatte (dennoch habe ich seither eine starke Aversion gegenüber Whiskey *hust*). Bekanntschaft mit einem sprichwörtlichen Kater habe ich allerdings nie gemacht, wofür ich recht dankbar bin.

Wenn jemand trinken will, soll er's tun, wenn nicht, zwingt ihn auch keiner, außer vielleicht sein inneres Bedürfnis nach Zugehörigkeit dazu.
Meine grundsätzliche Einstellung zu allen Dingen ist: Mach was du willst, so lange du keinem anderen damit schadest. Im Bezug auf Drogen heißt das: Tu, was du nicht lassen kannst - aber beschwer dich nicht, wenn's schief geht. Sofern jemand der Meinung ist, sein Leben zugekifft in seiner Wohnung zu verbringen, brächte ihm die totale Erfüllung - bitte, von mir aus. Wenn jemand Freude daran hat, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit total abschießen zu müssen - mach doch, du musst mit den Konsequenzen leben. Ich bin im Bezug auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen radikal - von mir aus kannst du dir auch das Bein abhacken (ja, es gibt in der Tat Menschen, die sich gerne Gliedmaßen amputieren lassen wollen) - nur zu, wenn du dir sicher bist - es ist schließlich deins.
Allerdings hört die persönliche Freiheit des einen an der Nase des anderen auf. Wenn du dir mutwillig Schaden zufügst, ist es ausschließlich dein Problem, anders sieht die Sache in Situationen aus, in denen andere involviert sind. Bestes Beispiel: Straßenverkehr. Betrunken oder unter dem Einfluss sonstwelcher Substanzen zu fahren ist absolut unverantwortlich, da es die anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Allgemein ist hier die Verantwortung gegenüber anderen Personen anzuführen, anderes Beispiel: Eltern tragen Verantwortung für ihre minderjährigen Kinder. Wenn andere Personen von dir abhängig sind, schränkt das die Persönliche Freiheit nun mal ein. Hier ist es einfach unentschuldbarer Egoismus. Und von einer nicht zurechnungsfähigen Personen abhängig zu sein, ist definitiv keine wünschenswerte Erfahrung.

Dass Leute jeglichen Drogenkonsum prinzipiell ablehnen, kann ich aber durchaus nachvollziehen.
„Sylvia, get your head out of the oven."


Offline Inara

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« Reply #11 on: March 01, 2011, 09:09:02 am »
Quote
Tu, was du nicht lassen kannst - aber beschwer dich nicht, wenn's schief geht. Sofern jemand der Meinung ist, sein Leben zugekifft in seiner Wohnung zu verbringen, brächte ihm die totale Erfüllung - bitte, von mir aus. Wenn jemand Freude daran hat, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit total abschießen zu müssen - mach doch, du musst mit den Konsequenzen leben. Ich bin im Bezug auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen radikal - von mir aus kannst du dir auch das Bein abhacken (ja, es gibt in der Tat Menschen, die sich gerne Gliedmaßen amputieren lassen wollen) - nur zu, wenn du dir sicher bist - es ist schließlich deins.

Das ist mal wirklich "radikal".
Ich bin mir nicht sicher, ob Drogenabhängigkeit irgendwas mit "Selbstbestimmung" zu tun hat. Man könnte argumentieren, dass z.B. ein Raucher sich frei dazu entschieden hat, zur Kippe zu greifen, und zwar ausdrücklich gegen seine Vernunft (ich unterstelle einfach, dass er als erwachsender oder "heranreifender" Mensch vernunftbegabt ist). Den Einfluss seiner Gesellschaft, dessen Normbild sich eigentlich jeder mehr oder weniger anpassen will, spielt dabei allerdings auch eine Rolle. Was mir aber wirklich wichtig ist: wer erstmal in die Drogenabhängigkeit gekommen ist, KANN es sich nicht mehr aussuchen, für den hört die Selbstbestimmung auf.

Aber auch wenn es anders wäre, wäre mir das Schicksal von Drogenabhängigen nicht egal. Ich habe im Freundeskreis so einige Leute, die sich ihr Leben durch Kiffen und Alkohol kaputt machen. Eine Freundin von mir ist - denke ich, gemessen an ihrem täglichen Konsum - Alkoholikerin und sackt immer weiter ab. Soll mir das egal sein, nur weil es doch IHR LEBEN ist? Weil sie NUR sich selbst kaputt macht?  Mag sein, dass sie es als unverschämte Einmischung in ihr Leben empfindet wenn ich mit ihr darüber reden will. Vielleicht denkst du, Schneewittchen, genauso? Leben und leben lassen, was? Wenn man das noch leben nennen kann. :nono:
Es ist mir nicht gleichgültig, wenn meine Mitmenschen, evt. Freunde oder Verwandte krank werden, ihr Leben kaputt machen, möglicherweise sterben, nur weil sie sich dazu frei entschieden hätten (was nicht stimmt!), das Saufen, Qualmen oder Kiffen anzufangen und fortzuführen.
Aber ich mache mir gar keine Illusionen. Wer erstmal in die Abhängigkeit geraten ist, dem ist schwierig zu helfen. Wahrscheinlich gar nicht mehr.

Offline Tom

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"Anti-Alkoholiker sind Weicheier" ?
« Reply #12 on: March 01, 2011, 10:08:25 am »
Bei Sucht hört die eigene Selbstbestimmung leider auf.
Meinem Nachbar hätte ich gern geholfen, aber mehr außer ihm Alkohol zu kaufen, wenn seine Entzugserscheinungen so stark waren, dass er es nicht selbst konnte und Verständnis für die Symptome zu haben, war wohl nicht möglich.
Leider habe ich irgendwie gewusst, dass es wahrscheinlich dazu kommt, dass er eines Tages tot in der Wohnung neben mir liegen wird, bevor es wirklich passiert ist.

Offline Evil_Plushie

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« Reply #13 on: March 01, 2011, 11:35:27 am »
Natürlich ist das bei einer Sucht nicht mehr so einfach, von Selbstbestimmung zu reden- aber jede Sucht hat irgendwie irgendwo einen Anfang, für den sich der- oder diejenige entschieden hat. Natürlich würde ich Freunde oder Verwandte nicht im Stich lassen, wenn es zu einer solchen Situation kommt, aber ich kann nicht sagen, dass ich ihnen dieses 'Hineinrutschen' nicht vorwerfen würde. Da hilft auch kein 'Ich befinde mich in einer schwierigen Lebenssituation und habe im Alkohol/sonstigen Drogen eine Lösung oder Entspannung gesucht' mehr...Ich sehe sowas einfach als Charakterschwäche an, egal welches 'Schicksal' denjenigen zu solchen Taten bewegt haben soll.

Wie gesagt, ich würde solche Leute nicht im Stich lassen, aber besonders großes Verständnis und Mitleid hat man von mir nicht zu erwarten.

Offline Inara

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« Reply #14 on: March 01, 2011, 12:30:46 pm »
@Evil_Plushie: Ich halte die Affinität vieler Menschen zu Drogen auch für eine Charakterschwäche, genau wie du, aber dann zu sagen, der- oder diejenige hätte sich zu einer Drogensucht entschieden, wiederspricht dem Erstgesagten ein wenig, da einem Individuum durch früh erworbene Eigenschaften evt. ein Stück Entscheidungsfreiheit genommen ist. Das soll natürlich keine Entschuldigung sein. Mit ein wenig Disziplin und Vernunft ließe sich das wohl in den Griff bekommen. Aber vielleicht fehlt es gerade daran, ich habe keine Ahnung.
Manche scheinen prädestiniert für eine Drogenkarriere zu sein, während andere damit kaum etwas anfangen können, auch nicht in schwierigen Lebenssituationen. Betroffen macht mich solch ein Schicksal aber doch - zumindest, wenn es sich um mir nahestehende Menschen handelt. Oft genug kommt mir Gedanke, dass unsere Gesellschaft einen nicht kleinen Anteil daran hat, dass so viele Menschen zu Drogen greifen. Sei es, weil z.B. Mitsaufen einfach dazu gehört, oder weil das Leben so aussichtslos und fordernd erscheint, dass man ihr durch Drogen entfliehen will.
Der Gesellschaft scheint das indes mindestens egal zu sein. Sonst wären keine Drogen mehr frei verkäuflich, und man dürfte erst recht keine Werbung dafür machen.