Author Topic: Haustiere  (Read 12391 times)

Offline Rayk

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Haustiere
« Reply #15 on: September 27, 2010, 02:12:19 pm »
Um meine Kinder das selbst entscheiden zu lassen, müsste ich ihnen ENTWEDER ein lebendiges Kaninchen vor die Nase setzen und warten, bis sie es getötet und zubereitet haben ODER sie zumindest explizit darüber aufklären, was "Fleisch" und "Wurst" bedeutet. Da ich aber glaube, dass die Tötung eines Lebewesens für ein Kind wenig erheiternd, zuweilen sogar sehr verstörend sein dürfte, werde ich davon absehen, meinen Kindern so etwas ggf. anzutun. Wie kann das Töten eines Tieres auf ein Kind überhaupt verstörend wirken, wenn es doch völlig natürlich ist? Warum kriegen Katzenkinder keine Psychosen, wenn sie zusehen, wie ihre Mutter eine Maus zu Tode quält, Menschenkinder aber schon, wenn ihre Eltern oder andere Menschen ähnliches machen? Das hat die Natur aber reichlich komisch eingerichtet.

Offline Poppie

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Haustiere
« Reply #16 on: September 27, 2010, 03:55:47 pm »
Zu Shiva: Was das vegane angeht meinte ich schon das TroFu, denn nur das wurde angesprochen. Wer seiner Katze Gemüse vorsetzt (ums mal etwas zu überspitzen und zu verbildlichen), statt einem Pöttchen Fleisch, wegeb mir auch mit Soße, hat  nen Vollschuß, das dürfte wohl jeder einsehen.

Klar, das Industriekatzenfutter, das wir unseren Kätzchen aus der Dose anbieten können ist nicht wirklich ideal. Da ist aber auch die Sorte nahezu egal, alles was man im normalen Supermarkt kaufen kann ist Abfall im weitesten Sinne. Selbst Royal Canin hat "schlechte" Inhaltsstoffe im KaFu, obwohl man dafür gleich das drei oder vierfache an Kohle hinlegen muss. Wer da nicht unterstützen will soll barfen . Ganz einfache Kiste. An sich sowieso das beste für unsere Haustiger, allerdings nicht gerade extrem billig, wenn man ohnehin nicht gerade im Geld schwimmt. Allerdings muss man beim Barfen wiederum auch Minrealien und Vitamine zugeben, das pure Fleisch reicht halt eben nicht aus.
Für einen vegetarier und veganer wahrscheinlich ethisch undenkbar, dennoch ist es artgerecht, was vegane Tierernährung, bei einem carnivoren Haustiert NICHT ist. Ich setz meinem Meerschwein auch kein Steak vor die Nase, weil ICH der Meinung bin, es ist viel besser, als der beschissene, gammlige Salat ausm Supermarkt.. :roll:
Zum Trockenfutter:
Ein bisschen Trockenfutter ist nicht tragisch, hin und wieder was zu knabbern sogar gut, aber die Ernährung aud TroFu zu stützen ist für Katzen, die von Natur aus wenig trinken nicht gesund. Die meisten Katzen trinken nur dann, wenn sie müssen. Nur wenige davon trinken mit Spaß, weil sie es z.b witzig finden mit den Pfoten mitm Wasserstrahl zu spielen, wenn man das Wasser in der Badewanne laufen lässt.
Katzen haben, aufgrund ihrem Trinkverhalten immer belastete Nieren, was Trockenfutter, weil es zur Austrocknung beiträgt nicht gesünder macht.
Wie gesagt, hin und wieder mal n bisschen was zu knabbern ja, aber nicht als Hauptbestandteil. Ich habe mitlerweile umgestellt und füttere nur noch NaFu, da ich zwei Zahnkatzen habe, die beide nicht ideal kauen können, mit dem NaFu gibts keine Probleme, abgesehen davon sieht man mal, wieviel so ein Katzentier essen kann, wenn mal kein quellendes Trockenfutter im Napf liegt ;)
Wer interesse hat: Über Trockenfutter

Ich denke auch, wer anfängt bei seinen Haustieren auf kuriose Dinge umzustellen, weils einem Selbst ethisch wichtig ist (in dem Falle jetzt vegane Katzenernährung), sollte schlichtweg keine fleischfressenden Haustiere halten.
Ich mein, Ratten mögen auch tierische Produkte, als Beispiel ein gekochtes Ei. Tadaa, nächster Gewissenskonflikt, wenn man vegan lebt. Muss das Tier jetzt verzichten, weil der Besitzer damit nicht zurecht kommt? Man kann das jetzt ewig ausführen und jedes X-beliebige Tier aus der Kiste kramen und dessen Fressgewohnheiten analysieren, aber irgendwo hörts auf.
Wer ein Problem damit hat, wie Tiere fressen, sollte keine halten. Oder eben nur jene, die die eigene Ethik in Sachen Essen nicht ankratzen.
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Offline Lycan

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Haustiere
« Reply #17 on: September 27, 2010, 04:25:05 pm »
Sorry Leute, ich klinke mich aus. Jetzt wird's mir echt zu dämlich.

Wer kein Fleisch essen will, es seinen Kindern und von Natur aus fleischfressenden Haustieren vorenthalten und ihnen so die eigene Ethik aufzwingen will, der soll das bitte schön tun.
Ich werde auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen meinen niederträchtigen Genuss über das Wohl der ganzen Welt stellen, Fleisch essen und mir die Wahl zwischen McTasty Bacon und McRib nicht einfach machen. Wenn mich dafür jemand als Arschloch betrachtet, ist das auch ok. Herrscht ja schließlich Meinungsfreiheit.
Dafür kann ich aber in dem ruhigen Gewissen weiter leben, dass ich niemandem meine Ansichten, Weltanschauung, Ethik oder was auch immer aufzuzwingen versuche, weil ich mich ja so sehr um die armen Tiere sorge und ein ach so guter Mensch bin. Bullshit!

Genau, da haben wir's wieder, ein typischer Fall von einem, der keine Kritik vertragen kann. Von mir aus.

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen" - Niels Bohr

Offline Rayk

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« Reply #18 on: September 27, 2010, 04:28:27 pm »
Wer seiner Katze Gemüse vorsetzt (ums mal etwas zu überspitzen und zu verbildlichen), statt einem Pöttchen Fleisch, wegeb mir auch mit Soße, hat  nen Vollschuß, das dürfte wohl jeder einsehen.
Danke! :) Wer Leichenteile von gequälten und absolut nicht artgerecht gehaltenen Tieren frisst und diese Haltung damit unterstützt, hat 'nen Vollschuss, das dürfte wohl noch eher einzusehen sein. Wichtig ist, dass das Tier gesund und zufrieden ist. Wenn es das auch mit veganem Futter sein kann, muss ich fragen: Wo ist das Problem? Ich bin glücklich, die Katze ist glücklich, aber irgendwer muss sich beschweren, weil das Tier kein Fleisch kriegt. Hä? Eine Katze im Tierheim, die Fleisch zu fressen kriegt, ist sicher bemitleidenswerter, als eine Katze die bei liebevollen Menschen mit Artgenossen lebt, Freigang hat und zu Hause vegan ernährt wird.

Quote
Ich denke auch, wer anfängt bei seinen Haustieren auf kuriose Dinge umzustellen, weils einem Selbst ethisch wichtig ist (in dem Falle jetzt vegane Katzenernährung), sollte schlichtweg keine fleischfressenden Haustiere halten.
So einfach isses eben nicht. Das Problem fängt ja nicht bei den Tieren an, die mir Gesellschaft leisten. Den Kern des Problems ist, dass wir die Haustiere in Massen gezüchtet und von uns abhängig gemacht haben, was nun eben zu weiteren Problemen führt. Mehr als Schadensbegrenzung ist da halt nicht drin.

Zum Trockenfutter: Habe auch nirgendwo gesagt, dass man ausschließlich Trockenfutter füttern soll. Trotzdem bleibt es eine Tatsache, dass Katzen für ihre Zahngesundheit etwas brauchen, das die Knochen der Beute ersetzt. Wenn man ihnen nicht das Zähneputzen beibringen will.

Lycan: Doch, Du zwingst Deine Kinder in eine Abhängigkeit nach Tierkadavern, indem Du sie ihnen von Anfang an vorsetzt, aber nicht erklärst, was das genau ist und was passieren muss, damit es auf den Teller kommt. Die Argumente, die dafür sprechen, dass das Fleisch und die Milch von Säugetieren nicht zu unserem Alltagsspeiseplan gehören, sind deutlich. Wenn Du Gegenargumente hast, fühl Dich frei, sie zu äußern.

Erziehung bedeutet immer auch das Vermitteln von Werten und Normen, mindestens, so lange das Kind noch nicht alt genug ist, bewusst selbst zu entscheiden. Wer was anderes behauptet, lügt. Jeder ist ein Kind seines Umfelds, seiner Zeit, seiner Gesellschaft.

Offline Saorin

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Haustiere
« Reply #19 on: September 27, 2010, 04:37:05 pm »
Zum Trockenfutter:
Ein bisschen Trockenfutter ist nicht tragisch, hin und wieder was zu knabbern sogar gut, aber die Ernährung aud TroFu zu stützen ist für Katzen, die von Natur aus wenig trinken nicht gesund. Die meisten Katzen trinken nur dann, wenn sie müssen. Nur wenige davon trinken mit Spaß, weil sie es z.b witzig finden mit den Pfoten mitm Wasserstrahl zu spielen, wenn man das Wasser in der Badewanne laufen lässt.
Katzen haben, aufgrund ihrem Trinkverhalten immer belastete Nieren, was Trockenfutter, weil es zur Austrocknung beiträgt nicht gesünder macht.
Jaja, das meinte ich auch genauso ;) Um "Hauptbestandteil Trockenfutter" ging's mir nicht.

Quote from: Poppie
Ich denke auch, wer anfängt bei seinen Haustieren auf kuriose Dinge umzustellen, weils einem Selbst ethisch wichtig ist (in dem Falle jetzt vegane Katzenernährung), sollte schlichtweg keine fleischfressenden Haustiere halten.
(...)
Wer ein Problem damit hat, wie Tiere fressen, sollte keine halten. Oder eben nur jene, die die eigene Ethik in Sachen Essen nicht ankratzen.


Das hab ich auch so gemeint =D

@Rayk: Also falls du jetzt mich falls meines Fleischkonsums dann automatisch in "die Fleischfresser" steckst, die du da oben ansprichst:
Ich bin NICHT "empört aufgesprungen" oder whatever. Ich habe meine Meinung gesagt: dass ich's nich gut finde und ich finde auch angemessen begründet. Ich hab doch nicht gesagt "Mein Gott, diese schrecklichen Veganer, quälen ihre Tiere mit veganer Ernährung!!!11eins"

Entspricht das normale Futterverhalten eines Tieres nicht meinen ethischen Vorstellungen, dann sollte ich es eben nich halten...warum muss man das dann rechtfertigen? Die Lösung wäre, auf das Tier zu verzichten statt das Tier zu ändern, damit es zu mir passt. Und das ist jetzt keine Empörung, sondern einfach meine Meinung ;D
Dass soll doch jetzt weder die vegane Lebensweise in Frage stellen, noch sagen, dass alle, die ihre Katzen vegan ernähren, Vollidioten sind. Wieso muss denn immer alles direkt extrem sein? Es gibt ja wohl auch mal was dazwischen.
Und jetzt ganz im Ernst: ich muss doch auch nicht ALLE Fehler der Menschheit zu meinen machen! Irgendwann hörts auch mal auf.
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Offline Rayk

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« Reply #20 on: September 27, 2010, 04:47:36 pm »
Ich reagierte damit vor allem auf Lycans empörte Reaktion. Ohne die wäre meine Reaktion sicher auch entspannter ausgefallen. Aktion und Reaktion und so.

Trotzdem:
Quote
Entspricht das normale Futterverhalten eines Tieres nicht meinen ethischen Vorstellungen, dann sollte ich es eben nich halten...
Du glaubst also, dass es meinen Katzen im Tierheim besser gehen würde, würde ich sie jetzt auf veganes Futter umstellen?

Offline Poppie

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Haustiere
« Reply #21 on: September 27, 2010, 04:59:42 pm »
Jetzt wird es aber Kleinkackerei.
Immer das Leid der anderen mit einbeziehen.. Meine Fresse, es wird sich nichts ändern, nur weil du kein Fleisch isst. Es wird so bleiben, weil Millionen andere Menschen Fleisch essen und auch lieben. Da tut dein Beitrag gar nichts, ausser dir selbst etwas gutes, was ich schoneinmal gesagt hatte.

Du willst deine Tiere auf veganes Futter umstellen, weil du selbst vegan lebst. Hast aber ne Carnivore im Haus. Finde den beschissenen Fehler.
Keiner sagt, es würde deinen Katzen im Tierheim besser gehen, als bei dir, nur nicht artgerecht zu füttern in der Erste Schritt der nicht artgerechten Haltung, wahrscheinlich sogar der schlimmste. Mein Gott, mach doch deine Tiere nicht zum Sündenbock, ehrlich.
Mir geht dieses ewige "Meine Meinung ist alles" langsam etwas auf den Zwickel. Ich finde du hast eine recht radikale Einstellung, das sagte ich aber, glaube ich, auch schonmal. Was bei dir mit Vegetariertum anfing ist mitlerweile in eine recht radikale Form des Vegan(ismus?!) lebens geworden. Das sollst du tun, wenns dir das wert ist, dagegen würd ich niemals was sagen, aber lass es halt nicht an deinen Tieren aus, wie schon gesagt. Fang an zu barfen, das meiste Barffleisch was man im Netz bekommt is Bio, da wurden die Tiere immerhin noch netter gehalten, als beim Dosenfutter ;)
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Offline Saorin

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« Reply #22 on: September 27, 2010, 05:09:45 pm »
Rayk, das hab ich nicht gesagt. Wann hab ich gesagt, es würde Ihnen dann und dann besser gehen? Das liest sich aus dem Zitat doch auch gar nicht raus. Tut mir Leid, aber da reagierst du jetzt auch bisschen über...=D

Ich seh nur den Grund nicht ganz, warum die Tiere meine persönliche Vorstellung dann übernehmen müssten und sich dafür ändern müssen. Und ja, da kannst du jetzt wieder argumentieren, da drehen wir uns im Kreis "Warum nicht? Es geht ihnen dann auch gut." Dass ich bereit bin, darüber zu diskutieren, weil mich die andere Seite interessiert, heißt doch nicht, dass ich mich jetzt fügen muss und sage "Ja, stimmt! Ich teile deine Meinung." Dabei hab ich noch nichtmal was böses darüber gesagt, dass es Leute so machen, sondern dass ich es nicht richtig finde.
Das machst du doch auch die ganze Zeit so ;D
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Offline Rayk

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« Reply #23 on: September 27, 2010, 05:15:07 pm »
Meine Fresse, es wird sich nichts ändern, nur weil du kein Fleisch isst. Es wird so bleiben, weil Millionen andere Menschen Fleisch essen und auch lieben. Da tut dein Beitrag gar nichts, ausser dir selbst etwas gutes, was ich schoneinmal gesagt hatte.
Genau, alles ist so wie's ist und wird immer so bleiben. Am besten den Kopf in den Sand stecken, alles akzeptieren und erst garnicht versuchen, was zu bewegen. So steuern wir sicher auf eine wundervolle Zukunft zu. Es verändert sich tagtäglich was, durch jeden einzelnen, der auf Fleisch und Tierprodukte verzichtet.
Quote
Du willst deine Tiere auf veganes Futter umstellen, weil du selbst vegan lebst.
Nein. Sondern weil ich beim Betrachten des ganzen Bildes möglichst wenig Egoismus an den Tag legen und nicht mit zweierlei Maß messen will.
Quote
Hast aber ne Carnivore im Haus. Finde den beschissenen Fehler.
Hm, lass mich überlegen... Tiere sollten es überhaupt nicht nötig haben, in menschlichen Behausungen zu leben?
Mir ist der "Fehler" durchaus bewusst, der "Fehler" auf der anderen Seite ist in meinen Augen aber schlimmer. Wie gesagt: Ich entscheide mich für das kleinere Übel.
Quote
Keiner sagt, es würde deinen Katzen im Tierheim besser gehen, als bei dir
Dann (auch @Saorin) ist die Aussage, dass man keine Katzen halten sollte, wenn man sie vegan ernährt, falsch. Denn die Alternative ist das Tierheim.
Quote
Mein Gott, mach doch deine Tiere nicht zum Sündenbock, ehrlich.
Mache ich nicht. Werde immer dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. :)
Quote
Mir geht dieses ewige "Meine Meinung ist alles" langsam etwas auf den Zwickel.
Das fällt nur so auf, weil sie nicht der Meinung der Masse entspricht. Wer aus der Reihe springt, fällt immer auf. Ihr seid bei euren moralischen Überzeugungen genau so radikal, ihr müsst sie bloß nicht so auffällig verteidigen, weil das schon der Staat für euch macht.
Quote
Ich finde du hast eine recht radikale Einstellung, das sagte ich aber, glaube ich, auch schonmal. Was bei dir mit Vegetariertum anfing ist mitlerweile in eine recht radikale Form des Vegan(ismus?!) lebens geworden. Das sollst du tun, wenns dir das wert ist, dagegen würd ich niemals was sagen, aber lass es halt nicht an deinen Tieren aus, wie schon gesagt.
Mache ich nicht, wie schon gesagt. Radikal? Klar. Wenn einem Lebewesen Unrecht getan wird und es sich nicht selbst wehren kann, muss man Zivilcourage zeigen. Das gilt für Menschen und andere Tiere.
Quote
Fang an zu barfen, das meiste Barffleisch was man im Netz bekommt is Bio, da wurden die Tiere immerhin noch netter gehalten, als beim Dosenfutter ;)
Da werden die Tiere dann totgestreichelt? O.o

Saorin: Ist doch ok. Ich habe Deine Aussagen doch garnicht kritisiert. Du hast durchaus das Recht, es nicht gut zu finden, ich versuche bloß genauer zu hinterfragen, warum das nicht gut ist, bzw. sogar so schlimm, dass jemand, der seine Katzen vegan ernähren will, sie lieber erst garnicht aufnehmen sollte, obwohl er ihnen unterm Strich ein schönes Leben ermöglichen könnte. Das hast Du nämlich tatsächlich gesagt. Und das hinterfrage ich, ohne Dir irgendwie böse zu sein. Diskussion halt. Mein Ton wird nur unsachlich, wenn andere einen entsprechenden Ton an den Tag legen - mit Dir hat das nichts zu tun, weil Du in der Hinsicht bisher immer recht themenorientiert bleibst, was ich sehr angenehm finde.

Offline Saorin

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« Reply #24 on: September 27, 2010, 05:32:42 pm »
Meine Katze frisst gerne Fleisch, sowas merkt man ja. Ihre Verdauung ist auf Fleisch ausgelegt. Sie verspürt aber auch keine Gewissensbisse dabei.
Wenn ich auch das Argument "mein Genuss soll nicht begründen, dass Tiere dafür ihr Leben lassen" in der Veganer-Diskussion durchaus verständlich und gut finde, heißt das nicht, dass ich das "Gewissen" für meine Katze spielen will und ihr den Genuss nehmen will, den sie offensichtlich an Fleisch hat. Sie hat schließlich keine Gewissensbisse, weil das für die normal und so gedacht ist. Also warum ihr den Genuss verbieten?

Dass sie in der Natur keine Kuh tötet, okay. Aber Mäuse würde sie wesentlich mehr fangen, auch mal ein Eichhörnchen, Kaninchen, Vögel. Du hast selbst gesagt, dass ein Tierleben nicht weniger wert ist, als ein anderes. Wo ist jetzt also der Unterschied, ob ich ihr das Fleisch gebe, oder sie draußen entsprechend viele Tiere selbst tötet? Und das würde sie auch von sich selbst entscheiden, von Beeren lebt sie nunmal nicht.

So und warum muss das Tier jetzt meine Vorstellung von "Gewissen" übernehmen? Also ist das Problem aus meiner Sicht, dass der Mensch das bei veganer Ernährung  seiner Tiere will. Ich hab doch nie gesagt, dass es dem Tier deshalb jetzt schlechter geht. Ich kann mich nich erinnern, das jemals von mir gelesen zu haben. ;)
Aber der Veganer schafft sich doch sein _eigenes_ Dilemma, nämlich die Aufgabe, Fleisch an ein anderes Tier zu verfüttern. Um _sein_ Gewissen dann zu beruhigen, entscheidet er über die Nahrung der Tiere. Dieses Dilemma wäre aber einfach nich da, wenn er das Tier nicht hätte.
Wenn du jetzt also sagst: "es spricht nichts dagegen, weil sie nicht krank wird, sondern damit leben kann" komm ich eben auch auf der Ethik-Schiene daher und sage: hier zwingst du genauso einem Tier etwas auf, was es so von sich aus nicht tun würde. Und das scheint ja der Dreh- und Angelpunkt zu sein. Wie immer. Die Ethik. :D

Du sitzt halt nich in der Katze. Du kannst doch bei veganer Nahrung nicht merken, wie gerne sie lieber Fleisch hätte. Aber da sie ja, wie du schön sagst, vom Menschen abhängig ist, muss sie eben das fressen, was man ihr gibt. V.a. wenn sie nicht draußen jagen gehen kann.

Danke, bisher fand ich deine Diskussionsbeiträge auch gut zu lesen, sonst hätt ich mich ja gar nich erst hier freiwillig auf Diskussionen mit dir eingelassen. ;) Aber beim letzten hast du jetzt deine "Aufregung" vielleicht nicht auf die richtige Person gerichtet und mir etwas das Wort im Mund umgedreht.
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Offline Rayk

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« Reply #25 on: September 27, 2010, 05:46:07 pm »
Naja, Du hast halt gesagt, dass man kein Tier aufnehmen sollte, wenn man mit dessen natürlichen Essgewohnheiten nicht klarkommt. Das habe ich halt so interpretiert, dass es dem Tier dann nicht gut gehen würde. Wenn es Dir nur um das Problem geht, das ich mir damit schaffe: Ok, dann ist das falsch angekommen. Dann dazu: Ich schaffe mir das Problem nicht selbst. Es spielt keine Rolle, ob die Katze bei mir oder sonst jemandem lebt. Das Problem ist, dass der Mensch die einen Tiere tötet, um andere zu ernähren, ohne der "Beute" eine Überlebenschance - die sie in der Natur hätte - zu lassen. Das ist für mich eben auch der relevante Unterschied: Ich habe kein Problem damit, wenn meine Katzen Mäuse fangen und fressen. Das ist natürlich und soll auch bitte so bleiben. Das Problem ist, dass der Mensch sich über die Natur erhebt und entscheidet, dass Tier A sterben muss, damit Tier B leben kann. Wie schon gesagt: In der Natur hat die Maus die Chance wegzulaufen. Wenn nicht genug "Beute" da ist, verliert auch mal der Jäger. Das ist bei der Haltung durch den Menschen aber eben nicht der Fall und genau DA liegt mein Problem. Aus reinem Egoismus sage ich: Weil ich meine Katzen lieb habe, müssen andere Tiere für sie sterben. Das würde in der Natur niemand sagen, da würde eine Katze bei zu knappem Nahrungsangebot sterben und die Beutepopulation könnte sich regenerieren. Dass meine Katzen auf diese natürliche Art sterben, will ich aber natürlich nicht, also füttere ich sie - und da suche ich halt nach einer Möglichkeit, die sowohl meinen Katzen als auch den anderen Tieren ein gutes Leben ermöglicht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich will, dass meine Katzen "moralisch" sind. Die können ruhig so viel und so grausam jagen wie sie wollen, wie es sich für sie gehört. Ich sehe bloß nicht, woher irgendein Mensch das Recht nehmen will, zu entscheiden, dass Kühe sterben müssen, damit die viel zu hohe Katzenpopulation so bestehen bleiben kann. Daher rührt mein Gewissenskonflikt.

Offline Saorin

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« Reply #26 on: September 27, 2010, 05:58:43 pm »
Okay, dann kann ich immerhin so nachvollziehen. Ist für mich persönlich aber nicht fundamental genug, um meine Meinung zu ändern.

Denn Katzen jagen immerhin manchmal auch nur zum Spaß, und Mäuse müssen dann eben kläglich verbluten. Find ich auch nich so schön. Erhebt sich die Katze da auch über die Natur, und entscheidet, dass das Tier Opfer seines Jagdtriebes wird und dafür grausam stirbt, obwohl die Katze es nicht fressen will?
Vögelmütter entscheiden auch darüber, dass gewisse Tiere A sterben, damit ihre Vogelkinder B leben können. Ist für mich durchaus vergleichbar. Die liegen denen auch mehr am Herzen, als der "anonyme Wurm". Aber das sollen jetzt keine Gegenargumente mehr sein, sind mal wieder nur Gedanken.

Kleine Verständnisfrage: Du findest die Katzenpopulation zu hoch? Okay, warum haben deine Katzen dann Nachwuchs bekommen? Mir fällt als Begrenzung nur die Kastration oder das Ausmerzen ein. Gegen ersteres hattest du irgendwo mal argumentiert, wenn ich mich richtig erinnere, und es ja offenbar auch nicht als Lösung gewählt. Und ich denke, wir sind beide gegen die zweite Alternative. Also sie doch ihre Population selbst regeln lassen, indem wir alle aussetzen (falls das klappen könnte)? Dann können wir uns aber auch nicht mehr ihrer annehmen und unsere Pflicht, die dem "Abhängigmachen" erwachsen ist, wahrnehmen.
Der Nachwuchs muss trotzdem gefüttert werden.
Klingt für mich etwas widersprüchlich.
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Offline Rayk

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« Reply #27 on: September 27, 2010, 06:10:55 pm »
Der Vergleich mit den Tieren hinkt etwas, weil die anderen Tiere im Gegensatz zu uns einfach ihren Trieben folgen und nicht über ihr Handeln reflektieren, sich also keiner Grausamkeit bewusst sein können. Daraus ergibt sich auch, dass sich daraus nicht so eine groß organisierte Tötungsmaschinerie entwickelt, wie bei uns und es ist gewährleistet, dass jedes Tier grundsätzlich eine Chance auf ein erfülltes Leben hat - natürlich durch entsprechende Gefahren beschränkt, aber nicht von Anfang an unmöglich.

Widersprüchlich: Ja, definitiv. Ich erwähnte ja schon: Moralisches Dilemma. Die Probleme sind sich ganz ähnlich... in beiden Fälle ist es eine Gratwanderung zwischen dem individuellen Wohl meiner Katzen und dem Wohl einer anonymen Masse. Im Fall der Kastration habe ich mich für das individuelle Wohl meiner Katzen entschieden, obwohl ich mir bewusst bin, dass ich der Masse an Katzen, die in Tierheimen hockt, keinen Gefallen tue. Auch bei der veganen Ernährung stehe ich vor dieser Entscheidung und bisher entscheide ich auch hier zu Gunsten meiner Katzen und zum Leid der anonymen Masse an Futtertieren. Hier gibt es aber im Gegensatz zum ersten Problem möglicherweise eine Alternative, die für beide Parteien eine annehmbare Lösung bietet. Es ist in diesem Fall halt keine Entscheidung zwischen "gut" und "schlecht" wie bei meiner persönlichen Entscheidung zur veganen Lebensweise, sondern eine zwischen verschiedenen Graustufen. Das macht es tatsächlich ziemlich schwer und bereitet mir Kopfschmerzen. Es ist gut möglich, dass ich meine Katzen noch kastrieren lasse, weil ich mich mit diesem Problem weiter befasse und die Argumente gegeneinander abwäge. It's not that easy, in this case.

Offline Aenur

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« Reply #28 on: September 27, 2010, 06:12:39 pm »
Weiterhin: Ich finde es wahnsinnig interessant, wie gerade die Fleischesser aufspringen und schreien, wenn das Thema "vegane Ernährung von carnivoren Haustieren" auf den Tisch kommt - warum seid ihr hier so empört und engagiert, während ihr die absolut NICHT artgerechte Haltung der Puten, Hühner, Rinder, und Schweine, die ihr aus der Kühltheke fischt, billigend in Kauf nehmt? Diesen Tieren geht es definitiv NICHT gut, einem vegan ernährten Haustier möglicherweise schon. Trotzdem verurteilt ihr das eine und das andere geht euch quer anner Sense längs.

I just don't understand. Oder geht es etwa nur darum, diesen blöden Moralaposteln auch mal ordentlich Vorwürfe machen zu können?

Du hast aus freiem Entschluss dir ein Haustier zugelegt und damit die Verantwortung übernommen. Da du wohl nicht auf dem Dorf/ in der Kleinstadt lebst war dir klar dass es Hauskatzen sein können und du somit gar nciht in der lage bist sie nach von dir gesetzten Maßstäben artgerecht zu halten - so dass sie sich mal ne Maus zwischendurch fangen können. Du hast dir also selbst eine Verantwortugn aufgebürdet der du gar nicht komplett gerecht werden kannst. Also hast du es ihr so gut wie es geht nachzu kommen und dem Tier auch eine Nahrung zur Verfügung zu stellen die ihrer Natur entspricht.

Ein unterscheid bei deinen Gottspielchen ist aber auch der dass bei der ersten Variante Tiere zu nutzzwecken gehaltne und dann geschlachtet werden, bei der zweiten Variante qälst du ein Tier für deine Überzeugungen.

Und letztendlich bleibt es dabei, das Tier ist dem Menschen Untertan. Bei mir weil es mir schmeckt, bei Rayk weil er Gott spielt und der Katze grünzeug verfüttert.

ENTWEDER ein lebendiges Kaninchen vor die Nase setzen und warten, bis sie es getötet und zubereitet haben ODER sie zumindest explizit darüber aufklären, was "Fleisch" und "Wurst" bedeutet.

Ihr Stadtmenschen wirkt auf mich manchmal echt verstörend...naja gut in Zeiten wo man KIndner im KiGa beibringen muss, dass Kartoffeln nicht auf Bäumen wachsen oO Also eigentlich ist mir diese Kausalkette schon durchaus bewusst gewesen so lange ich denken kann. Ans Taubenschlachten bei den Großeltern
kann ich mich so seit dem 4 oder 5 Lebensjahr erinnern - was nicht ausschließt dass ich es zuvir auch schon mitbekommen habe. Trotzdem war es jedesmal fast
etwas wie ein Feiertag wenn es Täubchen gab. Und das einzig schlimme beim Schlachten war nicht das schlachten selbst sondern der Geruch vom Abflämmen nach dem Rupfen.

Im übrigen möchte ich behaupten dass es bei Kindenr im entsprechendem alter absolut kein Problem ist es auf eine Art und Weise aufzuklären was die Wurst ist, so dass es kein Fleisch mehr möchte. Genauso leicht ist es einem Kind bei zu bringen dass eine dunkle Hautfarbe eine Strafe Gottes ist.
Es fängt damit an dass sobald du deine moralsiche Einstellung zu Fleisch durchblicken lässt das Kind in einer Situation ist in der seine Entscheidung durch "soziale Erwünschtheit" beeinflusst wird und geht damit weiter dass ich ihm etwas von den Schmerzenschreien der Kuhmutter erzähle die zersägt wird, während ihr armes Kalb dabei zusehen muss.

  
« Last Edit: September 27, 2010, 06:34:02 pm by Aenur »
Im Zweifelsfall p = ü

Offline Saorin

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« Reply #29 on: September 27, 2010, 06:17:53 pm »

Widersprüchlich: Ja, definitiv. Ich erwähnte ja schon: Moralisches Dilemma. Die Probleme sind sich ganz ähnlich... in beiden Fälle ist es eine Gratwanderung zwischen dem individuellen Wohl meiner Katzen und dem Wohl einer anonymen Masse. Im Fall der Kastration habe ich mich für das individuelle Wohl meiner Katzen entschieden, obwohl ich mir bewusst bin, dass ich der Masse an Katzen, die in Tierheimen hockt, keinen Gefallen tue. Auch bei der veganen Ernährung stehe ich vor dieser Entscheidung und bisher entscheide ich auch hier zu Gunsten meiner Katzen und zum Leid der anonymen Masse an Futtertieren. Hier gibt es aber im Gegensatz zum ersten Problem möglicherweise eine Alternative, die für beide Parteien eine annehmbare Lösung bietet. Es ist in diesem Fall halt keine Entscheidung zwischen "gut" und "schlecht" wie bei meiner persönlichen Entscheidung zur veganen Lebensweise, sondern eine zwischen verschiedenen Graustufen. Das macht es tatsächlich ziemlich schwer und bereitet mir Kopfschmerzen. Es ist gut möglich, dass ich meine Katzen noch kastrieren lasse, weil ich mich mit diesem Problem weiter befasse und die Argumente gegeneinander abwäge. It's not that easy, in this case.

Gut, dass wir uns zumindest darüber einig sind, dass es hier kein klares Ergebnis im Sinne von "gut" und "schlecht" gibt, auch bei entsprechenden persönlichen ethischen Maßstäben. Und da beide Seiten Argumente vorzubringen haben, die ich gut nachvollziehbar finde, fand ich diese Diskussion ehrlich gesagt sehr nützlich. =D Danke dafür.
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