Author Topic: Haustiere  (Read 12140 times)

Offline Saorin

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Haustiere
« on: September 26, 2010, 09:36:10 pm »
Was ich jetzt schon oft gelesen habe, als ich über Veganismus recherchiert habe, war das hier:
"Echte Veganer" sollten aufgrund ihrer Moral-, Ethikeinstellung und Philosophie keine Tiere als Haustiere haben und es im Grundsatz ablehnen.
Was sagt ihr dazu?

Ich persönlich habe eine Katze - die ist uns vor 8 Jahren zugelaufen und wir haben sie aufgenommen. Ich kann mit diesem Gedanken dieser "extremen" (ich finde, der Begriff passt, da es sich sehr von dem abhebt, was im Durchschnitt als normal bzw alltäglich empfunden wird) Veganer nicht 100%ig anschließen.
Das Grundargument - Tiere haben unveräußerliche Rechte, dazu gehört auch das "nicht gefangen halten werden" - leuchtet mir ein.

Aber ich hab ehrlich gesagt keine ethischen Gewissensbisse! Unsere Katze lebt hauptsächlich draußen. Sie kommt und geht wann sie möchtet, jagt draußen selbstständig, kriegt aber von uns auch Futter, wenn sie es verlangt. Sie kommt freiwillig, und selbst wenn sie drinnen ist, hat sie bei uns in einem riesigen Haus sehr viel Platz - den nimmt sie sich auch gerne, wo sie will ;D. Obwohl wir sie quasi aus "zweiter Hand" haben, merkt man doch, dass sie uns gern hat. Sie kommt zum Schmusen (wenn ihr mal danach ist =D) und kennt uns und unsere Verhaltenweisen gut, das merkt man ihr an.

Also, ich habe nicht das Gefühl, ich würde meiner Katze irgendein Leid antun oder sie beschränken. Stattdessen finde ich eher, dass es ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist. Sie profitiert von einem Dach über dem Kopf und einem "Dosenöffner", könnte aber jederzeit sich dazu entscheiden, nicht wieder zu kommen.
Und ich habe das unendlich gute Gefühl, von einem Tier Zuneigung zu erfahren - eine wirklich wertvolle Gesellschaft! Und das empfinde ich wirklich nicht als "egoistisches Ausnutzen" wie ich es oft bei stark tierrechtlerischen Veganern gelesen habe.
 
Nicht falsch verstehen, das soll auch keine "ethische Absegnung" sein, weil ich denke, dass man damit selbst zu leben hat. Und ich habe da für mich keine Bedenken.

Aber eure Meinungen interessieren mich natürlich. =)
Wie steht ihr dazu?
Zusatzfrage: Was haltet ihr von veganer Ernährung bei Hunden/Katzen?
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Offline Poppie

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Haustiere
« Reply #1 on: September 26, 2010, 10:23:36 pm »
Wir haben das Thema schonmal im Tierische Mitbewohner-Thread aufgegriffen, am besten einfach mal von vorn bis hinten durchstöbern :)
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Offline Saorin

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Haustiere
« Reply #2 on: September 26, 2010, 10:53:54 pm »
Och tut mir Leid =/ Hab den Thread gesehen und da auch bisschen gestöbert, aber da jetzt alle 20 Seiten zu lesen war mir dann doch zu anstrengend xD
Also alle fertig mit dem Thema? =D Schade...
Trotzdem vielen Dank für den Hinweis, Poppie =)

edit: hab da nochmal quergelesen und das jetzt nich direkt gefunden...habs wahrscheinlich überlesen.
Vielleicht hat ja aber doch noch jemand Lust, was dazu zu sagen =) Ich fänds lieb, wenn der Thread aufbleiben könnte, bin auch nich böse, wenn's doch keine Antworten mehr gibt. =D
Außerdem wurde in letzter Zeit ja auch einiges als eigene Themenkomplexe ausgekoppelt.
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Offline Rayk

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Haustiere
« Reply #3 on: September 27, 2010, 01:29:54 am »
Ich finde es nicht gut, wenn Tiere gezüchtet werden. Ich finde es nicht gut, dass es Tiere gibt, die vom Menschen abhängig gemacht wurden. Aber: Diese Tiere sind da und nun hat der Mensch auch die resultierende Verantwortung zu tragen. Wenn man alle Katzen nun einfach frei lassen würde, würden 90%+ von ihnen einfach verhungern. Also sollte man ihnen ein möglichst schönes Leben, unter den gegebenen Umständen, ermöglichen.
Kurz: Tiere, die ein Zuhause brauchen, bei sich aufzunehmen, ist 'ne gute Sache. Tiere wie eine Ware aus Zoohandlungen oder von Züchtern zu kaufen, finde ich moralisch sehr fragwürdig.

Vegane Ernährung: Bei Hunden ja prinzipiell kein großes Problem, sind schließlich auch Omnivoren. Bei Katzen bin ich irgendwie skeptisch, obwohl es eigentlich das moralisch einzig konsequente wäre. Wollte meinen Tigern bei Zeiten mal veganes Trockenfutter anbieten und nebenbei trotzdem noch weiter "normales" Dosenfutter füttern. Dann mal weitersehen. o.o

Offline Poppie

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Haustiere
« Reply #4 on: September 27, 2010, 02:43:37 am »
Quote
Wollte meinen Tigern bei Zeiten mal veganes Trockenfutter anbieten und nebenbei trotzdem noch weiter "normales" Dosenfutter füttern. Dann mal weitersehen. o.o

Entschuldige, aber: Is nicht dein ernst? Oo
Du willst nicht ernsthaft bei deinen Katzen anfangen nicht artgerecht zu füttern, weil DU ein Problem mit Fleisch hast? oO
Abgesehen davon ist Trockenfutter nicht gerade das Beste für Katzen. Würde an deiner Stelle ganz drauf verzichten, ist deutlich gesünder.
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Offline Saorin

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Haustiere
« Reply #5 on: September 27, 2010, 08:07:23 am »
Also veganes Futter bei Hunden kann ich gedanklich noch nachvollziehen. (Meine Meinung dazu ist schon wieder differenziert, aber ich will mich mal auf die Katzen konzentrieren =D)
Aber wieso will man ein carnivores Tier zum Pflanzenfresser machen? Meine Katze jagt sich draußen auch selbst Mäuse und sucht sich keine Beeren. Würde ich ihr einen Topf mit Salat und einen mit nem Fleichstück anbieten, weiß ich, was SIE sich aussuchen würde.
Rayk, du hast selbst gesagt, die Tiere wurden abhängig gemacht. Und jetzt soll der Mensch das auch insoweit ausnutzen dürfen, dass er entscheidet, dass seine Tiere sich nicht mehr von dem ernähren dürfen, was sie in freier Natur fressen? Das ist für mich ehrlich gesagt schon ein bisschen "instrumentalisieren". Wenn's ne Mischung aus beiden Futterarten ist, ist das vllt ganz gut. Aber ausschließlich? Wie immer gilt eben: alles in Maßen - das gilt wohl auch fürs Fleisch.
Wer selbst Probleme mit Fleisch hat, sollte sich keine Carnivoren halten, finde ich.

Rayk, deine Katzen sind übrigens richtig richtig hübsch! =D Wollte ich mal gesagt haben.

@Poppie: Bisschen Trockenfutter für die Zähne ist doch durchaus okay? Wenns um das geht, was drin ist...da hab ich beim Feuchtfutter so auch des öfteren meine Zweifel, was die da reinkippen...Für die Zähne der Katzen ist aber ein Stück (frisches) Fleisch, auf dem sie kauen können & müssen, schon die bessere Alternative. Aber das kann man sich ja auch nich unbedingt täglich leisten.
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Offline Sh|va

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« Reply #6 on: September 27, 2010, 10:08:59 am »
Ich glaube Poppie hat bei ihrer Aussage schon das NaFu mit einbezogen. Allerdings ist TroFu noch schlechter finde ich, da die Katze (oder das Tier allgemein), wenn es dann nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, Nierenprobleme bekommen kann. Aber das ist eher der Fall, wenn die Tiere damit ausschließlich gefüttert werden.

Meine Frettchen bekommen als Hauptnahrung auch Trockenfutter, allerdings gibts ja kein billiges Katzenfutter ;) Da sind zu viele pflanzliche Inhaltsstoffe drin. Denn selbst wenn ich wollte, meine Frettchen könnte ich nicht vegetarisch/vegan ernähren, da würden sie mir wegsterben. Denn sie können cellulosehaltige Nahrung nicht verwerten. Ich bin also darauf angewiesen Fleisch dazu zu füttern, damit sie auch Artgerecht ernährt werden. Und sonst kann ich dazu glaub ich nicht viel sagen, da ich selbst Omnivor bin, aber ich finde schon, dass man seine Tiere, egal ob man Veganer oder Omnivor ist, artgerecht ernähren sollte, denn wie schon so schön gesagt, wir haben die Tiere von uns abhängig gemacht, also haben wir auch die Sorge dafür zu tragen.

Offline Lycan

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Haustiere
« Reply #7 on: September 27, 2010, 10:35:45 am »
Also, jetzt hakt's aber bald aus. Sogar Tieren wie Hunden und Katzen eine veganische Ernährung aufzwingen zu wollen.

1. Ob Veganismus/Vegetarismus ja oder nein sollte ja wohl eine bewusste Entscheidung der betreffenden Person sein, soviel Freiheit sollte jedem zugestanden werden. Und Haustieren bei der Ernährung eine bewusste Entscheidung zu unterstellen ist mehr als abwegig. Außer man setzt ihnen beides vor und sie lassen Fleischhaltiges konsequent stehen, was ich aber nicht glaube.
Ebenso fragwürdig finde ich es, Kleinkinder von Anfang an vegetarisch/vegan zu ernähren. Aber das ist ein anderes Thema.

2. Wie Rayk treffend angemerkt hat, sind Hunde Omnivoren. Da steckt das lateinisch "omnis" drin, also "alles". Also sollte ihr Speiseplan bitte schön auch alles enthalten. Auch Fleisch.

Tut mir Leid, wer ernsthaft daran denkt, Hunde vegan ernähren zu wollen, hat sie in meinen Augen nicht alle am Brett.


P.S. Ich kann mich immer so schlecht entscheiden, ob ich einen BigTasty mit Speck (Rind + Schwein) oder einen Mc Rib (Schwein) und einen McChicken (Huhn) nehmen soll. Wer kann mir bei dieser Auswahl helfen?
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Offline Rayk

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« Reply #8 on: September 27, 2010, 11:20:58 am »
Entgegen der -in "Katzenforen" (verrückte Leute dort) oft erwähnten- Behauptung, dass Trockenfutter schlecht sei, ist es sehr anzuraten, sowohl Dosenfutter, als auch Trockenfutter zu füttern. Ohne etwas zum "Draufrumkauen", hat die Katze keine Möglichkeit, alte Ablagerungen am Zahn abzutragen. Die Folge: Karies. Das liegt dann eher weniger an den 0,1% Zucker, die in diversen Billig-Dosen zugesetzt sind. In der Natur haben die Knochen die selbe Funktion.
Der kleine Hexenkater verweigert übrigens bisher Dosenfutter. Alle anderen prügeln sich um den Dosenfraß, er knabbert ganz entspannt sein Trockenfutter und trinkt danach gut Wasser. Kann ich auch nichts drann ändern, habe schon versucht ihm das Dosenfutter schmackhaft zu machen, indem ich's ihm um's Maul schmiere. Kein Interesse. *shrug*

So, weiter zur veganen Tierernährung:
Selbstverständlich ist die natürliche Ernährung einer Katze Fleisch und einer wildlebenden Katze würde ich ihr Recht darauf niemals absprechen. Das Problem ist, dass es in der Natur eine Selektion geben würde. Die Beute hat die Möglichkeit, wegzurennen, es entscheidet sich spontan, ob die Beute zu langsam ist, oder ob die Katze verhungert. In menschlichen Behausungen gibt es diese Selektion nicht. Nun steht man vor der Entscheidung:

1. Ich spiele Gott und greife in die Natur ein, indem ich das Fleisch von gequälten, ermordeten und in Dosen verpackten Tieren kaufe, ihnen damit jede Chance auf ein angemessenes Leben nehme. Das wäre ziemlich egoistisch, weil ich das Wohl meiner Katzen von vorneherein über die Daseinsberechtigung eines anderen Lebewesens stelle.
2. Ich spiele Gott und ernähre meine Katzen mit veganer, mit Nährstoffen angereicherter Nahrung, die nicht artgerecht ist, ihnen aber allem Anschein nach doch ein gutes, langes Leben und einen Genuss beim Fressen ermöglicht. (Allein die Tatsache, dass die Katzen mir sehr gerne mein veganes Essen klauen, lässt mich in der Hinsicht schonmal keine Zweifel haben.)

Beide Optionen sind kaum optimal. Optimal wäre es, wenn die Katzen leben könnten, ohne überhaupt von irgendwem ernährt werden zu müssen. Naja. Utopia.

Lycan: Ich finde es fragwürdig, Kleinkinder von vorneherein mit Leichenteilen zu füttern. Das arme Kind kann sich ja noch garnicht wehren. Seit das dreijährige Kind von Bekannten weiß, was "Fleisch" ist, wird es verweigert, obwohl die Eltern weiterhin omnivor leben. Nein, ich habe keine "Aufklärungsarbeit" geleistet.

P.S.: Wenn Du "Fick Dich!" sagen willst, dann mach das doch einfach. Auch dafür wird hier keiner gebannt. Ist allerdings wenig produktiv.
« Last Edit: September 27, 2010, 02:23:13 pm by Rayk »

Offline Rayk

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« Reply #9 on: September 27, 2010, 12:21:24 pm »
Weiterhin: Ich finde es wahnsinnig interessant, wie gerade die Fleischesser aufspringen und schreien, wenn das Thema "vegane Ernährung von carnivoren Haustieren" auf den Tisch kommt - warum seid ihr hier so empört und engagiert, während ihr die absolut NICHT artgerechte Haltung der Puten, Hühner, Rinder, und Schweine, die ihr aus der Kühltheke fischt, billigend in Kauf nehmt? Diesen Tieren geht es definitiv NICHT gut, einem vegan ernährten Haustier möglicherweise schon. Trotzdem verurteilt ihr das eine und das andere geht euch quer anner Sense längs.

I just don't understand. Oder geht es etwa nur darum, diesen blöden Moralaposteln auch mal ordentlich Vorwürfe machen zu können?

Offline Lycan

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« Reply #10 on: September 27, 2010, 12:25:39 pm »
Nein, "fick dich" würde ich niemals schreiben, das würde dem widersprechen, was ich unter "angemessene Umgangsformen" verstehe.

Zum dreijährigen Kind: Fein, völlig ok, Entscheidung des Kindes.

Kleinkinder mit "Leichenteilen" füttern: Nun, nach meiner Auffassung ist der Mensch als solcher, so er sich nicht bewusst dagegen entscheidet, omnivor. Also biete ich meinem Kind dann auch alles an. Warum soll ich gleich über seinen Kopf hinweg die mögliche Auswahl nach meinem Belieben einschränken? Sofern es nicht um unverträgliche Lebensmittel geht, das ist natürlich etwas anders.
Wir haben unseren Kindern alles angeboten, was es an Lebensmitteln so gibt. Wenn sie nun sagen würden, sie wollen kein Fleisch, dann würde sie auch niemand zwingen. Aber das ist dann eben auch wieder ihre bewusste Entscheidung und nicht eine, die ich / wir ihnen durch unsere "Nichtgabe von Fleisch" aufgezwungen hätten.

Mal so am Rande.... Stell dir vor, du hast Kinder und die würden Fleisch essen wollen..... (aber ist der falsche Thread hier)
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Offline Lycan

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« Reply #11 on: September 27, 2010, 12:30:47 pm »
Weiterhin: Ich finde es wahnsinnig interessant, wie gerade die Fleischesser aufspringen und schreien, wenn das Thema "vegane Ernährung von carnivoren Haustieren" auf den Tisch kommt - warum seid ihr hier so empört und engagiert, während ihr die absolut NICHT artgerechte Haltung der Puten, Hühner, Rinder, und Schweine, die ihr aus der Kühltheke fischt, billigend in Kauf nehmt? Diesen Tieren geht es definitiv NICHT gut, einem vegan ernährten Haustier möglicherweise schon. Trotzdem verurteilt ihr das eine und das andere geht euch quer anner Sense längs.

I just don't understand. Oder geht es etwa nur darum, diesen blöden Moralaposteln auch mal ordentlich Vorwürfe machen zu können?

Nö, nur meiner Meinung nach sollten carnivore Tiere auch carnivor ernährt werden. Ebenso wie man omninvoren Menschen auch eine omnivore Ernährung zumindest anbieten sollte (z.B. Ernährung von Kleinkindern). Wie oben schon mal erwähnt: Stell deiner Katze einmal veganes Futter und daneben fleischiges Futter hin. Lässt sie das Fleisch stehen und ernährt sie sich ausschließlich von dem Veganen, bestens. Dann habe ich kein Problem damit.

Wieso stört euch denn die nicht artgerechte vegane Ernährung carnivorer Katzen und Hunde nicht, die nicht artgerechte Viehhaltung aber sehr wohl? Ist eine ebenso legitime Gegenfrage, mit deren Beantwortung wir uns aber wohl endgültig im Kreis drehen würden.
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Offline Rayk

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« Reply #12 on: September 27, 2010, 12:35:02 pm »
Kannst Deinen Kindern ja mal ein Kaninchen und einen Apfel vor die Nase setzen und abwarten, was sie zuerst essen. Ich bezweifle, dass Säugetiere (oder gar ihre Milch! O_o) eine Nahrungsquelle sind, die wir jemals ohne entsprechende Not konsumiert hätten. Kein Kind kommt von sich aus auf die Idee, ein Tier zu töten, zuzubereiten und aufzuessen, wenn es nicht gerade am verhungern ist. Eine "natürliche" Nahrung würde wohl aus Nüssen, Beeren und Insekten bestehen. Natürlichkeit ist aber kein Argument, weder für noch gegen den Veganismus, weil wir uns, als Menschen in einer Gesellschaft, tagtäglich ganz bewusst gegen natürliche Verhaltensweisen entscheiden. Dass ist weder gut noch schlecht, wichtig ist es, die resultierenden Folgen zu betrachten. Wenn vegan ernährte Kinder gesund groß werden, sehe ich kein nachvollziehbares Argument, dass dagegen sprechen würde.

Zur Frage: Nein, das habe ich Dir bereits beantwortet: Die nicht artgerechte Haltung meiner Katzen stört mich durchaus, ich halte sie (bisher noch nicht, aber eventuell) lediglich für das kleinere Übel.

Nachteil der veganen Katzenernährung: Die Katzen werden nicht artgerecht ernährt.
Vorteil: Ich beute keine anderen Lebewesen zum Wohl meiner Katzen aus.

Nachteil der nicht artgerechten Viehhaltung: Die Tiere leiden, werden physisch und psychisch krank, verenden oftmals frühzeitig.
Vorteil: Das Fleisch ist billiger.


Ersteres ist eine Moralfrage, letzteres die Frage, ob Egoismus oder Empathie siegt.

Offline Lycan

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Haustiere
« Reply #13 on: September 27, 2010, 12:40:31 pm »
Kannst Deinen Kindern ja mal ein Kaninchen und einen Apfel vor die Nase setzen und abwarten, was sie zuerst essen.

Tolles Beispiel.
Kannst ja dann später mal deinen Kindern einen Apfel und ein Stück Fleischwurst vor die Nase setzen und abwarten, was sie zuerst essen.

Wenn vegan ernährte Kinder gesund groß werden, sehe ich kein nachvollziehbares Argument, dass dagegen sprechen würde.
Sehe ich auch nicht, sofern ich ihnen den Veganismus nicht aufzwinge, sondern sie sich, obgleich omnivor, selbst dafür entscheiden.
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Offline Missy

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Haustiere
« Reply #14 on: September 27, 2010, 12:59:14 pm »
Tolles Beispiel.
Kannst ja dann später mal deinen Kindern einen Apfel und ein Stück Fleischwurst vor die Nase setzen und abwarten, was sie zuerst essen.

Tolles Beispiel, vom berüchtigten Fleischwurst-Tier, das in der Natur sehr häufig vorkommt. Sicherlich ein gutes Argument für natürliche Ernährung! 12Punkte! :D

Sehe ich auch nicht, sofern ich ihnen den Veganismus nicht aufzwinge, sondern sie sich, obgleich omnivor, selbst dafür entscheiden.

Weißt du überhaupt, was Omnivor bedeutet? :D
Rayk hat weiter oben schon beschrieben, was der Mensch von Natur aus isst, wenn du schon damit argumentierst... Beeren, Obst, Insekten, Nüsse im Groben.
Kein Fleisch, sorry. :cry:

Back to topic:
Ich kann die Gedankengänge von Rayk wohl nachvollziehen, lehne aber eine vegane Ernährung von Katzen ab. Aus folgenden Gründen:

1. Derzeit ist die Situation so, dass die Tierleichenreste, die ins Katzenfutter kommen, nur ein Abfallprodukt der Fleischindustrie sind. Kein Tier stirbt direkt für meine Katzen als Haustier, sondern für mich als Mensch. Die Situation ist kacke an sich, aber bringt mich dazu, zu denken, dass kein Boykott der carnivoren Tiernahrung irgendetwas bewirken oder aussagen würde.

2. Meine eigene Katze liegt mir sehr viel mehr am Herzen als ein anonymes Schwein oder Rind, das ich nicht kenne.

Das Endziel aus meiner Perspektive wäre die Abschaffung von Tierzucht und Tierhaltung an sich, was das Problem lösen würde.
Kein Fleischkonsum - keine Fleischindustrieabfallprodukte - kein Tierfutter.
Keine Hauskatzen - kein Bedarf an Tierfutter.

Bis dahin fütter ich weiter Sheba. :D
"'Man kann nicht allen helfen', sagt der Engherzige - und hilft keinem."