Author Topic: CD Review  (Read 3944 times)

Offline Calla

  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 287
  • Erben der Schöpfung
    • Erste deutsche Sabine Dünser Fanpage
CD Review
« on: October 05, 2009, 11:09:17 pm »
Ein bisschen Werbung in eigener Sache.
Hier mein neuster CD Review - noch druckfrisch von heute :)

Würd mich freuen wenn ihr einerseits sagen würdet wie ihr ihn findet und wenn ihr euch zweitens natürlich auch das Erben der Schöpfung Album zulegt :D


Erben der Schöpfung sind zurück!
Erstes CD Review des neuen Albums „Narben der Zeit“

Knistern, Rauschen, ganz als befände man sich auf der Suche nach einem guten Radiosender.
Plötzlich wird man von düster rockigem EBM überrascht. Nein, hier entwickelt sich kein neuer Untergrundsender, hier überzeugt das neue Werk der Liechtensteiner Band Erben der Schöpfung die Gothikszene!
Direkt der erste Song „Frequency“ ist ein absoluter Publikumsmagnet.
Man sieht förmlich die schwarz gekleideten Massen in der Halle zu jedem Ton die Hüften schwingen.
Links, rechts, links, rechts. Und immer schön die Augen zu.
Die Gitarren schrubben aggressiv und der Gesang der neuen Frontfrau Dina Falk dröhnt kräftig und gekonnt eingesetzt durch die Lautsprecher.
Aber was wäre ein gutes Gothikalbum ohne altbewährtes Growlen im Hintergrund? Auch dieses
Kriterium erfüllen Erben der Schöpfung direkt zu Anfang. Ganz nach dem „Jekyll and Hyde Prinzip“ wechselt sich Dinas melodischer Gesang mit ihrem bedrohlichem Knurren im Hintergrund.
Eine perfekte Mischung die Erfolg verspricht.

Das zweite Lied des am 20.11.2009 erscheinenden Albums „Narben der Zeit“  beginnt sehr ruhig.
Durch gezielt eingesetzte Töne entsteht ein Spannungsbogen mit Gänsehautgarantie, ähnlich dem Höhepunkt eines gut gemachten Horrorfilms.
Ein Frauenchor setzt ein und gibt dem Hörer das Gefühl sich direkt im Mittelalter zu befinden.
Auch Frau Falks Ausrufe „Fire!“ und „Burn!“ projizieren ein Bild von den dunklen Zeiten dieser Jahre. Hexenverbrennung, Angst, Leid.
Dann plötzlich WUMS – Pady trommelt, unterstützt von harten Gitarrenriffs, wild auf sein Schlagzeug ein. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Zwischendurch mischen sich immer wieder rhythmische EBM Parts in den Song, welche jedes Gruftiherz höher schlagen lassen.
Und durch den fast schon sehnsüchtig gesungenen Text über die Legende des bekanntesten Geisterfotos aller Zeiten, erwacht der Wunsch selbst Jane zu heißen, damit einem so ein gutes Lied gewidmet wird.

Absoluter Höhepunkt des Albums ist allerdings die emotionale Ballade „Homeless“, welche teilweise aus der Feder der kreativen Frontfrau stammt.
Thematisiert wird in dem Lied das Gefühl heimatlos zu sein, auf seelische, emotionale oder politische Art. Aber es ist bei weiten nicht einfach eine Hommage an alles Schlechte im Leben, sondern es soll Hoffnung vermitteln und ermutigen nicht aufzugeben.
Alles in allem ein sehr weibliches Lied, perfekt für verregnete Winterabende im Bett.
Herzschmerz garantiert!

Das vierte Lied „Der tote See“ beginnt etwas gewöhnungsbedürftig, fesselt die Zuhörer dann aber mit dem langersehnten deutschen Text, der besonders für Schweizerin Dina Falk in der Aussprache schwierig war. Aber sie meistert es in perfektem Hochdeutsch, vollkommen Dialekt frei.
Auch Meister und Gründer der Band Oliver Falk tut was er am besten kann: er haut hier ordentlich in die Tasten und weiß die Mehrheit der schwarzen Minderheit zu begeistern.
Der Gesang ist ausnahmsweise relativ hoch und erinnert dadurch sehr an alte Stücke von L’ame Immortelle und einigen Liedern der norwegischen Band Theater of Tragedy.
Durchaus ein Vergleich der sich sehen lässt.


„Leaving“, die erste Singleauskopplung des Albums, kursierte schon seit längerer Zeit als Demoversion im Internet, hat sich aber unter neuem Namen nochmal komplett gewandelt.
Es ist nun härter, eingängiger, besser. „Dat hat mehr rums!“, wie der Ruhrpottler sagen würde.
Besonderheit bei diesem Lied ist, dass neben Dina hier Fizzi, Freund und Bandkollege von Schlagzeuger Pady und Gitarrist Tobi bei deren Nebenprojekt „Anteochito“ mit düster, männlichen Growls für Abwechslung sorgt.
So entsteht ein griffiger EBM Song, der auf keinem Gothiksampler mehr fehlen darf.

Für „Freeze my Soul“ werden die Töne wieder etwas ruhiger, aber nur zu Beginn.
Gegen Ende des Songs kommt Stärke in die Melodie und die Instrumente rücken in den Vordergrund. Eine Mischung aus EBM Ballade und guter Tanzmusik. 
Oliver Falk wechselt hierbei geschickt zwischen schmachtendem Pianisten und hartem Rockstar.
 „My Soul was frozen […] I could not see the way.“, klingt aus dem Mund der Schweizerin sehr glaubwürdig und verleiht dem Lied die gewünschte Tiefe.

 „Locked“ hat seinen ganz eigenen Scharm und schafft es direkt zu Anfang durch wenige Töne eine besondere Atmosphäre zu schaffen.
Man hat das Bild einer Prinzessin vor Augen, die hoch oben in Ihrem Turm eingesperrt wurde und sich durch Dinas Stimme Gehör verschafft.
Durch den Wechsel zwischen englischen und deutschen Gesangsparts wird eine Art innere Stimme erzeugt, die auf den Hörer einredet. Sehr gut gemacht und dabei nicht zu sehr ins Klischee gefallen.
Natürlich dürfen auch hier die guten, alten Elektroparts nicht fehlen, sodass sich Erben der Schöpfung  auf diesem Album durchweg treu bleiben und ein klares Ziel definieren.

Kommen wir nun zu dem Titel mit dem wohl lustigsten Namen – aber definitiv mit dem meisten Pepp: „Krähenauge“ hat Headbangfaktor und sorgt live mit Sicherheit dafür, dass niemand mehr still steht.
Auch die Gitarrensoli der drei Guitarheros  Rino, Flo und Tobi passen ideal in das Profil des rockigen Songs, der bis dato wohl der Härteste von Erben der Schöpfung ist.
Dina experimentiert etwas mit Schulchor ähnlichem Sprechgesang, trifft damit aber genau den Nerv dieses Songs und gibt ihm eine besondere Note.
Ein Lied das Spaß macht, nicht nur wegen dem Namen.

Wohl am persönlichsten auf dem ganzen Album ist „Your Lullabies“.  Es behandelt Kinderschicksale, die ohne ausreichend Liebe ihrer Eltern groß werden müssen und appelliert indirekt sehr gut darüber nachzudenken ob man wirklich in der Lage ist sich der Herausforderung der Erziehung zu stellen.
Dinas Gesang wirkt hierbei sehr eindringlich und stark und macht mit Nachdruck ihre Intention deutlich.
Auch die eher zurückhaltenden Elektroparts lenken nicht vom Gesamtbild ab und machen den Song zu einem gruftig-guten Gesamtpaket.

Weltuntergangsstimmung ala Enya macht sich beim letzten Song „Twisted“ des neuen Albums „Narben der Zeit“ von Erben der Schöpfung breit. Doch natürlich fehlen auch hier griffige Elektroparts, ordentliche Drums und Gitarrenriffs nicht. Das passt ja mal so gar nicht denken sie?
Oh doch das passt. Sehr gut sogar. Der perfekte Abschluss für ein perfektes Album.
Seit 2001 war es ruhig um die Band rundum Frontmann Oliver Falk, doch nun sind sie zurück:
Härter, lauter und besser als je zuvor!
Die Narben der Zeit sind verheilt und Erben der Schöpfung machen da weiter wo sie aufgehört haben. In der oberen Liga des deutschsprachigen Gothik.

Von Svenja „Calla“ R.
Erben der Schöpfung Support

www.erben.li
www.myspace.com/edssupport
« Last Edit: October 07, 2009, 01:48:06 pm by Calla »

Offline Hamletian Kyd

  • Bloody Crumpet
  • ***
  • Posts: 144
  • Out of bed I creep/ to climb this tower of shame
CD Review
« Reply #1 on: October 06, 2009, 01:09:33 pm »
Zumindest informativ...kenne von EdS noch nix, im Zweifelsfall würden mich aber erstmal die früheren Sachen (sprich die mit der Dünser) mehr interessieren.
Ein wenig dichter hätte man´s schreiben können, z.B. muss am Ende nicht wiederholt werden, über welches Album gerade gesprochen wird. Aber "Kunst des Weglassens" will gelernt sein, v.a. wenn man von einer Sache begeistert ist und das auch weitergeben will.
Von daher: schöner Beitrag zu einer Band, die trotz gewisser Ansprüche nicht übermäßig bekannt zu sein scheint. Lediglich ein paar "Stolperstellen" gehören noch ausgebügelt - es sei denn meine Kenntnisse in neuer Rechtschreibung sind so schlecht wie ich befürchte: "Scharm" statt "Charme", geht das?! Und ausserdem: "Jackl and Hyde" - hmmm...ist das n´ Wortspiel??
Trau keinem über Dreißig? Hau einen über Fünfzig!

Offline Calla

  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 287
  • Erben der Schöpfung
    • Erste deutsche Sabine Dünser Fanpage
CD Review
« Reply #2 on: October 06, 2009, 02:55:57 pm »
Hey, erstmal vielen Dank :)

Die alten Sachen sind natürlich auch wirklich gut. Gerade weil Sabine dabei ist. Aber mit dem neuen Album gehen sie schon in eine ander, härtere Richtung die mehr im EBM Bereich ist.

Huch Rechtschreibfehler ertappt! nein, nein mit neuer RS hat das nix zu tun, da war ich einfach paddelich. Es heißt natürlich Charme.
Du bist der erste von 20 dem es auffällt :D

Dr Jekyll and Mr Hyde kennste nicht? Hier eine Person, die zw. gut und böse wechselt? Sehr empfehlenswertes Musical nebenbei.
Also ja, ich würds als Wortspiel betiteln.

Also danke nochmal das du ihn überhaupt gelesen hast und das er dir gefällt :)
Ich kann dir die Erben Seite mit den Hörproben (auch von den alten Sachen) wirklich nur ans Herz legen - es looohnt sich!
« Last Edit: October 07, 2009, 01:57:54 pm by Calla »

Offline Schneewittchen

  • Anti-Heldin
  • Inmate
  • ******
  • Posts: 1501
  • Dreams, they're for those who sleep.
CD Review
« Reply #3 on: October 06, 2009, 03:19:03 pm »
"Das vierte Lied „Der tote See“ beginnt etwas gewöhnungsbedürftig, fesselt die Zuhörer dann aber mit dem langersehnten deutschen Text, der besonders für Schweizerin Dina Falk in der Aussprache schwierig war. Aber sie meistert es in perfektem Hochdeutsch, vollkommen Dialekt frei."

"dialektfrei" wird klein und zusammengeschrieben, glaub ich. Bei der "Kunst des Weglassens" schließe ich mich Kyd an ["Erben der Schöpfung sind zurück!
Erstes CD Review des neuen Albums „Narben der Zeit“" -  "Das zweite Lied des am 20.11.2009 erscheinenden Albums „Narben der Zeit“  beginnt sehr ruhig." - "Weltuntergangsstimmung ala Enya macht sich beim letzten Song „Twisted“ des neuen Albums „Narben der Zeit“ von Erben der Schöpfung breit."].

Ansonsten interessant geschrieben. Bislang kannte ich sie nicht, werd mich bei Gelegenheit mal mit ihnen auseinandersetzen.
„Sylvia, get your head out of the oven."


Offline Calla

  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 287
  • Erben der Schöpfung
    • Erste deutsche Sabine Dünser Fanpage
CD Review
« Reply #4 on: October 06, 2009, 04:00:41 pm »
Danke für eure Verbesserung, aber es ist eh gestern raus gegangen deswegen kann ich da - leider - nichts mehr dran ändern.

Und wegen dem Wiederholen, das ist durchaus Absicht. Weil doch recht wenige Leute den Arttikel komplett und wirklich intensiv lesen. Viele überfliegen es nur und bleiben dann vllt. bei einem Titel hängen der vom Namen interessant klingt und da fand ich es wichtig an mehreren Stellen zu erwähnen um wen / was es geht.
Aber beim nächsten Artikel nehm ich mir das zu Herzen, versprochen! :)

Und ja wie gesagt: Ich kann sie nur empfehlen! :D

Offline Luna

  • Inmate
  • ******
  • Posts: 1546
    • Luna Adulara - Model & Singer
CD Review
« Reply #5 on: October 07, 2009, 12:22:02 pm »
Habs auch nochmal überflogen..
Find es auch ok, aber heißt es nicht Dr. Jeckyll & Hyde?

Offline Calla

  • Scrumpet
  • ****
  • Posts: 287
  • Erben der Schöpfung
    • Erste deutsche Sabine Dünser Fanpage
CD Review
« Reply #6 on: October 07, 2009, 01:48:25 pm »
Ja, tut es.

Offline Hamletian Kyd

  • Bloody Crumpet
  • ***
  • Posts: 144
  • Out of bed I creep/ to climb this tower of shame
CD Review
« Reply #7 on: October 09, 2009, 08:16:27 pm »

Dr Jekyll and Mr Hyde kennste nicht? Hier eine Person, die zw. gut und böse wechselt? Sehr empfehlenswertes Musical nebenbei.


Doch klar, hab´ ich gelesen (aber auch nur gelesen - ich HASSE Musicals). Die Schreibweise "Jackl" hatte mich irritiert, so stands im Review als ich Dienstag raufgeschaut hatte...aber das hat ein guter Geist mittlerweile korrigiert, von daher ist es jetzt Jacke(l) wie Hose  :lol:


Habs auch nochmal überflogen..
Find es auch ok, aber heißt es nicht Dr. Jeckyll & Hyde?

Ohne ck, definitiv...Originaltitel "The strange case of Dr. Jekyll & Mr. Hyde".
Trau keinem über Dreißig? Hau einen über Fünfzig!