Are You Suffering?

A Bit O' This & That => Gott und die Welt => Topic started by: Metaphor on July 21, 2012, 11:08:26 pm

Title: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 21, 2012, 11:08:26 pm
Von Berufen und Berufungen - Die Mär der Mitinsass_en_innen. Bitteschön! :D

Mich interessiert, was alle inzwischen/ab sofort/überhaupt so tun, ob sie das, was sie tun, als erfüllend oder zweckmäßig erachten, worin ihre Aufgaben bestehen,
warum sie diese oder jene Richtung einschlagen wollen (hoffnungsvoll) oder eingeschlagen haben (vermutlich desillusionierend :D ), und sämtlichen Wirsing!
Interessiert bestimmt auch andere. Denn was das eine oder andere Mitglied hier betrifft, fällt mir auf, habe auf jeden Fall ich nicht so wirklich Ahnung.

Hoffentlich lohnt sich's. :D

Ich fang' an. :jest:
Weil ich mir glücklicherweise den Titel meiner Vorstellung gemerkt habe, kann ich zurückverfolgen, dass ich damals, im Oktober 2008 (vor langer, langer Weile) angegeben habe, ich wollte
"Virtuelle Kommunikation und Medien an einer Kunsthochschule studieren, um Photographie zu meinem Beruf zu machen". Nun, *räusper*, dem ist nicht mehr ganz so.
Gegenwärtig arbeite ich in einer städtischen - genau genommen der einzigen, in dieser Kleinstadt befindlichen - Galerie-Schrägstrick-Kunsthandel, während ich die Zeit bis zur hoffentlichen
Annahme zum Studium überbrücke. Befindlich bin ich in der letzten Stufe ("Bewerbung um den Platz als solchem") im Aufnahmeprozess zum Studiengang Szenografie in Hannover.

Meine "beruflichen" (offiziell ist meine Position als "Praktikant" deklariert) Tätigkeiten umfassen:
Bilder tragen, Bilder hängen, an Bildern Rahmungen vornehmen, Lagerarbeiten, Produkte inszenieren :D, Schaufenster einrichten,
Beraten, Verkaufen, verkaufte Produkte als Geschenke verpacken, Staubwischen, Schwere Dinge tragen und viel reden. Bei Vernissagen Sekt ausschenken. :nod:

Mir gefällt meine Arbeit sehr, das Klima ist freundlich und, ob der Beschäftigstenzahl von (mit mir) 3,5 Personen, recht familiär. Ich verdiene ein kleines Bisschen.
(Und das aufgrund der Tatsache, dass ich mich durch meine Arbeit dort als tauglich und nützlich erwiesen habe. Das Praktikum war ursprünglich auf die Dauer eines Montags veranschlagt und kein Lohn vorgesehen.)
Der einzige Grund, der mich bewegt, mich (abgesehen vom finanziellen Aspekt) auf lange Sicht dort wegzuorientieren ist eben der, dass ich noch lieber als Kulturgut zu verkaufen selbst welches schaffen möchte. ;)

Von Szenografie erhoffe ich mir, Szenografie machen zu können. :D

NUN IHR!

(http://stream1.gifyo.com/pictures/211/large/321ec5f20fea921d3d458b378f0d2d3a-441963621.gif)

[PS - Guckt mal da oben, ich hab' sogar Gender-Mainstreaming gemacht!
Bedauerlicherweise ist aber anscheinend die Vote-Änderbar-Keit sowie die Anzeige der Namen nicht haften geblieben. Rayk? ôô]
Title: Re: Berufe !?
Post by: Sh|va on July 22, 2012, 08:33:29 am
Da meine "Berufsform" nicht auswählbar, bzw. meine Mehrfachauswahl vorhanden war, hab ich mal das Letzte gewählt ^^ Ich bin nämlich dualer Student. Das bedeutet ich bin sowohl in einem richtigen Beruf, als auch, dass ich studiere.

Ursprünglich hab ich aber Anlagenelektroniker gelernt (Eigentlich Elektroniker für Automatisierungstechnik, aber darunter können sich die Meisten nichts vorstellen ^^). Meine Ausbildung lief gut und hat mir Spaß gemacht und ich hoffte diesen Job dann endlich ausführen zu können. Aufgrund meiner nicht ganz so körperlichen Fitness hatte ich auch angefangen in Abendform meinen Techniker in Elektrotechnik zu machen um später in die Planung gehen zu können. Leider wurde ich immer mit der Begründung, ich hätte ja keine Berufserfahrung (oh Wunder, wie auch wenn man grad aus der Ausbildung kommt) abgelehnt. In Wirklichkeit war es aber auch ein großes Problem für viele Unternehmen, dass ich eine Frau in einer Männerdomäne gewesen bin. Denn es gibt so ein paar Gesetze bezüglich sanitärer Anlagen und pipapo.
Dort hätte mein täglichen Aufgabenfeld ungefähr so ausgesehen. Überwachung, Wartung und Instandsetzung von Produktionsanlagen oder eben allem was automatisiert ist (ich hatte mich z.B. auch in einer Spielhalle für die Wartung der Automaten beworben).

Als ich nach knapp einem Jahr immer noch nichts gefunden hab, hab ich die Technikerschule abgebrochen, denn für den Abschluss hätte ich ein Jahr Berufserfahrung haben müssen und mit jedem Tag schwand die Chance auf einen Job. Jetzt musste also was neues her.
Ich hatte drei Kriterien die der neue Job erfüllen sollte. Er sollte mich interessieren, er sollte zu mir passen (also ich sollte die Tätigkeit auch ausführen können) und die Bezahlung sollte stimmen.

Ich blieb natürlich weitesten Sinne in er Technik und hab mich für eine neue Ausbildung als IT-Systemkauffrau und ähnliches beworben.
Dann bekam ich einen Anruf mit der Nachricht, dass leider schon alle Ausbildungsplätze vergeben wären, was ich aber von einem dualen Studium halten würde.
Wie man sieht, habe ich mich dazu entschieden es zu machen :D Ich studiere jetzt Telekommunikationsinformatik an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig und arbeite in Dortmund. Wie geht das wird jetzt der ein oder andere Fragen. Es ist ein Fernstudium ... wirklich verdammt Fern *lach*.

Wie sieht das Studium in etwa aus: Das Studium geht, in der Regelstudienzeit 3 1/4 Jahre, wobei das letzte Vierteljahr der Bachelorarbeit dient (wobei man meist mehr Zeit dafür hat).
Ich arbeite täglich ganz normal in einem Betrieb, dort können die Aufgabenfelder sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wo man seinen Praxispartner hat. Ich bin z.B. in der Angebotsplanung für den Breitbandausbau in Deutschland tätig für die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz.
Mein Aufgabenfeld dort besteht darin, das Ergebnis des Planers auf Plausibilität zu überprüfen, entsprechende Dokumente zu erstellen und das ganze dann weiter zu geben. Auch die Erstellung von so genannten Vermakrtungslisten gehört derzeit zu meinem Aufgabenfeld. Dort werden Listen erzeugt in denen man erkennen kann, an welcher Adresse man welche Bandbreiten nach dem geplanten Ausbau erwarten kann. Während des Studiums werde ich noch die ein oder andere Tätigkeit wie z.B. Vertragserstellung kennenlernen.
Zum Studium selbst. ich bin über den Zeitraum des Studium 21 Wochen (immer für eine Woche) an der Hochschule um an Vorlesungen und Prüfungen teilzunehmen. 9 Wochen bin ich im Ausbildungszentrum um dort mit meinen Kommilitonen Aufgaben zu lösen und/oder vorhandenen Stoff zu vertiefen. In der restlichen Zeit bin ich auf der Arbeit und muss dann nach Feierabend lernen. Wir haben Mittwochs und Samstags noch sogenannte Teletutorien, sprich Vorlesungen über's Internet. Dort können wir dann nochmal gezielt Fragen stellen und sie uns vom Dozenten erklären lassen.
Zum Thema Telekommunikationsinformatik möchte ich euch einfach mal das "Werbevideo" auf YT zeigen




... Tjoa, das ist mein täglich Brot :D
Title: Re: Berufe !?
Post by: Tom on July 22, 2012, 01:39:04 pm
@Sh|va: Das Video ist für mich derzeit nicht verfügbar. Frauen in Männerdomainen haben es bestimmt nicht leicht, aber es ist auch nicht nur schlecht ein Exot zu sein.

Mich könnte man höchstens als abschreckendes Beispiel anführen.
Letztendlich habe ich mit 33 Jahren eine duale Ausbildung als Fachinformatiker abgeschlossen, die mir ermöglicht hat, meinen jetzigen Job als Angestellter im öffentlichen Dienst mit unbefristetem Vertrag zu erlangen. Das kommt der Utopie von Sicherheit schon ziemlich nah. Freiheit habe ich auch. Was war das dritte?
Title: Re: Berufe !?
Post by: Sh|va on July 22, 2012, 03:47:02 pm
Irgendwie war der Link wohl zu lang. Ich hab den mal gekürzt und den directlink eingefügt, sollte jetzt gehen.

Nein, natürlich ist das nicht schlecht und ich befinde mich mit meinem Studium ebenfalls wieder in einer Männerdomäne, da es aber dual ist (ich ja also schon bei einem Unternehmen "angestellt" bin), hab ich hier eine etwa 90%ige Chance auch hinterher im Unternehmen bleibe zu können (je nach Wirtschaftslage). Das Problem in "handwerklichen" Berufen ist aber eben, dass die Firmen keine Lust haben extra Sanitäre Anlagen für Frauen zu bauen, wenn sie nur eine davon haben, also stellen sie einfach gleich nen Mann ein und sparen sich ne menge Arbeit.
Die Arbeitskollegen haben damit meist weniger Probleme wie mir aufgefallen ist ... es ist einfach der Arbeitgeber.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 22, 2012, 07:38:16 pm
Ich find' das cool, Sh|va. :) Ich habe mal mit einer unglaublich coolen Tischlerin gearbeitet, die hatte (wahrscheinlich unter anderem auch durch den Geschlechterbehauptungsberufsdomänenkampf erworben) ein ziemlich gestärktes Durchsetzungsvermögen. :D

Das Funktionsprinzip des Dualen Studiums klingt ziemlich anstrengend. Dafür hat man aber gleichzeitig sofort Praxiserfahrung (okay, die hast du als bereits Ausgebildete(?) natürlich sowieso). :)
Und man weiß auch, wo man herauskommt. Mein eigener Weg ist in der Hinsicht bisher sehr viel weniger absehbar/geradlinig. :melodramatic:


@Wahlmöglichkeiten: Tut mir übrigens Leid, dass ich Dual-Student als Option vergessen habe. Es sollte eigentlich auch so sein, dass man seine Wahl ändern kann und die Namen beim Ergebnis zu sehen sind. Was aber offensichtlich nicht funktioniert hat. Und nun sehe ich keine Option, das selbst zu berichtigen? (Außerdem muss es heißen Auszubildend_e_r!! :lol: )
Title: Re: Berufe !?
Post by: DevilBride on July 22, 2012, 08:03:42 pm
also mein eigentliche berufliche laufbahn hatte ich eig anders geplant.ich wollte eig mein abi machen und dann pathologie studieren.nur (leider) habe ich mein abi in der 11.klasse abgebrochen.dann wollte ich mich als sektions und präparationsassistentin oder als bestatterin bewerben,habe ich auch nur leider nichts gefunden und dann,wie das so ist habe ich ich mich fast überall beworben wo was frei war.hauptsache erstmal ne ausbildung.ja und dann bin ich in der fleischerei gelandet.der umgang mit dem kunden gefällt mir(auch wenn manche gar nicht nett sind), und das handwerk an sich.sprich die arbeit mit dem fleisch zubereiten und zurechtschneiden und das wir auch vieles selber machen es ist nicht vieles zugekauft.dadurch ist es abwechslungsreich.da wir selber produzieren und ne eigene rinder haltung haben,habe ich die Möglichkeit in der produktion und in der zerlegung mitzuhelfen.was ich an meinen betrieb gut finde das meinen chef die haltung der tiere wichtig ist.nach meiner ausbildung möchte ich meinen meister machen und wenn möglich zu studieren und dann beim veterinär amt anzufangen.
habe ich was vergessen??^^

ich weiß das viele von  euch vegetarier/veganer sind,ich hoffe aba das ihr nicht so schlimm findet das ich hier meinen beruf beschreibe und das es  mir spaß macht;):)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Nachtschimmer on July 22, 2012, 08:53:49 pm
Ich hab 4 Semester Lehramt AHS (= Gymnasium) Deutsch und Psychologie/Philosophie in Wien studiert. Hätte ich ein Semester länger durchgehalten, hätte ich mir den Bachlor Germanistik anrechnen lassen können, aber dann hätte ich ein Jahr weiterstudieren müssen und das Kleine Latinum nachmachen.

jetzt nehm ich meine 120 ECTS Punkte mit nach Marburg und studiere dort Deutsch und Philosophie auf Lehramt Gymnasium weiter.

Warum wollte ich Lehrerin werden? In Der Grundschule hatte ich schon den Wunsch Lehrerin zu werden, dann schwankte ich in der Zwischenzeit zwischen Psychologie und Literaturwissenschaften und dann ja, hab ich mich für eine Kombination aus beidem entschieden.

Es macht mir Spaß mit Kindern/Jugendlichen zu arbeiten, ich hab oft kreative Ideen für die Unterrichtsplanung und bin auch ziemlich motiviert, das Studium hat mir - bezogen auf den fachdidaktischen Teil und alles, was man später auch gebrauchen kann - gefallen.
Es geht mir natürlich um Wissensvermittlung, aber auch - wenn nicht gar vor allem (?) darum,dass ich sie ein Stück begleite, ihnen dabei helfe ihre Stärken und Talente herauszufinden, Leidenschaft zu schaffen und aufrecht zu erhalten und irgendwie jemand zu sein, der zuhört, wenn niemand sonst mehr da ist.
Dazu wollt eigentlich eine Psychotherapeutische oder Coaching Aus/Weiterbildung machen und am liebsten wär ich natürlich dann Vertrauenslehrerin, aber ich geb mich auch mit einer Theater AG/ Freies Schreiben AG oder sonstwas leitenden Deutschlehrerin zufrieden, oder einfach nur eine recht gute Deutschlehrerin, die geschätzt wird.

Mal sehen, was daraus wird...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Sh|va on July 22, 2012, 08:55:09 pm
@metaphor: Ja das ist schon sehr anstengend und man geht prinzipiell ständig auf dem Zahnfleisch ... ich weiß nicht wie manch andere das schaffen noch nen Partner (manche sogar Familie) zu haben oder einem Sportverein anzugehören.
Geradlinig, och naja, ich kann danach im Prinzip auch fast alles bei uns machen, da bin ich flexibel :D Ein Vorteil ist die Praxiserfahrung definitiv, und vor allem, dass man eben auch Geld verdient ... etwas mehr als ein Auszubildender bei uns würde ich meinen. Dafür bekommen wir aber die Fahrten zur Hochschule und die Übernachtungen dort gestellt.
Aber es ist schon immer sehr anstrengend, alle paar Wochen Sonntags die 460km hin und am Freitag wieder zurück zu fahren, weshalb ich mittlerweile das Auto gegen den Zug als Reisemittel eingetauscht habe.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Lilly on July 22, 2012, 09:47:00 pm
Ich weiß ja gar nicht, ob ich hier mitmachen sollte, da ich auf gut österreichisch ja zur Zeit hocknstad, sprich arbeitslos bin. Aber ich finde es total interessant eure Laufbahnen zu lesen und deswegen wollt ich auch meinen Senf dazu geben.

Also ich hab ja vor drei (?) Monaten erst meine Matura gemacht. Entsprechend kurz ist meine berufliche Laufbahn bisher. Ich habe mich bereits letztes Jahr, nach einigen Jahren Gesangsunterricht, für klassischen Sologesang an der Uni Wien beworben, da man dafür keine Matura braucht. Ich hatte nicht vor die Schule abzubrechen sondern wollte einfach sehen wie sich so ein Aufnahmeverfahren nd vor allem Vorsingen anfühlt. Aufgenommen wurde ich nicht, allerdings hat mir ein Professor, der auch beim Vorsingen in der "Jury" saß angeboten, mir Privatunterricht zu geben. Das Angebot habe ich angenommen und bin somit das vergangene Schuljahr alle zwei Wochen nach Wien für eine Doppelstunde Stimmbildung zu ihm gefahren. Die Wochen dazwischen hatte ich in meinem Ort Gesangsunterricht. Auch dieses Jahr habe ich wieder vor mich zu bewerben, allerdings sehe ich es mittlerweile weit realistischer als noch vor einigen Jahren und mir ist klar, dass ich wohl bestenfalls Gesangslehrerin werden würde und eigentlich möchte ich in keinster Weise Lehrerin werden (meine Eltern sind beide Lehrer und haben mich da ein wenig abgeschreckt). Singen will und werde ich aber trotzdem weiterhin, wenn auch nicht gerade beruflich.

Ansonsten ist ein großer Traum von mir, Journalistin zu werden. Ich habe mich auch für den Lehrgang "Journalismus und Medienmanagement" an dere FH beworben, bin aber leider nur in die engere Auswahl und nicht in die letztendliche Klasse gekommen. Mittlerweile höre ich von allen Seiten, dass man es nur mit Beziehungen schafft, aber ich weiß nicht ob da nicht auch ein wenig der Frust spricht.
Auf jeden Fall habe ich mich gegen ein Publizistikstudium entschieden, da dieses in Wien das reinste Chaos und - needless to say - völlig überlaufen ist. Nun wird es vielleicht Theater-, Film- und Medienwissenschaft, was zwar nicht minder überlaufen ist, aber dafür besser organisiert. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich ziemlich frustriert und hab wirklich nicht gedacht, dass ich dermaßen Angst vor deer Zukunft haben könnte... Vor allem jetzt wo ich die Jahre in dieser Irrenanstalt von HAK überlebt habe.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Lilly on July 22, 2012, 10:00:16 pm
Im tiefsten Waldviertel (NÖ) ... Aber ist nicht jede HAK so ein bisschen Irrenanstalt?^^
Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on July 22, 2012, 11:23:51 pm
Hmm, ich weiß nicht ob ich mitmachen will ^^
Ich gehöre hier wohl eindeutig zu den wenigen die schon sehr, sehr lange zuhause sitzen, jedoch aus Gründen. Leider aus zu guten Gründen.

Aber immerhin hab ich nen Plan und das ist besser als nichts und das wissen die meisten ja auch schon. Ich werde ab Februar ein Kolleg besuchen und dort dann mein Abitur innerhalb von drei Jahren nachholen. Hoffentlich zumindest, denn meine Schulzeit ist schon ewig lange her. Aber ich bin eigentlich ganz guter Dinge.
Und danach? Ich weiß es noch nicht genau. Erstmal ist das Abitur dazu gedacht meinem Leben eine Perspektive zu geben, denn diese hat es augenblicklich nicht. Mit einem Schulabschluss aus dem Jahre 2004 und einer Krankengeschichte so lang wie die einer alten Frau, ist in meinem Alter nicht so viel zu reissen, um nicht zu sagen gar nichts. Also schaffe ich mir mit meinem Wunschtraum (denn vor vielen Jahren war es angedacht, dass auch ich ein Abitur-Mensch sein werde, jedoch funkte dann das Leben dazwischen) einen weiteren Horizont.  Wenns passt, dann gehe ich vielleicht studieren, was am idealsten wäre, da ich dann den Abschluss zumindest auch vernünftig nutze. Wenn nicht, dann schau ich mal. Der Gedanke, dass mir die Welt offen steht, wenn ichs gut genug mache, macht schonmal sehr glücklich :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 23, 2012, 12:33:26 am
Viel Text ab hier.

@metaphor: Ja das ist schon sehr anstengend und man geht prinzipiell ständig auf dem Zahnfleisch ... ich weiß nicht wie manch andere das schaffen noch nen Partner (manche sogar Familie) zu haben oder einem Sportverein anzugehören.
Schon bei einem "gewöhnlichen" 40-Stunden-Wochen-Pensum ist mir sinnvolle effektive produktive Freizeitnutzung ein Rätsel.
Sogar bei dem Behelfs-Prä-Job, den ich gerade habe, eigentlich. <.<''

In Der Grundschule hatte ich schon den Wunsch

Poesiealben, Berufswünsche und ich. :D
(Ich finde es übrigens super, dass du "idealistisch und naiv", wie Leute Kindertagesberufsträume, die man immernoch ausleben will, manchmal nennen, daran festhälst, bzw. immernoch davon überzeugt bist. :)
Ich hoffe du kannst, was du vor hast, verwirklichen! Es braucht unbedingt mehr Lehrer, die am Wegbereiten, nicht Aussortieren, interessiert sind.)

Ich habe früher alles mögliche in selbige Ausfüllbögen geschrieben. Physiotherapeutin, Staatsanwältin (weil ich lieber gleich alle auf einmal anklagen wollte ;D), bestimmt noch mehr.
"Irgendwas mit Sprachen". Mit etwa 16 hatte ich das ziemlich ernste Vorhaben, Bestatterin zu werden. Hätte meine Schullaufbahn in der Zeit geendet, hätte ich eventuell direkte Bestrebungen in der Richtung unternommen. Ich habe ein Schulpraktikum in einem Beerdigungsinstitut begonnen, wurde aber sehr krank und musste es bereits am zweiten Tag abbrechen. Aus der im Kindergarten offerierten Auswahl aus Feuerwehrmann, Tierärztin und Polizist wollte ich am ehesten Polizist werden. Aber nicht wirklich, das Spektrum der angebotenen angeblichen Möglichkeiten fühlte sich schon damals für mich zu eng an. Charakterlich/assoziativ entsprach Polizist wohl einfach am ehesten der Art von Person, die ich sein wollte, gemessen an dem, was man mit Polizisten verbindet. Sie rennen, mit ungewöhnlich viel Stärke und Entschlossenheit (und Gerechtigkeitssinn) ausgestattet herum, und verprügeln Leute. :D In Wahrheit zeichnete sich sehr früh ab, dass Kunst mein Ding ist, (bzw. später zusätzlich Sprachen).
Weil man mir damals aber sagte, dass einem mit Kunst im Beruf einzig ein Weg in Design oder Architektur offen stünde, hatte ich nicht so recht viel ernsthafte Hoffnung, und sah mich je nach Lernphase (Hey, Knochen sind interessant, ich will Physiotherapeut sein!!) völlig ziellos um. Für Modedesign war mir das Arbeitsumfeld zu schrecklich, Produktdesign fand ich langweilig und moderne Möbel pfad, für Architektur war der Mathematische/Physikalische Anteil  und die, nennen wir es mal, disziplinierte-Perfektions-Doktrin, die ich damit unterschwellig verbinde, zu hoch.
Und dann eines schönen Tages merkte ich, dass ich im Prinzip anpacken und machen kann, was ich will. :D

Ich weiß ja gar nicht, ob ich hier mitmachen sollte, da ich auf gut österreichisch ja zur Zeit hocknstad, sprich arbeitslos bin. Aber ich finde es total interessant eure Laufbahnen zu lesen und deswegen wollt ich auch meinen Senf dazu geben.
Auf jeden Fall! Es geht hier doch schließlich um den Weg. ♥ :) :) Ich glaube, das motiviert uns alle, und ist spannend mitzuverfolgen. In so ziemlich jedem Sektor, in dem ich irgendwie gepraktikantet/gejobbt habe (ausgenommen dem Theater), waren die Leute aus verqueren Richtungen "irgendwie" dort gelandet, obwohl sie völlig woanders angefangen hatten. Mich hat in meinen ersten Praktika besonders die Motivation interessiert, warum die Leute genau den Job machen und machen wollen. Dann habe ich begonnen zu sehen, dass die Beweggründe sehr oft sehr wenig mit dem Beruf zu tun hatten, den sie ausübten, weil sie irgendwie "dort gestrandet" waren, aber sehr viel mit dem Leben. Dabei habe ich begriffen, dass das Leben eben überhaupt keine Sackgassen hat, es nicht von existentieller Bedeutung für immer ist, für welchen Weg ich mich heute für die nächsten Jahre entscheide. Es entwickelt sich auf dem Weg, und irgendwo kommt man immer heraus, wenn man sich entscheidet, nicht aufzugeben. Wenn nicht gerade das Haus abbrennt.
An dieser Ecke auch nochmal einen Toast zu Poppie! Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das selber (mit)freut.
Oft genug ist hier und da durchgedrungen, dass ich auch krank bin. Oft krank bin. Bis heute. Auch wenn die Intensität meiner chronischen Krankheit, was die Ausfälle betrifft, deutlich sehr sehr stark abgenommen hat, falle ich noch aus. Ich habe entweder mit Ménière-bedingten Problemen zu tun, oder mit kreislaufbedingten. Die sich auf jedem Arbeitskalenderverzeichnis abzeichnen. Manchmal werde ich darüber hinaus, wie jetzt gerade, dann auch mal "normal" krank, habe eine starke Erkältung und bin drei Tage im Bett. Was in meinem persönlichen Empfinden schon fast das Wasser zum Überlaufen bringt, denn ich habe inzwischen einen ziemlichen Krankheits/Fehlzeiten-Komplex. Wogegen ich zu gewissem Grad nichts tun kann. Es ist einfach so, dass ich immer mal wieder nicht da bin. Womit ich trotzdem versuchen muss, klarzukommen, und immer versuchen werden muss, damit klarzukommen. Wenn ich eine Woche krank war, möchte ich mich dann manchmal nicht einmal mehr so wirklich heraustrauen, mich schon wieder rechtfertigen, frage mich, was für einen Sinn das hat. Es hat aber ganz entschieden Sinn. Man lebt das Leben so oder so. Ich finde, sich gegenüber hat man eine gewisse Verantwortung. Ich lebe teilweise umrundet von Menschen, die sich selbst und ihr Leben wenig wertschätzen. Herumvegetieren.
Mir ist bewusst, dass Beruf und Berufung sehr häufig nicht miteinander in Verbindung stehen. Die praktische Tätigkeit, die man ausübt, hat aber irgendwie großen Einfluss auf das eigene Lebensgefühl, manchmal sogar, was einem widerfährt (wenn man zum Beispiel durch die Arbeit unvorhergesehen Beziehungen knüpft). Also, finde ich zumindest. Ich fühle mich auch nicht wohl, wenn ich die ganze Woche an meinem Scheibtisch sitze und auf weiße Blätter starre. Ich mache das nebenbei immer, wenn ich es irgendwie motivationsmäßig (siehe ganz oben) dazwischenkriegen kann, weil es im Metier der bildenden Kunst natürlich unerlässliche Übung darstellt. Man kann jedoch nur so und so viel "technisch" lernen. Man kann ein Meister der Biologie tropischer Biotope werden, indem man Bücher liest. Sicherlich könnt ihr meinem Gedankengang folgen. (Ich habe nämlich gelernt, kurze Sätze zu formulieren.)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Nachtschimmer on July 23, 2012, 01:58:11 pm
@ Lilly
also ein Freund von mir hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Uni Wien studiert und er meinte, es sind 80% Deutsche (Professoren und Studenten) und als österreichischer Mann hat mans da nicht leicht und es war ganz und gar nicht das, was er sich vorgestellt hatte - also angeblich Feminismus und Ausdruckstanz aber vom Kommunikationswissenschaften BA hab ich hingegen nicht gehört, dass es so chaotisch sei. Dachte eher, dass meine Freundinnen eher unorganisiert seien und nicht durchblicken xD

Lilly, ich drück dir voll die Daumen, dass es irgenwie klappt  :hug: .. also ich weiß auch nicht wirklich, wo meine Reise hingeht..

@ Metaphor
der letzte Post war wirklich toll. Unterschreib ich so.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Flaxen Millicent on July 24, 2012, 09:37:09 pm
@metaphor:

Meinst du den Studiengang "Szenografie & Kostüm" an der FFH? Würde ich dort (ich wohne ja in Hannover) ebenfalls studieren, würde ich auch gerne DIESEN Studiengang wählen, aber ich weiß nicht was man in der Berufswelt damit reißen kann... Szenografie in Hannover steht bei mir an dritter Stelle meiner Studien-Wahlen, als zweites den Studiengang "Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus" an der Uni Hildesheim... Aber mein größtes Ziel ist der Studiengang Darstellendes Spiel plus Lehramt an der HBK Braunschweig... Das wäre so toll... Im März nächsten Jahres gebe ich meine Hochschulbewerbungen raus...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 25, 2012, 06:27:58 pm
Yay! :D Danke! :)

@Flaxen(was ist eigentlich "Flaxen"?) Millicent: In der Tat ist es Szenografie & Kostüm; innerhalb dessen habe ich mich für den Schwerpunkt Szenografie beworben. :nod: Ist auch exakt genau das, was ich machen möchte. Ich liste gleich mal auf, für was ich mich alles wo beworben habe, falls jemand Überblick wünscht. :lol: Ein Freund von mir studiert Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus in Hildesheim. Er hat s/meine Freundin, die dort ebenfalls wohnt, inzwischen auch angestiftet, umzuwählen. Sie sind enorm begeistert. Die studentische "Szene" in Hildesheim ist allerdings definitiv Geschmackssache.
Ich hatte mich für Szenische Künste dort beworben, hatte von Anfang an aber nicht das begeistertste Zugehörigkeitsgefühl und war nicht ultimativ betrübt über meine letztendliche Ablehnung.

Hier nun also die Gesamtheit meiner Bewerbungsphase:

(Das Stufenverfahren von Mappenbeurteilung - Prüfung - Studienplatzbewerbung dürfte, denke ich mal, bekannt sein. ;) Ich schied an unterschiedlichen Stellen auf unterschiedlichen Stufen aus.)

Dresden - Bühnenbild - Mappe abgelehnt
Hannover - Szenografie - Studienplatzbewerbungsphase (läuft), Prüfung bestanden mit 11/15
Bremen - Freie Kunst - eingetragen, aber Mappe nicht einreichen können, weil sie in Hannover "festhing"
Bremen - Integriertes Design - Hausaufgabe mit 40 Punkten bewertet, abgelehnt
Hamburg - Werbetext - Copytest bestanden und zur Prüfung eingeladen - letztendlich nicht zur Prüfung gegangen
Hildesheim - Szenische Künste - Schriftliche Prüfung bestanden mit 2,00 - Beide Teile der mündlichen Prüfung honoriert mit 5,00 - ausgeschieden

Ich stehe jetzt also, sozusagen, in Hannover mit einem Bein in der Tür und hoffe, dass es nicht eingeklemmt wird. ;)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Lilly on July 25, 2012, 07:20:26 pm
@Nachtschimmer: Na ja, der Feminismus an der Uni Wien ist ja schon fast ein bisschen amüsant... Alleine wenn man sich über die Inskribtion informieren will, steht da "Mensch geht zum Zulassungsbüro...". Anscheinend sind auch die ProfessorInnen bei Geschichte und Co sehr auf Gegendere bedacht.
Da bei der FH bei der ich mich beworben habe, fast 70% der Bewerber vorher Publizistik studiert haben, hab ich sehr viel Schlechtes gehört. kommt wohl immer auf den Typ Mensch an wie man mit bestimmten Gegebenheiten zurecht kommt.
Auf jeden Fall vielen Dank :). Ich bin mir sicher, dass du deinen Weg findest, schließlich hab ich dich als sehr selbstbewussten, zielstrebigen Menschen kennengelernt. noch dazu finde ich es bewundernswert wie viel Begeisterung und Überzeugung du für deinen Berufswunsch mitbringst.

@Metaphor was darf man denn unter "Szenografie" verstehen? Praktisch Dramaturgie? Bitte klär mich ungebildetetes Etwas auf.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Aura7 on July 25, 2012, 09:05:08 pm
Menno, was es im Norden alles gibt.... Wir haben hier im Süden ja kaum Auswahl  :drop:

Also, ich studier momentan "Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung" an der Uni Regensburg ( mit 2. HF Kunstgeschichte). Ist ganz okay. Mit einer Akademie natürlich nicht zu vergleichen, aber dafür hab ich noch ein Hauptfach, mit dem ich noch etwas anfangen könnte, wenn es mit der Kunst nichts wird.

Was mach ich danach? Freischaffende Kunst, Lehramt (was für mich aber letzte Option ist), Museumspädagogik, Alles rund ums Museum, Design, Illustrationen... Das Ganze ist recht weit gefächert. Trotzdem möchte ich nach dem Bachelor Studium noch den Industriedesigner als Zweitstudium machen - einfach weil ich Industriedesign mega finde und man theoretisch danach Modedesign als Master studieren kann.
Dauert noch eine Weile  :meh: aberdas ist okay. Mir fehlen leider schon 2 Semester vom alten Studiengang (Biomedical Engineering), weswegen ich etwas im Rückstand bin. Blöd gelaufen, aber das passiert. Ich kenn viele, die mit 23 nochmal studieren oder überhaupt erst mit dem Studium anfangen.
Ist insofern vielleicht gar nicht zu blöd, da man vor allem im künstlerischen Umfeld in jungen Jahren gar nicht ernst genommen wird (auch wenn man über Farbe Geschichte etc etc 100 mal mehr weiß)... Klar, Kunst und Design wächst aus Erfahrung. Designer mit 23 werden nicht eingestellt dank mangelnder Erfahrung und pipapo.  :roll:

Nun, aber ich werde -wies aussieht - meinen Bachelor gar nicht auf 6 Semester machen können. Das is so nervig, da sich immer alle meine Kurse überschneiden *jammer* oder so blöd liegen, dass ich 3-4 h dazwischen frei hab - wäre toll, wenn man nicht gerade jeden Tag 2-3 Stunden zum Pendeln hätte... Somit fallen allgemein schon ein paar Kurse weg. (ich fahr auch nicht wegen 1,5 h Vorlesung rein - da bin ich 5h für unterwegs.... da studier ich fast lieber ein Semester länger)

Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on July 25, 2012, 09:21:50 pm
[...]Ich kenn viele, die mit 23 nochmal studieren oder überhaupt erst mit dem Studium anfangen. [...]

Wenns bei mir rundläuft, fange ich mit 30 an... :D Unsere Shiva fing mit 24 an. Also keine Panik :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Aura7 on July 25, 2012, 09:27:55 pm
Ja, das ist eigentlich normal, die wenigstens fangen mit 19/20 an (wie es bei mir der Fall).....

Ich kenn auch keinen, der SO jung ist wie ich ... Ausser ein paar Lehrämtler. Persönlich mein ich :D
Title: Re: Berufe !?
Post by: Lilly on July 25, 2012, 11:29:36 pm
Hach ja,eine Bekannte von mir wird heuer 21 und macht grad ihren Bachelor (Konzertfach Cello) fertig. Und da frag sich noch einer, warum ich mir mit 19 so alt vorkomme ^^
Title: Re: Berufe !?
Post by: Aura7 on July 26, 2012, 06:59:15 am
Das ist doch verrückt... Irgendwie... Mit 22 spätestens voll im Berufsleben mit Abschlusss etc.

Gibt Leute, die nennen sowas toll.

Meine Meinung zu Alter etc hat sich zu dem Zeitpunkt geändert, wo ich keine 2 Wochen zwischen Abi und Studium hatte.... Ausserdem, nachdem wir soundso bis 67/70 arbeiten müssen (und danach tot umfallen), ist es vielleicht gar nicht soooo schlimm später mit dem "richtigen Arbeiten" anzufangen...

Leidige Thema ist eben das Geld. Ich weiß gar ned, warum viele Menschen das so toll finden und nur das Bild des saufenden Partymachenden sonstnichwas im Kopf haben. Meinte letztens auch einer so: Woah, studieren ist doch geil, würd ich nur noch wegen den Studentenpartys! (Anm.: diese Person hat im Leben noch nicht studiert, und kennt meines Wissens nach auch nich so viele Studenten)
Und ich denk mir so: Wtf, willkommen in der Realität, die sieht ein bisschen anders aus. Etwas zu viel American Pie geschaut???!!! Ich bin zwar auch oft und gerne furt, aber eigentlich haben die meisten Studiengänge gar keine Zeit, ausser man lässt das Studium etwas schleifen.
Ja, ich gestehe, ich finde Studieren gar nicht so toll. Man hat kein Geld und die ganze Zeit geht fürs Studium drauf. Ich war die letzten Wochen wirklich nur damit beschäftigt, zu Malen und zu Schlafen oder in der Bib zu sitzen und zu forschen. In anderen Studiengängen läuft es theoretisch ja nicht anders, da kommen dann statt Bilder Matheaufgaben dazu...
Wenn Semesterferien sind, darf man schauen, an irgendwelche (teilweise unterbezahlten) Jobs zu kommen, damit man sich Studiengebühren, Bücher etc leisten kann.... Während dem Semester kommt man zu nichts, weil man entweder mit Hausaufgaben, Hausarbeiten o.Ä. beschäftigt ist ... Und gerade denke ich an meine Kommilitonen, die zum Studium noch dazu nebenbei irgendwie 3 Minijobs machen müssen (oder Bafög beziehen), um überhaupt in ihrer Studentenstadt leben zu können. Das erspar ich mir doch lieber mit dem Pendeln, auch wenns Zeit zu Zeit aufregt.
Das musste mal irgendwie raus  :P ... Da beneide ich meinen Bruder schon um seine Ausbildung (fängt bei 600€ oder mehr an). Aber dasgibt es eben in die Richtung, die ich mal gehen möchte, nichts.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Aura7 on July 26, 2012, 11:49:03 am
Also, die Mami-&Papikinder sind halt die Bonzenkids. Die, wo auch schon mit 18 ein Scheiß Cabrio in den A**** gesteckt bekommen. Das sind aber die wenigsten.

Die meisten finanzieren sich das Ganze mit Bafög... Einige kommen tatsächlich damit aus, allerdings musst du dafür wirklich arm wie eine Kirchenmaus sein und mit 7% Zins DANACH irgendwann auch nicht so der Hit - ich bekomm soundso kein Bafög, aber ich kenn halt die Probleme meiner Kommilitonen damit. Nur Stress etc, vor allem ist diesen Leuten egal, ob deine Eltern dich finanziell unterstützen oder nicht. Ich kenn auch genug Leute, die schon geklagt haben ( Eltern, damit die Unterhalt zahlen). Hört sich immer alles schöner an, als es tatsächlich ist.

Und ich hab halt das Pech, das ich mir das Studium selbst finanzieren muss - demnächst steht zum Beispiel ein Airbrush Set und Grafiktablett an  :roll:. Professionelles, versteht sich.

Ich kenne in meinem Umfeld fast nur Studenten, die nebenbei noch richtig viel arbeiten müssen... Oder eben Bafög bekommen.

Mir wärs anders ja auch lieber :P
Title: Re: Berufe !?
Post by: Evil_Plushie on July 26, 2012, 01:02:07 pm
Die meisten finanzieren sich das Ganze mit Bafög... Einige kommen tatsächlich damit aus, allerdings musst du dafür wirklich arm wie eine Kirchenmaus sein und mit 7% Zins DANACH irgendwann auch nicht so der Hit - ich bekomm soundso kein Bafög, aber ich kenn halt die Probleme meiner Kommilitonen damit. Nur Stress etc, vor allem ist diesen Leuten egal, ob deine Eltern dich finanziell unterstützen oder nicht. Ich kenn auch genug Leute, die schon geklagt haben ( Eltern, damit die Unterhalt zahlen). Hört sich immer alles schöner an, als es tatsächlich ist.

Letzteres steht mir nächstes Jahr wohl auch bevor. Von meinen Eltern muss ich mir keinen Cent an Unterstützung erwarten. Großartig arbeiten kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht. Man freut sich. :p

Title: Re: Berufe !?
Post by: Aura7 on July 26, 2012, 01:38:44 pm
Die meisten finanzieren sich das Ganze mit Bafög... Einige kommen tatsächlich damit aus, allerdings musst du dafür wirklich arm wie eine Kirchenmaus sein und mit 7% Zins DANACH irgendwann auch nicht so der Hit - ich bekomm soundso kein Bafög, aber ich kenn halt die Probleme meiner Kommilitonen damit. Nur Stress etc, vor allem ist diesen Leuten egal, ob deine Eltern dich finanziell unterstützen oder nicht. Ich kenn auch genug Leute, die schon geklagt haben ( Eltern, damit die Unterhalt zahlen). Hört sich immer alles schöner an, als es tatsächlich ist.

Letzteres steht mir nächstes Jahr wohl auch bevor. Von meinen Eltern muss ich mir keinen Cent an Unterstützung erwarten. Großartig arbeiten kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht. Man freut sich. :p



Oh je du Arme  :( Das mit Bafög ist echt schlimm.... Einer Freundin haben sie es letztens grundlos gestrichen - das hat Gott sei Dank ein sozialer Dozent mit gekriegt und jetzt ist sie an der Uni als SHK angestellt.
Btw, Kindergeld zumindest sollte dir zustehen...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 27, 2012, 02:29:43 am
Weil ich müde bin, aber doch noch kurz hier, und's bis morgen bestimmt vergessen habe, nochmal hierher zu kommen, schreib' ich nur ein kurzes Update.

Petri Heil, ich habe heute Post bekommen und einen Fisch gefangen: Ich bin zum Studium zugelassen.

Leidige(s) Thema ist eben das Geld.

Du sagst es.

Ich habe mich heute mit der unerfreulichen Wisschenschaft der Studienfinanzierungsmodelle beschäftigt.
Bei mir sieht's da ganz ähnlich aus, wie bei Plushie: Meine Eltern werden mich nicht unterstützen, BAföG wird nicht reichen, um die Kosten für's Studium zusätzlich zu Lebenserhaltungskosten zu decken.
Es ist fraglich, ob ich hilfreich werde jobben können, da's (abgesehen von eventueller zeitlicher Engpässe) meine körperliche Doppelbelastbarkeitsgrenze sprengen könnte.
In diesem Moment freue ich mich wenig, mit Niedersachsen eins der einzigen zwei Bundesländer zu bewohnen, die Studiengebühren verzehren. Mitsamt Semesterbeiträgen 820,48,- €, übrigens, in meinem Fall. Eventuell/Voraussichtlich kann ich mich darauf freuen, BAföG mit einem Studienbeitragsdarlehen zu kombinieren, wovon letzteres offenbar Zinsen beinhaltet. Die 184 € Kindergeld sind da keine größte Hilfe.

Man merkt, meine wirkliche Euphorie über den Beinahe-Gewinn kommt noch nicht wirklich durch. Ich fühle mich eher besorgt und ziemlich überfordert.

Ich freue mich schon meine halbe Schullaufbahn lang auf's Studium (wobei mir sagenumwobene Parties ziemlich egal sind :lol:), "sehr soziale Darlehensformen" schlagen mir aber bereits jetzt schon auf's Gemüt und locken stückweise Zynismus hervor. Ich bin direkt von der "Ich weiß nicht, ob ich mich über meine elf Punkte freuen soll, weil's noch nichts Definitives bedeutet"-Stimmung direkt in der finanziellen-Ruin-Stimmung gelandet.

Andere Anmerkung: Meine Kulturwissenschaftsstudentenfreunde haben übrigens in ihrem Studium massenhaft Freizeit, und könnten locker jobben (wenn sie es müssten). :Òó:
Ich denke aber, es ist davon auszugehen, dass in meinem Stundenplan weniger Zeit bleibt, weil er viel, viel, viel mehr an echter praktischer Arbeit orientiert ist, meine ich. 

Was ja alles so super wäre, wenn's nicht augenblicklich so niedersächsisch-niederschlagend wäre. ._.


@Lilly: Ich begrenze meine unglaublich deskriptive Zusammenfassung von Szenografie (diverse Male haben Leute schon "Xenografie" verstanden <.<) für den Moment mal auf "Bühnenbild in größerem Rahmen". :) Interdisziplinäre Inszenierung im Raum. :nod:
Title: Re: Berufe !?
Post by: Flaxen Millicent on July 27, 2012, 09:53:22 pm
@Metaphor: flaxen = flachsblond ;-)


Ich selbst beginne mit dem Studium, wenn es schnell geht, mit 28, 29, was nicht auffallen würde, weil ich immer um sieben Jahre jünger geschätzt werde^^... Natürlich zähle ich damit nicht mehr zu den jüngsten, aber ich bin ehrlich: Mit 19, 20 wäre ich für ein Studium noch nicht reif genug gewesen... Da war ich noch zu chaotisch und undiszipliniert, was schlechte Vorraussetzungen für den harten Weg eines Studiums gewesen wäre... Abgesehen davon, dass ich da weder den Plan hatte das Fachabi zu machen noch überhaupt zu studieren...
Auch heute fühle ich mich als sei ich nicht dazu, naja, prädestiniert ein Studium zu machen... Bei uns zu Hause hieß es: Mach die mittlere Reife und eine betriebliche Ausbildung... Sowas wie Abi und Studieren wäre uns niemals in den Sinn gekommen, das ist was für die ganz Klugen und die Bonzens... Außerdem ist es bei mir auch schwierig, weil ich Erwachsenen-ADS habe und eine auffällige Rechenschwäche... Auf Dyskallkulie sollte ich mich auch noch testen lassen, aber ich will die Wahrheit eigentlich gar nicht wissen... Ich gestehe auch, dass mir das Studium auch wichtig ist um mich davon zu distanzieren sozialer Abschaum zu werden... Ich bin (war) eine Teenie-Mutter, meine Mutter ist eine alkoholabhängige Borderlinerin, meinen Vater kenne ich nicht... Deshalb sagt man mir die Bestimmung nach ein schwerer Sozialfall zu werden... Aber ich sehe nicht ein, warum ich trotz schwieriger Vorausetzungen nicht die gleichen Chancen haben sollte...

So, jetzt bin ich wieder völlig abgewichen und weiß gar nicht mehr was ich eigentlich wirklich schreiben wollte... Sorry... :P
Title: Re: Berufe !?
Post by: Flaxen Millicent on July 27, 2012, 11:06:53 pm


So, jetzt bin ich wieder völlig abgewichen und weiß gar nicht mehr was ich eigentlich wirklich schreiben wollte... Sorry... :P

Vielleicht wolltest du dich ja nur mitteilen?


Mitteilen? Ja vielleicht... ;-)

Aber die Hauptursache, beruflich was "richtig geiles" zu machen, war der böse 25. Geburtstag... Ihr wisst schon, die Hälfte von 50... Die Hälfte der 20er ist vorbei, heißt nicht mehr Anfang 20, sonder Mitte 20, gaaanz schlimm :-P
Ich hatte eine Art Midlife Crises, dachte an meinen (irgendwann) 40ten Geburtstag und wie ich dann feststellen werde, dass jüngere Leute mehr erreicht haben als ich in den mittleren Jahren... Und dieses Nachsehen wollte ich später nicht haben...

Es gibt viele Leute, die studieren wollen, aber diese Vorstellung nicht anpacken, weil sie denken sie seien schon zu alt (also die Mitt- bis Ende 20er)... Mir ist es mit dem Alter relativ latte... Das, was man bereut nicht früher getan zu haben, das tue jetzt ;-)

Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on July 28, 2012, 01:31:14 pm
Millicent, wir haben mehr gemeinsam als ich dachte, wie ich sehe.  Was die "Vorbestimmung" angeht siehts bei mir doch sehr ähnlich aus und ich freue mich den ganzen Menschen irgendwann schön den Mittelfinger zu zeigen.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Sh|va on July 28, 2012, 01:39:49 pm
Manchmal braucht es eben erst Zeit und gewisse Erfahrungen, bis man seinen Weg findet.

Ich sagte früher auch immer: "Im Büro, ich? Niemals". Dadurch dass ich durch körperliche Einschränkungen leider auch ein bisschen dazu gezwungen wurde, macht mir meine Arbeit heute aber trotzdem Spass, was ich nie für Möglich gehalten hätte.

Ich hab mich mit 16 auch noch nicht reif für's Berufsleben gefühlt, deshalb hab ich dann auch erst mal noch mein Fachabi gemacht und ich glaub auch, dass es gar nicht das Schlechteste is, erst zu studieren, wenn man etwas älter ist und in gewissen Dingen einfach schon so seine Erfahrungen hat.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on July 29, 2012, 07:25:02 pm
Ach, in meiner Familie studiert(e) auch keiner, die Hälfte meiner genetischen Veranlagungen kenn' ich nicht mal, und ich bin absolut dafür, sämtlichen angeblichen Schicksalsträchtigen Veranlagungen den Mittelfinger zu zeigen! *Mit in's Boot setz*

Übrigens war eine meiner Mitbewerberinnen (für's Hauptfach Kostüm) 31 Jahre alt, Mutter einer 13-jährigen Tochter, ausgelernt und bereits lange berufstätig als Kostümschneiderin.
Ich gehe mit ziemlicher Sicherheit davon aus, sie auch im Studium wiederzusehen, die hatte es echt drauf. ;) Übrigens, wenn dich das aufheitert, flachsblonder Tausendfüßler (;D) :
In der Tat waren die Prüfer ziemlich angetan und sagten, mit Studenten-Müttern hätten sie, aufgrund der vorhandenen Organisationsfähigkeit dieser, die besten Erfahrungen gemacht. *g*
Title: Re: Berufe !?
Post by: Sh|va on July 29, 2012, 08:17:04 pm
Mein Bruder hat mit mir zeitgleich ein berufsbegleitendes Studium angefangen (er macht das also privat), in irgendeinem Pädagogikbereich ... da sind die meisten nicht mehr soooo jung. Er hat mit 36 angefangen und ist 42 wenn er fertig ist ^^ Zum Lernen ist man eben nie zu alt :D
Title: Re: Berufe!?
Post by: Gast on July 31, 2012, 08:36:22 pm
So, dann will ich mich auch mal melden. Leider muss ich wohl auch etwas mehr schreiben, da bei mir die Rente wohl näher als das Abitur ist. ;D

Ich werde ausnahmsweise auch nicht weiter Zitate zerpflücken, sondern mal meinen Werdegang, inklusive Wertung oder Anmerkungen, darstellen.

Einzige Kritik: Metaphor, du plenkst (http://de.wikipedia.org/wiki/Plenk) (und das auch noch im Titel). Ich zähle dich desto trotz zu den wenigen „Asylum(t)anten“, die die deutsche Sprache noch weitgehend beherrschen und pflegen.

Nun zum Thema: Beruf und Berufung sind oft zwei paar Schuhe. Meist ist es doch die Zwickmühle, die einem die Wahl lässt zwischen einem erfüllendem Beruf, der einen nicht ernähren kann, und einer Hassliebe (oder zumindest Vernunftehe), die einem zumindest ein Auskommen sichert.

Für mich gehört aber nicht nur der Beruf an sich hierher, sondern auch der Weg bis ins Berufsleben.
Fange ich mal an, ein paar Etappen meiner Entwicklung zu beleuchten und aus heutiger Sicht zu bewerten.

Die frühe Jugend: Ja, Bildung, Prägung, Erziehung etc. fängt mit Sicherheit schon sehr zeitig statt. Als Kind der Fünfziger Jahre und als Scheidungskind war ich der Herr im Hause. Mütterlicherseits bekam ich insbesondere die Liebe zur deutschen Sprache in die Wiege gelegt, auch wenn ich dies erst sehr viel später so gesehen habe. Mein Vater, solange ich Kontakt hatte, hat mich als Bildjournalist den Unterschied zwischen Knipsen und Fotografie gelehrt. Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, so wäre etwas Richtiges aus mir geworden, also Arzt oder so. Aber mich hatten schon frühzeitig die technischen Dinge mehr interessiert.

Die ersten Schuljahre: Neben Metallbaukästen interessierten mich insbesondere alle elektrischen Sachen. Dabei war ich vorwiegend nach der Methode „Versuch und Irrtum“ (trial and error) vorgegangen, denn meine Mutter konnte mir da wenig helfen. Das waren dann schon mal irrsinnige Experimente. So hatte ich einmal herausgefunden, dass eine Spielzeugklingel, die für den Betrieb an einer Flachbatterie (4,5 V) ausgelegt war, an 16 V (vom Eisenbahntrafo) wesentlich lauter klingelte. Wie laut musste sie dann erst an 220 V klingeln? Gesagt, getan … Nun, es wahr eher ein lauter Knall (zumindest, bis die Sicherung kam).
Irgendwann klingelte der Zufall, der künftig meinen Berufswunsch still und heimlich lenken sollte, an der Wohnungstüre. Es war mein Werklehrer, der im gleichen Hause wohnte. Er hätte da einen Detektorempfänger (http://rfm-galerie.magnetofon.de/data/media/30/EAB-Detektor_01.jpg) und einen Kopfhöre (http://cdn03.trixum.de/upload2/a/D/aD4h7ICOkRUv132787226035P2363.jpg)r – wenn ich Interesse hätte, sein Sohn braucht das nicht mehr. Ich habs genommen und mit der Zeit kamen noch Telegrafenrelais und andere Dinge dazu. Doch der erste Blick in den Detektor warf Fragen auf: Wie funktioniert das, kann man was verbessern etc.? Anfang der 60er Jahre konnte ich noch nicht mein Smartphone zücken und schnell mal im Internet nachsehen. Fragen? Da hatte ja kaum jemand wirklich Ahnung. Also ab in die Bibliothek. Obwohl die Kataloge noch auf kleinen Karteikärtchen basierten, war die Bibliothek bald mein zweiter Wohnort. Da Elektronik zu jener Zeit ein sehr teures Hobby war (ein einzelner Transistor (http://www.radiomuseum.org/tubes/tube_oc820.html) kam schon mal mehr als 25 DDR Mark; heute käme er 4 Cent), besorgte ich mir vom Schrottplatz alte Göbbelsschnauzen (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ve301w.jpg&filetimestamp=20060605221200) und machte aus zwei defekten Geräten ein funktionierendes. Bei meinen Basteleien im etwas feuchten Keller an Geräten, die mit rund 250 Volt betrieben wurden und oft keine galvanische Trennung hatten, lernte ich auch schnell die physiologische Wirkung des elektrischen Stromes kennen. Auch, dass ein guter Kondensator stundenlang elektrische Ladungen speichern kann erfuhr ich so, lange bevor mir das der Physiklehrer erklärte. An der Schule gab es zwar auch mal eine AG Elektronik, aber nach drei Nachmittagen Bauelemente sortieren habe ich mich wieder meiner autodidaktischen Weiterbildung zugewandt.
Egal wie, die Elektrotechnik/Elektronik hatte mich gepackt, auch wenn wein Wissen noch immer sehr rudimentär war.

Die Zeit am Gymnasium (http://www.sn.schule.de/~pesta-dd/): Eigentlich nannte sich das EOS (Erweiterte Oberschule), ist aber egal. Genau genommen waren die Klassen 9 und 10 ja (nur) Vorbereitungsklassen zur EOS (ohne Berufsausbildung). Und wieder war es ein Lehrer, der mich entscheidend bezüglich meiner fachlichen Berufsrichtung lenken sollte. Nur diesmal war es mein Physik- und Mathelehrer, der nebenher noch eine AG Elektronik leitete. Er machte uns gleich klar, dass wir in der AG keine Hobbyelektronik basteln werden, keine Verstärker etc., sondern richtige Industrieelektronik machen. Und das war ein Glückstreffer. Wir bauten richtige Messtechnik für die Industrie, z.B. Trübungsmessgeräte mit Durch- und Streulichtmessung inklusive drehzahlgereglter Antriebe für die Rührwerke; Auftraggeber Wasserwirtschaft Dresden. Wir bekamen die neuesten Bauelemente (Operationsverstärker, Thyristoren) und lernten wirklich was, auch handwerklich. Und bei den unangenehmen Arbeiten war halt jeder mal dran (schon mal rund 600 Löcher in ein PVC-Gehäuse gebohrt inkl. Anreißen, Körnen und Entgraten?). Und in der AG liefen zu jener Zeit (Ende der sechziger Jahre) schon lange Versuche zur Spracherkennung.
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit war für mich der Unterschied zwischen einem Bastler, bei dem die Schaltung irgendwie funktionieren muss und einem Entwickler, der eine Schaltung abliefert, die unter definierten Bedingungen zuverlässig funktioniert. Jetzt wusste ich auch, in welche Richtung mein Studium gehen sollte. Allerdings war ich zu jener Zeit noch mehr von der Unterhaltungselektronik geprägt, denn neben der AG baute ich natürlich Verstärker und alles mögliche elektronische Zubehör für die Gitarre und Band meines Kumpels.

Zwischenstopp: Da auch schon zu meiner Zeit Studienplätze nicht vom Himmel fielen, war ich in einer Zwickmühle: Lehrerberuf (nein, das wollte ich nicht wirklich) oder 3 Jahre Armee oder warten, warten, warten, alt werden …
Also habe ich die 3 Jahre investiert und habe so wenigsten Fallschirmspringen gelernt. Dank der Elektronik kam ich mit dem Spieß gut zurecht (er wollte eine ordentliche Lichtorgel …) und hatte mit ein paar Mitstreitern einen eigenen Bastelraum unterm Dach – mit Codeschloß, damit man uns nicht stört.

Studium: Leider war in meiner gewünschten Fachrichtung (Akustische Systeme) an der TU Dresden schon alles „ausverkauft“. Alternativangebot war „Technische Kybernetik und Automatisierungstechnik“; klang von den Inhalten ähnlich gut und so entschied sich mein Bauch dafür. Aus heutiger Sicht die bessere Wahl.
Zu der Zeit (aber nicht an der TU) künftige Frau kennengelernt, die an der Sektion Chemie studierte. Bis zum Ende des Studiums folgten noch Heirat, eigene Wohnung (Schwarzbezug) und erste Tochter.

Erster Job: Anfang der Achtziger hatte ich dann mein Diplom in der Tasche und als Elektronikentwickler einen Job im Elektromaschinenbau (einen Steinwurf von meiner ehemaligen Schule entfernt …). Auch hier ein Glückstreffer. Arbeitsbedingungen und ein Team, wie ich es nicht wieder vorgefunden habe.  Mit Arbeitsbedingungen meine ich damit nicht die Tischtennisplatte im Büro etc., sondern die Eigenverantwortlichkeit, mit der man seine Ideen ausleben konnte, man durfte auch mal Fehler machen, es gab keine Postenkämpfe, man stand sich gegenseitig mit seinen Erfahrungen zur Seite.   
In der Zeit habe ich nicht nur etliche Entwicklungstehmen erfolgreich zu Ende geführt, sondern bin auch in  die aufkommende PC-Technik (286er PC mit zwei Monitoren, Grafiktablett, Plotter etc.) und in die Assemblerprogrammierung weiter eingestiegen. Daneben habe ich den Messebetrieb (auch von der Vorbereitung her) kennen gelernt.

Zweiter Job: Eigentlich ging es mir sehr gut, aber irgendwann erfuhr ich durch meine Frau, dass da im Dresdner Westen ein neues Werk aufgebaut wird, ein Leiterplattenwerk. Das Besondere daran: Modernste Technik aus dem Westen (noch gab es die DDR)!
Das war mal eine Herausforderung, also beworben und Job bekommen. Aufbau und Leitung der MSR-Instandhaltung. Ich bin zu einer Zeit eingestiegen, als die ersten verpackten Maschinen noch im Rohbau auf ihre Aufstellung warteten. Soviel, wie in dieser Zeit des Aufbaus des Werkes und der Inbetriebnahme der Anlagen, konnte ich nie wieder so direkt lernen. Schulungen in der Fuba (Technologiegeber) und bei Firmen, wie z.B. Schmoll, machten schon Spaß. Wir hatten Technik aus aller Welt, ob aus Israel, den USA oder der Schweiz (wobei der Schweizer Projektleiter nur mal meinte: „Von einem Schweizer kauft man nix, was größer als eine Taschenuhr ist.“).
Dann kam die Wende und irgendwann wurde das Werk „optimiert“. In meinem Falle hieß das Outsourcing. Das Angebot Manager zu werden bei ABB Fläkt Service (dort war auch der Pförtner Manager) habe ich dann abgelehnt.

Pause: Jetzt war mal knapp ein halbes Jahr Pause dran. Neuorientierung war angesagt. In der Zeit musste ich auch lernen, dass es einem nicht viel nützt, wenn man von 350 Bewerbern unter die letzten zwei kommt, jedenfalls nicht, wenn man aus der Runde nur als Zweiter rauskommt. Und ich bin Geschäftsführern begegnet, die so jung und unerfahren waren, dass ich das Bewerbungsgespräch geführt habe – einer muss ja die Fragen stellen.

Dritter Job: Mit etwas Glück hatte ich dann einen Job im Vertrieb gefunden. War auch etwas Glück dabei, da ich mich mal mit FORTH (http://de.wikipedia.org/wiki/Forth_(Informatik)) (eine Programmiersprache) beschäftigt hatte und der GF selbst dazu ein Buch (http://www.amazon.de/Programmieren-mit-FORTH-Gert-Ulrich-Vack/dp/3341005188/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1343759539&sr=8-1) veröffentlicht hatte (was ich vorher nicht wusste).
In jener Zeit kamen Internet und CD-Brenner auf – völlig neue Wege, auch im Vertrieb. So habe ich nicht nur Außendienst gemacht und auch wieder Messen betreut, sondern habe auch die erste Homepage der Firma aufgebaut und Katalog-CDs erstellt. Irgendwann kündigte ein Kollege, der bis dahin den Firmen-Server (Novell Netware 3.12) betreute. Also bekam ich den auch noch aufgedrückt, nachdem ich eine Kurzeinweisung von zwei Stunden hatte …
Dann war da noch die Handelsvertretung für eine Firma aus Oberfranken und und und … Jedenfalls habe ich mich dann mit meinem Chef überworfen und mein Büro innerhalb weniger Stunden übergeben. Der Job war Klasse aber der Chef war …

Kleine Pause: Genau genommen nur eine Bewerbung abgeschickt. Ausgeschrieben war eine Stelle für die Betreuung eines Lernzentrums (eLearning). Als ich bei meinem zweiten Gespräch, ich war in die engere Auswahl gekommen, meinem künftigen Chef so schilderte, was ich schon alles so gemacht habe, fing er an, Fragen zu stellen, die nicht so recht zum Lernzentrum passten. Da kamen tiefere Fragen zur EDV und PC-Technik, zum Internet usf. und irgendwann ließ er die Katze aus dem Sack, dass auch noch ein Ausbilder für den IT-Bereich gesucht würde.
Gep-o-kert habe ich bei der Frage, ob ich auch Linux unterrichten könnte; zu der Zeit hatte ich selbst kaum Ahnung und gerade mal mit einer Zeitschriften-CD (SuSe) reingeschnuppert. Nach meiner Rückfrage, wann ich anfangen könnte (ich brauchte ja etwas Zeit, um mich minimal in Linux einzuarbeiten), habe ich großkotzig gezockt, dass dies kein Problem sei.

Vierter Job: Also ab jetzt Ausbilder im IT-Bereich im Berufsförderungswerk (http://www.bfw-dresden.de/). Da ich schon früher oft Schulungen gemacht habe, war das kein Problem für mich. Irgendwann wurde ein Ausbilder in der Elektronik gesucht, da kam mir meine Vergangenheit zu Gute und nun bin ich bis heute Ausbilder bei den Elektronikern. Irgendwann habe ich mich dann noch von der IHK Dresden als Prüfer berufen lassen.

Und jetzt mal ein fetter Strich und ein Resümee!

Elternhaus: Sicher ist es hilfreich, wenn man durch das Elternhaus intellektuell und finanziell in seinem Bildungs- und Erprobungsdrang gefördert wird/werden kann. War am Ende für mich nicht nachteilig, im Gegenteil, man lernt früher auf eigenen Beinen zu stehen und selbst klar zu kommen.
 
Schule: Im Vergleich zu heute stehe ich immer noch zum Bildungs- und Schulsystem der DDR. Damit meine ich nicht die ideologische Ausrichtung, sondern solche Dinge wie:
einheitliche Schülbücher und einen einheitlichen Bildungsplan im ganzen Lande. Wenn man in eine andere Stadt gezogen ist, dann war man vielleicht ein paar Wochen voraus oder hinterher; aber das war es schon. Wechselt man heute das Bundesland, dann steht man schnell mal vor einem gänzlich anders gegliederten Schulsystem – dem Förderlismus sei Dank!
Schulbücher, die nicht nur bunt und hipp sind, sondern die man auch gebrauchen kann.
Der späte Wechsel an die EOS (Gymnasium) hat mir nicht geschadet. Ehrlich gesagt hätte ich in der vierten Klasse (bei uns beginnt das Gymnasium mit der 5. Klasse) eh noch nicht gewusst, was ich später mal so richtig will (also Beruf erlernen oder Studium). Heute verkommt das Gymnasium immer mehr zu einer regulären guten Ausbildung mit besseren Chancen, mal einen Beruf zu erlernen. Hinzu kommt noch das Ego einiger Eltern, dass ihre Kinder unbedingt aufs Gymnasium müssen (und dann dort verrecken, weil sie weder Bock drauf haben noch die Voraussetzungen mitbringen).
Eigenartigerweise haben wir unser Abi in 12 Jahren geschafft ohne nun den ganzen Tag nur gestresst für die Schule zu lernen. Wir haben aber in der ersten Klasse auch gleich voll angefangen und nicht, wie in einigen Bundesländern heute, 1 Jahr mit einer besseren Spielschule verschenkt. Und dann gab es noch Fächer, wie UTP und ESP; da hat man frühzeitig in Betriebe geschnuppert und in der Regel auch praktisch eine Menge gelernt.
Meinen Stundenplan an der EOS kann man in der Wikipedia nachlesen (9./10. Klasse B-Zweig, 11./12. Klasse nach dem Plan ab 1971).

Studium: Warum Zeit verschwenden, wenn man gleich loslegen kann. Ob man die richtige Richtung gewählt hat und was man daraus später im Job machen kann, erfährt man eh erst später. Außerdem nagelt eine Studienrichtung einen ja auch nicht gleich auf bestimmte Tätigkeiten fest; allerdings sollte man auch nicht gerade Architektur studieren, wenn man mal Arzt werden will.
Auch beim Studium bin ich heute froh, dies zu DDR-Zeiten absolviert zu haben. 9 Semester inklusive Industriepraktikum und Diplomarbeit – Diplomverteidung – fertig (ja, da waren noch ein paar Prüfungen mehr …). Ausreichend Plätze im Hörsaal, kein Kampf um bestimmte Kurse, die wie heute, manchmal in Sekunden Online ausgebucht sind und ähnliche Studienbehinderungen. Man kam mit seinem Stip auch irgendwie über die Runden, auch wenn man nicht nebenher gejobbt hat (Mieten, Verkehrsmittel, Strom etc. waren ja sehr preiswert).

Ich würde auch heute das Studium, so ich die Wahl hätte, nicht auf die lange Bank schieben. Sicher ist etwas persönliche Reife (wir Jungs haben die bei der Armee verpasst bekommen) und Lebenserfahrung nicht schlecht. Von 10 bis 20 Jahren Selbstfindungsprozess in Form von Weltreisen, Praktika etc. halte ich jedoch nicht viel. Dann lieber gleich einen reichen Partner heiraten. Lernen fällt mit zunehmenden Alter auch nicht unbedingt leichter, dazulernen (im Beruf) ist nicht so belastend.
Lieber erst mal einen Beruf erlernen oder ein Studium machen und sich dann im Beruf weiter entwickeln. Auch wenn man nicht gleich den Traumjob erwischt. Ist wie mit dem Kinder anschaffen: Mit 50 muss dann damit auch nicht mehr anfangen.

Rückblickend bin ich, vergleichend mit den Erfahrungen meiner vier Kinder, sehr froh, dass ich meine gesamte Ausbildung noch zu DDR-Zeiten gemacht habe. Alles, was ich mir nach dem Studium an Wissen und Fähigkeiten angeeignet habe, konnte ich ohne Schulbankdrücken packen.

Und heute? Mein Beruf als Ausbilder macht mich (zumindest hier im Osten) nicht reich. Ich kann aber mein gesamtes Wissen und meine Erfahrungen aus meinen vorangegangenen Tätigkeiten einbringen und vermitteln. Ich habe, im Rahmen der Ausbildungspläne, freien Gestaltungsraum. Da wir dual ausbilden mache ich Theorie und Praxis. Ich habe eine enorme fachliche Breite, in der ich mich betätigen kann, da verkalkt man nicht.

Am Ende ist es aber das Erfolgserlebnis, wenn man nach zwei Jahren Ausbildung rund 70% der Teilnehmer in eine ordentliche Anstellung entlassen kann. Und manchmal, wenn ich ehemalige Azubis mal treffe (meist auf einem Konzert im Schlachthof oder auf dem Darkstorm in CH), blicke ich schon neidvoll auf deren Entwicklung. Einige machen noch ihren Techniker, andere erzählen stolz, dass sie  durch ihre Firma ihren Führerschein machen konnten etc. Andere sind Fertigungsleiter geworden. Und solange ich auch nach Jahren noch mit Handschlag begrüßt werde, kann ich ja nicht soooooooooo viel falsch gemacht haben.

Und als Prüfer der IHK Dresden habe ich auch einen guten Überblick, wie unsere Leute, im Vergleich zu anderen Ausbildungseinrichtungen, abschneiden. Obwohl wir eine auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung haben (davon gehen noch ein paar Monate für das Praktikum ab), schneiden unsere Leute in der Regel deutlich besser ab. Dann macht die Arbeit auch Spaß.
Apropos Prüfer. Es ist schon schön, wenn man an der Bushaltestelle morgens fröhlich von den Leuten gegrüßt wird, die man noch ein paar Tage zuvor persönlich geprüft hat; gerade in der praktischen Prüfung merken viele erst, dass wir Prüfer nicht Feind sondern Partner sind. Zumindest ist das bei uns so.

Klar, auch bei uns gibt es viele Dinge in der Firma, die IMHO im Argen liegen. Das sind aber Sachen, die mit meiner eigentlichen Tätigkeit nichts zu tun haben, sondern mehr das Betriebsklima betreffen. Mit Ende 50 muss man aber auch abwägen, wohin die Reise gehen soll. Andere finden schon mit Mitte 40 keinen neuen Job. Und von meiner geliebten Heimat (Dresden) mag ich mich auch nicht so recht trennen.

Snip! Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, aber es ist wohl besser, wenn ihr Fragen stellt oder den einen oder anderen Punkt in der Diskussion aufnehmt.
Sind schon mehr als 15.000 Zeichen (ohne Leerzeichen …).
Title: Re: Berufe !?
Post by: Evil_Plushie on July 31, 2012, 08:57:56 pm
Auch wenn ich vom Mittelteil die Hälfte nicht verstanden habe, war es ganz schön interessant, mal was von jemandem zu lesen, der schon länger im Berufsleben steckt. Finde es vor allem witzig, wie du herausgefunden hast, in welche Richtung du gehen möchtest...Dass man sich hobbytechnisch so intensiv mit solchen Dingen beschäftigt und offenbar echt fasziniert davon ist, höre ich von Gleichaltrigen eher selten. Musste übrigens grade erst mal Google fragen, was der Unterschied zwischen einem Elektroniker und einem Elektriker ist...Mein Opa ist nämlich Elektriker. :D

Wenn ich an die Zukunft denke, möchte ich mich ja eher unter der Bettdecke verstecken. Ich habe so viele Stunden damit verbracht, herauszufinden, was ich später machen könnte/wollte und trotzdem bin ich bei wenigen Dingen hängen geblieben. Irgendwann habe ich mir ja die wahnsinnige Idee in den Kopf gesetzt, Psychologie studieren zu wollen. Den Schnitt werde ich wohl nicht schaffen, aber aufgeben möchte ich die Vorstellung trotzdem nicht. Eine Ausbildung kommt für mich ganz und gar nicht in die Tüte... Habe die letzten Tage damit zugebracht, mich über Härtefallanträge zu informieren. Man muss ja nutzen, was man kriegen kann. :@
Title: Re: Berufe !?
Post by: Gast on July 31, 2012, 09:38:39 pm
Auch wenn ich vom Mittelteil die Hälfte nicht verstanden habe,
Ich auch nicht ...  ;)

Quote
Musste übrigens grade erst mal Google fragen, was der Unterschied zwischen einem Elektroniker und einem Elektriker ist...Mein Opa ist nämlich Elektriker. :D

Ich habe ja auch schon mit mehreren kA zu tun gehabt und in der fuba Dresden hab ich auch schon mal 20 kV geschalten und die VDE 100 (Opa fragen) gehört sowieso zum Lehrplan. Aber bei den kleinen Spannungen fühle ich mich mehr zu Hause.

Quote
Irgendwann habe ich mir ja die wahnsinnige Idee in den Kopf gesetzt, Psychologie studieren zu wollen. Den Schnitt werde ich wohl nicht schaffen, aber aufgeben möchte ich die Vorstellung trotzdem nicht. Eine Ausbildung kommt für mich ganz und gar nicht in die Tüte... Habe die letzten Tage damit zugebracht, mich über Härtefallanträge zu informieren. Man muss ja nutzen, was man kriegen kann. :@

Warum wahnsinnig? Zumindest hast du doch eine Idee, die dich fasziniert. Und das ist doch schon mal was. Ob dein Ziel realistisch ist, ist erst mal eine andere Sache und kann ich nicht beurteilen. Da sagt weder ein Schnitt was aus, noch kann da eine Härtfallregelung helfen. Ich erinnere mich immer noch an unsere Klassenbeste an der EOS. 12. Klasse, Abi mit 1,0. Dann Studium angefangen und nach wenigen Wochen Totalcrash: Fürs Abi konnte sie noch auswendig lernen - beim Studium war der Speicher voll. Und so wurde sie dann Sekretärin.
Da ich dich (fast) nicht kenne, kann ich deine Situation nicht beurteilen. Können uns ja auch per PM unterhalten.
 
Title: Re: Berufe !?
Post by: Rayk on August 01, 2012, 12:15:12 am
Wie nebenan erwähnt, bin ich ein armer Student. Naja. So arm bin ich nicht, habe von früher (Kauflandarbeit, Zivi) noch immer gut was übrig und halte mich jetzt ungefähr auf einem Level. Bekomme kein Bafög, da meine Eltern "zu viel" verdienen, also kriege ich ungefähr den gleichen Betrag von meinem Vater und halt mein Kindergeld. Dazu verdiene ich mir an der Uni noch was als studentische Hilfskraft. 8,56€ / Stunde, 10 Stunden / Woche, so war's dieses Semester. Hoffe, dass ich nächstes Semester 15 Stunden / Woche kriege. Dafür muss ich dann regelmäßig die Übungsserien der Erst- und Zweitsemester korrigieren und am Ende Prüfungsaufsicht machen und dann auch noch die Prüfungen kontrollieren/bewerten. Achso... ich studiere mittlerweile Informatik. Vorher ein Jahr Veterinärmedizin, war aber nicht der Brüller. Wenn ich jetzt nicht noch mehr Zeit verschwende, hab' ich in einem Jahr meinen Bachelor. Mal schauen.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Flaxen Millicent on August 02, 2012, 09:28:11 pm
@Poppie: Richtig so!! :-)

@metaphor: Das dachte ich mir auch sehr oft... Reie und Lebenserfahrung hat auch schon was ;-)

Title: Re: Berufe !?
Post by: veritas on August 17, 2012, 11:09:04 pm
Tja, dann mache ich auch mal mit.
Fangen wir mal mit den Kindheits-Berufswünschen an: Ärztin. Mit fünf Arztkoffern war da schon einmal ein guter Grundstein gelegt.
Dann Autorin - wohl dank Astrid-Lindgren-Büchern.
Zwischen 13 und 15: Tänzerin. Ich habe dann auch tatsächlich jeden Tag trainiert und mich auf einer Profi-Schule beworben, hatte aber natürlich null professionelle Unterstützung und sicher auch nicht den Körper, die optimale Vorbereitung und das Talent. Wie auch immer, ich habe bei der Bewerbung festgestellt, dass Ballett mit deutlich mehr Drill verbunden ist als ich dachte, und daher war mir es ganz recht, dass ich nicht aufgenommen wurde.

Ernsthafte Berufswünsche nach dem Abitur: Kulturkritikerin. Ich habe dann begonnen, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Philosophie und Psychologie zu studieren. Kunstgeschichte war eigentlich auch noch ein Plan, aber man warnte mich davor, dass nur im Nebenfach zu machen. Nebenbei habe ich anfangs für eine Zeitung geschrieben, sah allerdings keine Möglichkeit, in die Kultur reinzukommen (vermutlich war ich zu jung?!).

Psychologie habe ich zuerst rausgeschmissen, da es recht naturwissenschaftlich ausgerichtet war und kaum Bezug zu meinen anderen Fächern hatte. Eigentlich liebäugelte ich mit Kunstgeschichte, habe aber erst einmal Philosophie weiterstudiert (vermutlich auch, weil es mein Vater und mein Freund toller fanden......). Da ich aber für die Zeitung Ausstellungen rezensiert hatte und mir das Spaß machte, wechselte ich zu Kunstgeschichte. Habe bei Praktika dann noch in die Verlagswelt und Arbeit als Lektorin und in die Welt der Kunstmuseen reingeschnuppert.

Mit etwas mehr Wissen kam ich dann aber tatsächlich in den Kulturteil (Gebiete: Kunst, Literatur, Tanz, Kabarett, Theater). Da es bekanntlich wenig Volontariate und Redaktionsstellen gibt, wollte ich mich selbstständig machen. Ich sah auch Vorteile darin, weil ich keine Lust hatte, zu organisieren und Aufträge zu vergeben, sondern schreiben wollte. Außerdem war ich auch nicht so belastbar: 50, 60 Stunden und mehr sind bei mir nicht drin, das ist aber im Journalismus die Realität.
 
Nach dem Studium habe ich angefangen, Literaturspaziergänge zu führen und habe mich auf ein Praktikum bei einer weiteren größeren Zeitung beworben, für die ich dann weiter schrieb. Dann kam noch freie Mitarbeit bei einem Stadtmagazin dazu. (Kurzfristig habe ich auch noch für eine Agentur Internettexte geschrieben).
Tja, und nun bin ich also frei und verdiene wirklich nicht gerade viel, aber Journalismus finde ich einfach sinnvoll, man muss sich nicht verstellen, und ich kann mich auf diese Weise weiter mit meinen Interessen beschäftigen. 

Eigentlich sollte ich mich noch um weitere Auftraggeber bemühen, aber leider bin ich im Augenblick nicht sonderlich gesund. Neben Emilies Krankheit kamen jetzt noch Neuro-Probleme dazu.
Wie mir aufgefallen ist, scheint es hier mehrere zu geben, die nicht hundertprozentig fit sind, aber wohl ganz gut damit zurechtkommen?
Title: Re: Berufe !?
Post by: Schneewittchen on January 03, 2013, 08:51:26 pm
Die meisten finanzieren sich das Ganze mit Bafög... Einige kommen tatsächlich damit aus, allerdings musst du dafür wirklich arm wie eine Kirchenmaus sein[...]
Ich habe in der Hinsicht gewissermaßen Glück - mit dem Höchstsatz Bafög (Randnotiz: es ist amüsant, dass ich mehr als das Doppelte von dem, was ich im letzten Jahr mit der 40+x-Stunden-Woche im Praktikum verdient habe, für's bloße Studieren bekomme) lässt es sich hier doch recht anständig leben.
In Bundesländern mit Studiengebühren (ohnehin der größte Schwachsinn) stelle ich mir das allerdings recht schwierig vor.

Seit diesem Semester studiere ich Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften (http://www.studium.uni-konstanz.de/studienangebot/studiengaenge-abschluesse/studiengaenge-a-z/literatur-kunst-medien-bachelor/) an der Universität Konstanz. Mein Studiengang ist in der Form einmalig, weil ich das Ganze nicht wirklich mit einem "und" dazwischen im Nebenfach studiere, sondern als einen einzigen interdisziplinären Studiengang mit drei Fachrichtungen.
Die ersten beiden Semester sind Grundstudium, danach werden in verschiedenen Seminaren Schwerpunkte gesetzt, Regelstudienzeit sind 6 Semester.
Was man dann damit macht, kommt ganz darauf an, in welche Richtung man gehen möchte. Ein paar Beispiele und weitere Informationen sind in diesem hübschen Video (http://vimeo.com/45351717)  zu finden, dass uns beim Eignungstest gezeigt wurde.

Davor habe ich eine Spielzeit lang (Sept.-Juli) ein Praktikum im Bereich Üffentlichkeitsarbeit an einem kleineren Theater in Stuttgart gemacht, da ich mir in meiner Studienwahl noch nicht sicher war. Das war zwar an sich eine schöne Sache, aber strapazierte dummerweise meine finanziellen Ressourcen sehr. Nichtsdestotrotz hat es mich persönlich sehr weitergebracht,und ich bin froh, nicht gleich nach dem Abitur mit dem Studium angefangen zu haben (vielen meiner Kommilitoninen - mehr als 90% der Studierenden sind weiblich - merkt man deutlich an, dass sie eben noch auf der Schulbank saßen).

In beiden Fällen hatte ich keinen Plan B - weder habe ich mich für einen anderen Studienplatz beworben, noch hatte ich nach meinem gescheiterten Versuch, eine FSJK-Stelle zu finden, eine Alternative für den einzigen verblieben Praktikumsplatz im Theaterbereich auf der Seite des Arbeitsamtes - und so langsam habe ich wirklich das Gefühl: man kommt schon dahin, wo man hin soll. Und wenn's wie ein Zufall aussieht.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on January 05, 2013, 05:46:07 pm
Die meisten finanzieren sich das Ganze mit Bafög... Einige kommen tatsächlich damit aus, allerdings musst du dafür wirklich arm wie eine Kirchenmaus sein[...]
Ich habe in der Hinsicht gewissermaßen Glück - mit dem Höchstsatz Bafög (Randnotiz: es ist amüsant, dass ich mehr als das Doppelte von dem, was ich im letzten Jahr mit der 40+x-Stunden-Woche im Praktikum verdient habe, für's bloße Studieren bekomme) lässt es sich hier doch recht anständig leben.
In Bundesländern mit Studiengebühren (ohnehin der größte Schwachsinn) stelle ich mir das allerdings recht schwierig vor.

*Seufz*. Wie die meisten hier wissen, studiere ich in Niedersachsen. Da jetzt sogar Bayern darüber nachdenkt, die Studiengebühren abzuschaffen, befinde ich mich also in der letzten Hochburg unsozialer Bildungserweiterungsvoraussetzungen der Nation.

Das Semester kostet mich 320,45 € Semesterbeitrag + 500 € Studiengebühr.
Weil meine Eltern mir sehr reale 0 € finanzielle Unterstützung leisten können, bekomme ich 590€ BAföG+184€ Kindergeld;
dazu nutze ich den kfw-Studienbeitrags-Sonstwas-Kredit, der mir genau den Betrag der Studiengebühr stellt.
Jetzt, da mir das BAföG ausgezahlt wird, werde ich mir mal genauer ansehen, ob ich den Kredit vielleicht loswerden kann...
aber obwohl der BAföG-Satz zur Zeit deutlich den Betrag an Geld, den ich zum Decken der Kosten für meine Lebensverhältnisse benötige, übersteigt (vermutlich bis ich irgendwann umziehe), komme ich allein damit unter bestehenden Studiengebühren vermutlich nicht über die Runden. Auch, weil sich (auch aus den von veritas erwähnten gesundheitlichen Gründen) die Frage von Nebenjobs für mich nicht wirklich stellt.
Die Regelstudienzeit meines Studiums beträgt 8 Semester.

Allein die Studiengebühren wiegen also 4.000 €. Plus die 50% des BAföGs, was also... 295 € pro Monat mal 6 mal 8 sein müssten?
14.160 €?
Title: Re: Berufe !?
Post by: Tom on January 05, 2013, 07:24:26 pm
@metaphor: Eine kleine Verbesserung deiner Rechnung:
"Wer erstmals im März 2001 (oder später) ein Studium aufgenommen hat, muss maximal 10.000 Euro zurückzahlen." (http://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/rueckzahlung.php#p2)
Also sind es schon mal 4160 € weniger.  :)
Bei einer Inflation von zur Zeit etwa 2 % schrumpft ein zinsloses Darlehen zudem real.  ;)

Es gibt auch noch die Möglichkeit als studentische Hilfskraft etwas dazu zu verdienen, wenn man eine passende Stelle findet, deren zeitlicher Aufwand vertretbar ist.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on January 09, 2013, 11:41:06 pm
@Tom: Ich hatte auch ganz vergessen, dass ich SIEBEN EURO MEHR pro Monat bekomme. :melodramatic:

Na so'n Glück. o.o Ich weiß ehrlich gesagt aus dem Kopf gar nicht, wie hoch ("niedrig") die Zinsen für das Studiengebühren-Dings sind. Hoffentlich entscheiden sich die Wahlen nächste Woche in diese Richtung positiv ... Übrigens ist mein mir zugewiesener Wahlraum das Altenzentrum! :jest:

Im Design-und-Medien-Abteil sieht die Arbeit gesuchter Studentischer Hilfskräfte offenbar zumeist Expertise in Mediendesign vor. oò Das, und/oder sie zielt auf höhere Semester ab. Hmm. Naja, die zusätzliche Zeit _und_ Kraft habe ich aber (mindestens zur Zeit) eh nicht. ôo
Title: Re: Berufe !?
Post by: Luna on September 30, 2013, 10:15:21 am
Ich weiß ja nicht genau, wie du lebst, aber wenn ich mir mal deine Fakten anschaue

Quote
Das Semester kostet mich 320,45 € Semesterbeitrag + 500 € Studiengebühr.
Weil meine Eltern mir sehr reale 0 € finanzielle Unterstützung leisten können, bekomme ich 590€ BAföG+184€ Kindergeld;

heißt das für mich:
590 € BAföG + 184€ Kindergeld pro Monat
= 774€ monatlich

= 4644€ pro Semester (6 Monate) - Semestergebühren und Studiengebühgren ,werden ja nur 1x pro Smeester fällig heißt

4644€
- 500€ Studiengebühr
- 320,45€ Semestergebühr

= 3823,55€ für ein Semester /6 Monate

= 637,26€ monatlich zur freien Verfügung für Miete, Essen, etc...

Ich find das verdammt viel für nen Studenten. Und auch wenn man die Semestergebühren und Studiengebühren im Voraus zahlen muss - man sollte bis zu seinem Studienbeginn im Vorfeld ja vllt. auch etwas Geld angespart haben, so dass man das Geld einmalig vorstrecken kann und dann kann man ja jeden Monat entsprechend viel zur Seite legen, um sich das nächste Semester zu leisten..

Ich habe zu Studienzeiten von genau 380 Euro (von meinen Eltern gesponsort - auf BAföG hatte ich einen Anspruch von 0,00€) gelebt - wovon 180 Euro für die Miete drauf gegangen sind (Studentenwohnheim - 16qm mit nem Waschbecken - der Rest auf dem Flur) - ergo hatte ich letztlich nur noch 200€ monatlich zum überleben und das ging trotz Konzerte und abends mal weggehen immer irgendwie... Zum Ende des Studium hatte ich dann noch nen Hiwi-Job für 50€ Euro zusätzlich im Monat und hab in den Semesterferien halt immer irgendwas gejobbt...

Daher muss ich ehrlich zugeben, dass ich deine Probleme nicht ganz nachvollziehen kann. Ich denke, man muss während des Studiums auch mit Einschränkungen leben können...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Schneewittchen on September 30, 2013, 12:57:29 pm
... wovon 180 Euro für die Miete drauf gegangen sind (Studentenwohnheim - 16qm mit nem Waschbecken - der Rest auf dem Flur) ...

Ich weiß ja nicht, wo und wann genau du studiert hast, aber an da fängt's schon an. Ich habe beispielsweise 300 Euro für mein 12 qm Wohnheimzimmer gezahlt. Jetzt schaue ich mir gerade WGs an und bei deinen 16 qm geht da unter 360 Euro so gut wie nichts. Viele Zimmerangebote liegen sogar im 400-500 Euro Bereich.
Ich kenne auch kaum jemanden in ganz BaWü der unter 300 Euro Miete zahlt - und auch überhaupt in Deutschland exakt eine Person, die ca. 200 Euro zahlt und ein Zimmer hat, das größer als ein Wandschrank ist. Die wohnt aber auch in Dresden und Sachsen ist in finanzieller Hinsicht im Vergleich zu Restdeutschland ein gewaltiger Unterschied. Wenn du mit 200 Euro gut hingekommen bist, Hut ab. Aber es hat eben jeder andere Studienorte, Lebensumstände und Ausgabefaktoren.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Luna on September 30, 2013, 01:35:54 pm
Metaphor studiert ja meines Wissens nach in Hannover..
Die Seite des Studenterwerks (http://www.studentenwerk-hannover.de/wohnhaeuser.html) dort sagt mir, dass die günstigsten Wohnheimzimmer bei 167 € losgehen...  Von daher zählt das Argument schon mal nicht.. Klar hat man dann ggf. nur ein kleines Zimmer und muss sich Küche, Bad und so mit 20 anderen teilen - aber mal ehrlich - entweder man hat reiche Eltern, geht nebenher jobben oder man beißt mal für die paar Jahre des Studiums die Zähne zusammen und zieht das durch.
Dann kann man halt nicht in ner schicken und hippen WG wohnen sondern muss die Ansprüche (und nicht nur an die Untekrunft) etwas runterschrauben. Ich hab zu Studienzeiten fast ausschließlich Leitungswasser getrunken und jeden Tag in der Mensa gegessen, weils günstig war... Abendbrot fiel oft genug aus oder bestand aus Stulle mit Brot... Das geht alles - man muss nur wollen...

Title: Re: Berufe !?
Post by: Tom on September 30, 2013, 03:29:39 pm
Wohnungssuche kann schon durchaus frustrierend sein.
Da die Mieten in den Städten übermäßig steigen, es mehr Studenten und in NRW zudem noch einen doppelten Abiturjahrgang gibt, werden in Köln schon "Notschlafstellen" eingerichtet.  :eek:
Quote from: http://www.kstw.de/index.php#BM641
Der AStA der Uni Köln richtet vom 7. bis 28. Oktober im ehemaligen Tanzraum des Studentenwohnheims in der Hahnenstraße 9 in Hürth-Efferen ein „Notquartier“ ein. In dem ca. 50 qm großen Raum liegen 15 Matratzen – Schlafsäcke müssen mitgebracht werden. Ab dem 1. Oktober können sich „Notschläfer“ auf der Seite http://www.asta.uni-koeln.de/ für 7 Nächte anmelden.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Schneewittchen on September 30, 2013, 04:05:41 pm
@Luna, an ein Wohnheimzimmer musst du aber auch erst mal kommen, die kann man sich ja nicht aussuchen. Du kannst dich auf die Warteliste setzen lassen und dann wird dir - mit viel Glück -  eins zugelost. Bei manchen Studentenwerken kannst du da eine Mietobergrenze angeben, aber je geringer die ist, umso schlechter sind natürlich die Chancen irgendwo reinzukommen. Mal ganz abgesehen davon, dass man bei unserem Studentenwerk beispielsweise einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag hat, der nicht verlängert wird. Metaphor wohnt übrigens im Wohnheim und zahlt meines Wissens das gleiche wie ich gezahlt habe.

In der Theorie ist das immer super einfach und kostensparend machbar, wenn man sich nur genug zusammenreißt. In meiner Studienstadt schlafen ebenfalls jedes Jahr dutzende Leute in Turnhallen und auf Sofas, weil sie einfach nirgendwo unterkommen. Ich bin jetzte seit über zwei Monaten auf WGsuche und würde inzwischen jeden nur ansatzweise machbaren Preis bezahlen, wenn ich nur irgendwie weiterstudieren kann. Günstige Zimmer schmeißt dir niemand hinterher. Irgendwas zu finden ist schwer genug, da von einer „schicken und hippen WG" zu reden, die das Leben so teuer machen würde, zeigt mir, dass du in der Thematik schon eine Weile nicht mehr drinsteckst.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Missy on October 01, 2013, 12:14:40 pm
Ich drängel mich mal kurz bei eurer Studi-Diskussion dazwischen, wo ihr das Thema grad so schön hochgeholt hab, um zu verkünden:

Bei mir ändert sich beruflich auch etwas im nächsten Jahr. :D

Ich häng meinen Job als Marketing-Assistentin erstmal für 2 Jahre an den Nagel und werde Hausfrau & Mutter. :naughty:

Ich hol schon mal Petticoat & Schürze raus, Jucheee, Welcome back to the 50s!! :proud: :D
Ich freu mich so. <3
Title: Re: Berufe !?
Post by: Shiver on October 01, 2013, 12:21:18 pm
^ Ohhhhh, Glückwunsch, Missy! :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Luna on October 01, 2013, 01:29:17 pm
Oh - gleich 2 Jahre? Aber Elterngeld gibt's nur für ein Jahr oder?
Hab mich damit ja noch nicht näher auseinander gesetzt..
Title: Re: Berufe !?
Post by: Missy on October 01, 2013, 01:52:21 pm
Elterngeld gibt es für 1 Jahr. Man kann es sich aber auf 2 Jahre ausdehnen lassen, dann bekommt man jeden Monat sozusagen die Hälfte vom Normalsatz.

Danke, Shiver!! :hug:
Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on October 01, 2013, 08:48:27 pm
Oh! Dann auch von mir herzlichsten Glückwunsch! :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Lestaire on October 01, 2013, 10:01:09 pm
@Missy: Glückwunsch! <3

@Studiendiskussion: ich misch mich mal eben kurz ein... das mit den Wohn/Mietpreisen ist wirklich extrem standortabhängig. Ich zahle zB für mein 20qm WG-Zimmer 240€ inkl. aller Kosten... wäre ich zum Studieren in München geblieben, hätte ich für das Geld nichtmal nen feuchten Händedruck bekommen.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Shiver on October 01, 2013, 10:27:19 pm
@Studiendiskussion: ich misch mich mal eben kurz ein... das mit den Wohn/Mietpreisen ist wirklich extrem standortabhängig. Ich zahle zB für mein 20qm WG-Zimmer 240€ inkl. aller Kosten... wäre ich zum Studieren in München geblieben, hätte ich für das Geld nichtmal nen feuchten Händedruck bekommen.

Da kann ich nur zustimmen. Man sagt ja im allgemeinen, dass der Osten sehr günstig zum studieren sein soll, z.B. Magdeburg, Halle(Saale), Leipzig... Hannover ist aber schon heftig. Ich zahle für die Wohnung warm, inkl. aller Nebenkosten also auch Internet ca. 390€. Möchte kurz anmerken, dass die Wohnung 30m² groß ist und nicht gerade im schönsten Stadtteil überhaupt liegt. Und man muss gerade auch in Hannover echt nehmen, was man kriegen kann. Wohnungssuche ist hier Krieg. Wäre meine Mutter nicht Beamtin auf Lebenszeit, dann hätten mit die Leute von der Hausverwaltung einen Vogel gezeigt und ich wäre möglicherweise immer noch auf Wohnungssuche...

Abgesehen davon ist ja auch wirklich alles teurer geworden. Seien es Lebensmittel, Strom oder auch Eintrittspreise bei irgendwelchen Events. Da zahlt man ja schon mal gut und gerne 5-7€ Eintritt und dann noch für ein Bier so 3€. Ich habe mit deswegen jetzt auch einen Nebenjob gesucht (Yay, dass ich überhaupt einen bekommen habe), damit ich eben nicht an allen Ecken und Enden sparen muss, wie z.B. an Lebensmitteln...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on October 03, 2013, 12:32:05 am
@Luna: Und du überlegst dir zwei Semester nach meinem Beitrag einen Sermon der denkfehlerdurchsetzten Finanzsachbearbeitung abzulassen, weil ... ?
Wie ich damals, im Winter nahe dem Ende meines ersten Semesters schrieb : Jetzt, da mir das BAföG ausgezahlt wird, übersteigt der Höchstsatz, den ich zu meinem Glück erhalte
und auf den ich angewiesen bin,  zur Zeit deutlich den Betrag an Geld, den ich zum Decken der Kosten für meine Lebensverhältnisse benötige, (vermutlich bis ich irgendwann umziehe).

Quote
man sollte bis zu seinem Studienbeginn im Vorfeld ja vllt. auch etwas Geld angespart haben, so dass man das Geld einmalig vorstrecken kann

Vor allem diesem Vermerk gönne ich ein hohles Lachen, weil du, mit Verlaub, nicht den blassen Schimmer einer Ahnung hast, was "man" kann weil man es "sollte".
Damit, dass du Vorstellungen von Dingen, die man können sollte, hast, stehst du nicht allein da, allerdings teilen die meisten Besitzer solcher Vorstellungen eine
ziemlich ausschließlich auf Subjektivität beschränkte Realitätssicht.

Die Umstände meiner Antragsstellung sind kompliziert, somit musste ich mehrere Monate lang auf die Auszahlung meines Berufsausbildungsförderungsgesetzgeldes warten.
Während dieser Zeit habe ich ins Minus hinein gelebt. Bedingt durch was auch immer: Mit 0 Geldbetrag sich als Student nämlich überhaupt nicht leben, nicht ohne Einschränkungen, nicht mit.

Ich habe dich nicht gebeten, meine Probleme nachzuvollziehen (was du mit mangelnder Sachlagenkenntnis auch nicht könntest, selbst wenn du es zu können versuchen wolltest),
mir ist aber auch schleierhaft, was deins ist. Herzlichen Glückwunsch, dass du das Privileg hattest, zu studieren, es hoffentlich erfolgreich abzuschließen und hoffentlich was Tolles draus zu machen.
Schön für dich, dass du nichteinmal was für den Abschluss zurückzahlen musstest. Ich nehme nicht an, dass es ein Bachelor of Arts in Sozialwesen war.

















Jetzt zu Kim und Wohnsituationen. :) Damit Luna was zum empört Mitrechnen hat: Ich lebe sogar in der günstigsten Wohnoption, die es überhaupt gibt: Einem winzigen Studentenwohnheimszimmer, das sich auf 10m² für 190 € beläuft. Das ist aushaltbar. Wenn man, um es mit Wittchens Worten zu sagen, "sich nur genug zusammenreißt". Denn die Wohnsituation hier ist in Relation zu anderen Wohnheimen und aktuellem Willkürgemisch von Nachbarn zwar nicht ultimativ scheiße, aber für mich persönlich nervenzehrend. Nervenzehrend, zu all den Dingen, die an meiner aktuellen Situation noch nervenzehrend sind. Und die Beschreibung "nervenzehrend" hat in meiner Realität (ich kann das Wort gar nicht oft genug betonen) beträchtliches Gewicht. Über das Wohnding möchte ich mich aktuell aber nur wenig beschweren. Aus Gründen lohnt es sich für mich aktuell einfach nicht,  zu versuchen, umzuziehen. Ob ich was ähnlich Erschwingliches kriege, wär' eh fraglich. Ich hab' was zum wohnen und der Preis ist für das, was geboten wird, zwar hoch, aber eben das Günstigste, was es für Studenten in Hannover gibt. Übrigens auch, was Wohnheime betrifft.

Soweit ich es beurteilen kann, ist Schneewittchen in Konstanz wirklich schlimmer dran. :( Die Hannover-Mietpreise sind, wie Shiver ja schon sagte, relativ hoch. Einzimmerapartments und WG-Plätze sind preislich mitunter auf einem Niveau, wobei viele meiner Kommilitonen, glaube ich, unter 400€ für ihre WG-Zimmer bezahlen. Das Problem ist eher auch hier, überhaupt irgendetwas zu bekommen.

Der Witz ist, dass das eine 3/4-Stunde(?) entfernte Hildesheim, welches schon zum Harz gehört und somit an den dort korrodierenden Immobilienmarkt angeschlossen ist, sehr viele sehr günstige sehr große Wohnräume bietet, wie ich durch das Beispiel zweier Freunde von mir lernte. Die studieren ebenfalls beide und leben mit jeweils weit weniger Geld, als ich, und sind vor einiger Zeit zusammen in eine wunderschöne 88m² Altbau-Wohnung gezogen, für die sie auch nicht zusätzlich arbeiten gehen müssen. Ich könnte mir hier kein Winz-Einzelapartment leisten. Go figure.

*Seufz*
Title: Re: Berufe !?
Post by: Nachtschimmer on October 14, 2013, 07:45:01 pm
Missy, herzlichen Glückwunsch auch von mir nochmal :)

on topic:
Ich kann das mit den Mietpreisen auch nur bestätigen. In Marburg war die Wohnsituation auch mies. Für die 30 qm Wohnung eher am Stadtrand und in einem alten Fachwerkhaus hab ich, glaub ich, 350 Euro warm gezahlt, dafür mit vollausgestatteter Küche und Badewanne. Eine Freundin von mir wohnt in einem anderen Teil der Stadt und die Mietpreise wurden bei ihr in der WG auf 400 Euro für 14 qm erhöht. Meine Wohnung wurde jetzt für 390 Euro warm reingesetzt - und ich habe da nur ein Jahr gewohnt. Ein Kumpel wohnt in einem Keller mit Schimmelbefall, findet aber nichts in Marburg, was er sich leisten kann - trotz Bafög.

Mein Freund wohnte in Halle auf 25 qm im Zentrum mit Miniküche und Balkon und zahlte 240 warm. Nach seinem Auszug will die Vermieterin 280 Euro haben.

Wir wohnen jetzt ins Leipzig und zahlen für 60qm mit Balkon im sanierten Altbau (frisch renoviert) 420 Euro warm - also für jeden 210. Das ist wirklich sehr, sehr günstig, aber der Osten halt.

Jedenfalls freue ich mich drauf, wenn mein Studium bald rum ist. Ich will endlich in den Beruf einsteigen.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on October 14, 2013, 08:39:08 pm
Zum Thema Mietpreise kann ich auch einiges erzählen.
Ich wohne ja im Ruhrgebiet und selbst hier variieren die Preise von Stadt zu Stadt enorm. Z..b meine alte Wohnung, Innenstadtlage, 47qm, alles fußläufig zu erreichen kam auf 450€ warm, nun bin ich ja umgezogen in diesem Jahr und wohne jetzt in einer kleineren Wohnung (40qm) , sehr weit ab vom Schuss, wo man ohne Auto aufgeschmissen ist und zahle 370€ warm und teile mir das aktuell sogar noch mit meiner Mitbewohnerin.

Geht man aber zum Beispiel mal in die Nachbarstädte wie Gelsenkirchen oder auch Gladbeck kriegt man Wohnungen sehr viel günstiger, je nach Lage. Das ist auch der Grund, wieso viele der Studenten aus Essen nicht in Essen wohnen, weils in der Unistadt selbst viel zu teuer ist und man kaum zu Potte kommt mit dem Geld.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on October 15, 2013, 04:39:10 pm
Wieso sind WG-Zimmer eigentlich so unglaublich teuer? Es kann doch nicht angehen, dass ein Zimmer in manchen Städten so viel kostet, wie eine kleine Wohnung. o_o Dann müsste sich die Gesamtmiete für die Wohnung einer 5er-WG ja auf mehrere tausend Euro belaufen, wofür man widerum in einer Kleinstadt wie le Verden schon ein Reihenhaus mieten könnte. WHAT. o_O
Title: Re: Berufe !?
Post by: Tom on October 17, 2013, 03:52:35 am
Vielleicht passt dieser Link (http://imagesconnect.org). Es ist ein Projekt, das weltweit Studenten in ihrer Wohnung zeigt.  :)
(Wer mitmachen will, kann sich bei hboogert@xs4all.nl melden.)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on October 22, 2013, 09:53:53 pm
Vielleicht passt dieser Link (http://imagesconnect.org). Es ist ein Projekt, das weltweit Studenten in ihrer Wohnung zeigt.  :)
(Wer mitmachen will, kann sich bei hboogert@xs4all.nl melden.)

Das ist ja super!! :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: mirage on December 04, 2013, 10:30:20 am
Wieso sind WG-Zimmer eigentlich so unglaublich teuer? Es kann doch nicht angehen, dass ein Zimmer in manchen Städten so viel kostet, wie eine kleine Wohnung. o_o Dann müsste sich die Gesamtmiete für die Wohnung einer 5er-WG ja auf mehrere tausend Euro belaufen, wofür man widerum in einer Kleinstadt wie le Verden schon ein Reihenhaus mieten könnte. WHAT. o_O

Jap, so siehts hier in Stuttgart aus. Eine WG kostet insgesamt ca 1500 € für 90 m². Darin wohnen 4 Leute. Die Wohnung unteruns ist natürlich etwas günstiger. WGs werden ausgeschöpft ohne Ende...
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on December 05, 2013, 07:34:48 pm
Die Wohnung unteruns ist natürlich etwas günstiger. WGs werden ausgeschöpft ohne Ende...
Das ist sowas von dreist. o_o Ich kann's immer wieder nicht fassen.
Ich kann ohnehin die Rechtfertigung für Mietpreise nicht wirklich nachempfinden. Naturalien wie Strom, Gas und Wasser, die man verbraucht, okay.
Die sind ja auch nicht so wirklich richtig übermäßig teuer - im Verhältnis zu dem Geld, das allein für das Recht zu wohnen an sich draufgeht.
Wenn dann Gott behüte noch ein Makler dazukommt (was bei meinem Freund der Fall war, da er gerade über den unteren Rand der Zielgruppe
des maklerüberschwemmten und -dominierten Mietobjektmarkts gerutscht ist) - Was für ein Drecksscheiß!!!
(Makler braucht doch echt niemand, oder? oO Es sei denn, man ist schlichtweg zu faul, sich um die Vermietung seiner Wohnung selbst zu kümmern.
Mir kann niemand erzählen, dass die irgendeine Daseinsberechtigung haben, und ich frage mich, wie deren entsprechende Ideologie,
die sie in der Ausbildung nahegebracht bekommen, formuliert wird. "Wir sind voll cool, denn wir ziehen ungerechtfertigt Leute ab"?!)
Title: Re: Berufe !?
Post by: Schneewittchen on December 06, 2013, 12:38:29 pm
Ich hab' jetzt übrigens gehört, dass Konstanz München auf dem ersten Platz der mietpreistechnisch teuersten Städte abgelöst hat. Wundert mich nach meinen WG-Sucherfahrungen überhaupt nicht ...

Wir hatten ja auch ursprünglich eine Wohnung gesucht, und was die „professionellen Makler" da teilweise geleistet haben, war unter aller Sau. Die waren größtenteils nicht mal in der Lage, ein gutes Wohnungsangebot aufzusetzen. Rechtschreibfehler, Umgangssprache, miserable/fehlende Bilder ... Und dafür soll man - als Mieter - einen Arsch voll Geld bezahlen? Sorry, aber hätte der Vermieter die Anzeige selbst aufgesetzt, sähe die in den meisten Fällen wohl weit besser aus. Ich kann auch absolut nicht nachvollziehen, dass der Mieter für die Faulheit des Vermieters zahlen soll, denn wenn er auf den Makler wegen eines konkreten Angebots zukommt, hat er von dem Typen ja auch absolut keine Dienstleistung erhalten. Verstehen kann ich diese Provisionssuche nur, wenn man sich als Mietsuchender an einen Makler wendet und dieser einem Angebote vermittelt.
Title: Re: Berufe !?
Post by: lydialunch on December 10, 2013, 02:18:48 pm
Die Wohnung unteruns ist natürlich etwas günstiger. WGs werden ausgeschöpft ohne Ende...
Das ist sowas von dreist. o_o Ich kann's immer wieder nicht fassen.
Ich kann ohnehin die Rechtfertigung für Mietpreise nicht wirklich nachempfinden. Naturalien wie Strom, Gas und Wasser, die man verbraucht, okay.
Die sind ja auch nicht so wirklich richtig übermäßig teuer - im Verhältnis zu dem Geld, das allein für das Recht zu wohnen an sich draufgeht.
Wenn dann Gott behüte noch ein Makler dazukommt (was bei meinem Freund der Fall war, da er gerade über den unteren Rand der Zielgruppe
des maklerüberschwemmten und -dominierten Mietobjektmarkts gerutscht ist) - Was für ein Drecksscheiß!!!
(Makler braucht doch echt niemand, oder? oO Es sei denn, man ist schlichtweg zu faul, sich um die Vermietung seiner Wohnung selbst zu kümmern.
Mir kann niemand erzählen, dass die irgendeine Daseinsberechtigung haben, und ich frage mich, wie deren entsprechende Ideologie,
die sie in der Ausbildung nahegebracht bekommen, formuliert wird. "Wir sind voll cool, denn wir ziehen ungerechtfertigt Leute ab"?!)


Ich kann deinen Zorn über Makler wirklich verstehen. Der einzige Grund der Makler rechtferitg ist: Zeitmangel!

Wenn du eine Wohnung iwo in Wien besitzt und diese vermieten möchtest und dein von dir verlangter Mietpreis nicht allzu dreist ist, hast du innerhalb von 4 Stunden nachdem du ein Inserat gestellt hast mindestens 50 Anfragen. Die Leute wollen die Wohnung dann natürlich besichtigen und wer hat bitteschön für 20 Besichtigungen Zeit? Wenn du 38,5 stunden in der Woche arbeitest? Also ich nicht! Ihr auch nicht. Wenn deine Wohnung in Uni-Nähe ist sind es sicher 5 mal so viele Anfragen.

Dann musst du noch aussortieren wer von den Leuten in Frage kommt in deiner Wohnung leben zu dürfen, es gibt ja sowas wie Mietnomaden.

WGs sind deswegen teurer weil eine 120qm Wohnung von vier um die 23 Jahre alten Studenten eben mehr abgenutzt wird als von einer normalen Familie. Ich finde es da absolut legitim wenn der Eigentümer der Wohnung dafür natürlich auch mehr Geld verlangt.
Title: Re: Berufe !?
Post by: mirage on December 18, 2013, 01:28:38 am
WGs sind deswegen teurer weil eine 120qm Wohnung von vier um die 23 Jahre alten Studenten eben mehr abgenutzt wird als von einer normalen Familie. Ich finde es da absolut legitim wenn der Eigentümer der Wohnung dafür natürlich auch mehr Geld verlangt.

Ah ja. Und dass hier nur ein Student lebt und sonst nur berufstätige Menschen, die die Wohnung sicher nicht mehr abnutzen, als eine Familie mit Kindern, die eher mal was verunreinigen, kaputtmachen und so weiter, rechtfertigt also, warum wir das eineinhalbfache für eine Wohnung bezahlen, die im Gegensatz zur der komplett sanierten Wohnung unter uns noch im Originalzustand von 1899/ bzw. 1950 ist.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on December 18, 2013, 03:27:26 pm
Das Zeitargument verstehe ich.

Ich finde allerdings auch nicht, dass man den wahrscheinlichen Abnutzungsgrad am Alter der Bewohner bestimmen kann. Eine Familie von drei Personen braucht manchmal nur ein einziges zerstörungswütiges Kaninchen, um diverse Oberflächen stellenweise mit maximaler Effizienz abzutragen. o.o Und auch ohne Haustier sind Familien zur Wohnungsabnutzung sehr gut geeignet, wie mirage schon sagte zum Beispiel durch Kinder. Als ich mit meinen Eltern in das Reihenhaus gezogen bin, in dem sie heute immernoch leben, durchzog mein Zimmer, das ehemalige in einem Albtraum von Pfirsich und Mint gestrichene Kinderzimmer, eine lange, tiefe von einer Schere verursachte Furche das Echtholzparkett. Eine Etage tiefer erlitt das gleiche Parkett später starke Schäden durch die filzlosen Rollen vom Schreibtischstuhl meines Stiefvaters. Im gleichen Haus hatte, um noch ein weiteres schönes Beispiel zu geben, wie sich später herausstellte offenbar auch einer meiner späteren Lehrer gewohnt. Laut dem Vermieter hatte der sich mal dazu entschieden, zu streichen, "und überall, wo die Farbe nicht mehr reichte, Fratzen an die Türen gemalt". Damit will ich sagen: Ob Leute vernünftig und sorgsam mit Gegenständen umgehen, hängt von den persönlichen Eigenschaften der Leute ab. Ob sie erwachsener und vernünftiger als ein Grundschüler sind, ist an ihrem Alter nicht abzulesen. o.o
Title: Re: Berufe !?
Post by: mirage on December 20, 2013, 09:31:25 pm
Schade, dass es hier keinen "Gefällt mir"-Button gibt :D
Title: Re: Berufe !?
Post by: lydialunch on December 23, 2013, 05:11:35 pm
Ihr habt recht, man darf nicht pauschal behaupten das alle Studenten brutale Wohnungsverschleisser sind, genausowenig sollte man das aber auch nicht über eine Familie sagen.

Ich habe meine Information aus erster Hand. Eine gute Freundin besitzt ein Wohnhaus in Hernals mit 17 Wohnungen von 45 - 130 m2. Wenn es mal deftige Probleme gab (bis hin zum Gericht) wann in 70% der Fälle WG-Studenten die Mieter. Außerdem habt ihr ja die gesamte Wohnung zur Verfügung. 450 Euro für 130 m2 zur gemeinsamen nützung sind wirklich nicht viel.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Poppie on December 23, 2013, 05:15:49 pm
Stimmt 450 für 130qm sind nicht viel, aber wenn man da die Nebenkosten aufschlägt ist man auch Ruckzuck bei 550-600 Euro und die muss man auch zusammenkratzen (je nach dem mit vielen man ist). Denn Bafög ist ja bekanntlich auch kein Vermögen und zusätzlich zu der Warmmiete kommen ja auch nunmal noch so Sachen wie Strom und Telefon dazu, die rein für die Wohnung sind. Von Lebenshaltungskosten mal ganz zu schweigen.
Title: Re: Berufe !?
Post by: mirage on January 02, 2014, 01:43:56 pm
Außerdem habt ihr ja die gesamte Wohnung zur Verfügung. 450 Euro für 130 m2 zur gemeinsamen nützung sind wirklich nicht viel.

Ja klar, vorallem da ich für deine angeblichen 450 € auch die gesamte Wohnung nutzen kann. Hier wohnt schließlich jeder mit jedem in jedem Zimmer :D
Und die Wohnung hat 90m², nicht 130m².
Title: Re: Berufe !?
Post by: lydialunch on January 06, 2014, 07:50:00 pm
Ich kenne die deutschen Mietpreise nicht, deshalb habe ich mich an denen von Wien orientiert :)
Title: Re: Berufe !?
Post by: mirage on January 13, 2014, 10:08:03 am
Aha! Na da kommen wir der Sache doch schon näher! ;) Wien ist ja nun auch nicht gerade die billigste Stadt.
Title: Re: Berufe !?
Post by: Metaphor on January 28, 2014, 05:50:12 pm
^ Wie unglaublich großartig dieses Bild ist! :D

*räusper*, Ultraofftopic. Also, zum Thema ... äh, Berufe.

Ja, genau, zum 'Berufsthema' kann ich insofern etwas Neues beitragen, als dass ich im Spätherbst aus psychischen Gründen aus dem Wintersemester ausgestiegen bin.
Ich kann nicht umhin - auch wenn das wirklich insgesamt die richtige Entscheidung war - nun den Eindruck zu haben, mich ziemlich wo rein- bzw. rausgeritten zu haben. o_o"
Mir fehlt ein Semester, also bin ich ein Jahr länger beschäftigt und reiche meinen Leistungsnachweis später ein - soweit ist es simpel, aber die Rahmenbedingungen verkomplizieren sich spontan enorm.
Zuerst hatte ich auf den Vorschlag des (planlosen) Professors hin erwogen, nun zurück in's zweite Semester zu gehen (weil ja jetzt als nächstes die "geraden Semester" dran sind, mir aber das dritte fehlt, yaknow?), von dem mir aber nur ein einziger Kurs fehlt, der irgendwie keine 850 Euro wert ist, auch wenn der Stundenplan sehr komfortabel wäre. :lol: Alternativ könnte ich zum 4. fortschreiten, und danach das 3., 6., 5., 8., 7. machen. o.o Mein Plan ist, es mit dem Vierten zu versuchen, gegebenenfalls circa die Hälfte der Kurse zu machen, und nach dem darauf folgenden dritten Nachholsemester den Rest vom 4. Meiner aktuellen Leistungsfähigkeit bin ich mir nämlich sehr unsicher, und irgendwelche Fortschritte in der Medizinmaschine lassen ziemlich auf sich warten. *sigh*
So viel zum "Berufsleben". :P

Zum Thema Wohnen:

Ich würde so unglaublich gern in eine Einzimmerwohnung ziehen. So sehr. Aber es rechnet sich aus allen Betrachtungswinkeln einfach nicht. T_T